Keltische Feste im Jahreskreis
Anhand der keltischen Jahreskreisfeste lässt sich wunderbar nachvollziehen, wie die Menschen in früheren Zeiten im Einklang mit dem Lauf der Jahreszeiten und der Sonne lebten und feierten. Ähnliche Feste gab es auch in der germanischen Kultur und im Mittelmeerraum. Wie sehr diese Feste noch heute hinter unseren christlich geprägten Feiertagen versteckt sind, fasziniert immer wieder.
Das Sonnenjahr war in acht Feste unterteilt und begann mit»Samhain« in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November. Samhain war das keltische Neujahrsfest und markierte den Beginn des Winters und der dunklen Jahreszeit. Die ersten Fröste kamen, die Blätter fielen, die Zugvögel brachen auf, Tiere begaben sich in den Winterschlaf.
Samhain ist ein Fest des Todes mit der Hoffnung auf Wiedergeburt. Bei den Kelten war es Morrigan, als weise Trägerin des Wissens um die Welt, die den Übergang der Seelen in die Anderswelt und auch zurück begleitete. Sie war als Göttin der Unterwelt eine Wächterin der Tore zwischen den Welten. Zu Samhain wurden die Schleier zwischen diesen Welten gelüftet, und um die Ahnen zu ehren, deckte man ihnen einen Platz am Tisch und lud sie ein, am Mahl der Lebenden teilzuhaben. Aber auch »böse Geister« trieben sich in dieser Nacht herum, und daher entstand der Brauch, Rüben auszuhöhlen, wilde Fratzen hineinzuschneiden und sie mit einem Licht vor die Tür zu stellen, um die Geister abzuschrecken.
Das Christentum legte später die beiden Feiertage Allerheiligen und Allerseelen auf diesen Termin. Auch an diesen christlichen Feiertagen werden die Ahnen geehrt, werden die Gräber geschmückt und wird der Verstorbenen im Gebet gedacht.
Das zweite Fest im Jahreskreis war»Alban Arthan«,die Wintersonnenwende. Sie wurde zwischen dem 20. und 23. Dezember gefeiert, als Wiedergeburt der Sonne aus dem dunklen Schoß der Nacht, die endlich zurückkehrte und wieder Fruchtbarkeit, Wachstum und neues Leben versprach.
Die Geburt Christi, die wir als Weihnachtsfest feiern, wurde später von der Kirche ganz bewusst auf diesen Zeitpunkt gelegt, entspricht sie doch genau dieser Symbolik: Rückkehr des Lichts auf die Erde.
Das dritte Fest im Jahreskreis war»Imbolc« und fiel auf den 1./2. Februar. Es war ein weiteres Fest zu Ehren des zurückkehrenden und zunehmenden Lichtes und war in Irland der Göttin Brigid geweiht. Zu Imbolc verkörperte Brigid den jugendlichen Aspekt der dreifachen Göttin. Zu dieser Zeit repräsentierte sie das erwachende, zurückkehrende Leben nach der langen, dunklen Zeit des Winters.
Bei uns galt Imbolc als Fest der Stille, der Reinheit und Reinigung. Zu Ehren des zunehmenden Lichts wurden Kerzen, Öl- oder Talglichter angezündet. Die Leiber der trächtigen Haustiere schwollen zu dieser Zeit bereits deutlich an, und als Opfergabe und Zeichen der Dankbarkeit wurde an Imbolc eine Schüssel Milch vor die Tür gestellt.
Im christlichen Jahreskreis heißt das Fest am 2. Februar Mariä Lichtmess. Dieses Maria geweihte Fest wurde meist mit einer Kerzenweihe und Lichterprozession begangen. Geweihte Kerzen waren sehr kostbar und wurden nur zu besonderen Gelegenheiten angezündet, z. B. bei drohenden Unwettern oder wenn jemand im Sterben lag.
Das vierte Fest wurde zwischen dem 20. und 23. März gefeiert. Es war die Frühlings-Tagundnachtgleiche, der Zeitpunkt, wenn Tag und Nacht gleich lang sind und das Licht endgültig die Dunkelheit zu besiegen beginnt. Der keltische Name für dieses Fest war»Alban Eiler«. Es war das Frühlingsfest; für ei