: Katrin Lankers
: Rebella - Love Train Band 9
: Coppenrath Verlag
: 9783649616092
: 1
: CHF 8.90
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 304
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vier Wochen Interrail! Was wie ein tolles Abenteuer klingt, ist für Lena der größtmögliche Albtraum. Denn sie muss ausgerechnet ihre zickige Schwester Juli auf diese Reise begleiten, nachdem sich deren beste Freundin das Bein gebrochen hat. Für Lena gibt es nur einen einzigen Grund mitzufahren: Sie will es zum Abschiedskonzert ihrer Lieblingsband nach Barcelona schaffen. Dafür nimmt sie nicht nur Julis Launen in Kauf, sondern stellt sich auch den Tücken der Tour. Als die beiden Schwestern allerdings auf Tobias und Felix treffen, wird die Reise zu einer rasanten Achterbahnfahrt der Gefühle: Die Mädchen gehen mit den zwei Jungs eine heiße Wette ein und liefern sich ein Rennen durch ganz Europa. Und schon bald schlagen sämtliche Herzen höher ...

Katrin Lankers, geboren 1977, hat schon einiges von der Welt gesehen. Während ihres Journalistik-Studiums war sie ein halbes Jahr in Brüssel und hat Praktika in Mexico City und New York absolviert. Sie arbeitete mehrere Jahre lang für Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien, bis sie beschloss, sich ganz dem Bücherschreiben zu widmen. Mit ihrem Mann, zwei Kindern und zwei Katzen lebt die freie Autorin in Bornheim bei Bonn.

Wer hätte das gedacht, dass ausgerechnet ein Paar High Heels für mich mal Schicksal spielen würde? Dabei trage ich gar keine. Aber genau so war’s!

aus Lenas Tagebuch

An einem ruhigen Sonntagnachmittag, wenige Tage vor Beginn der Sommerferien, rief das Schicksal bei uns an. Das Telefon klingelte, aber ich blieb auf meinem Bett liegen und stellte die Musik lauter. Wer immer da telefonisch unseren Hausfrieden störte, wollte garantiert nicht mich sprechen, sondern Juli.

Hätte ich zu diesem Zeitpunkt bereits geahnt, dass dieser Anruf mir meine gesamten Sommerpläne versauen würde… Ich wäre von meinem Bett gesprungen und die Treppe heruntergerast, um noch vor meiner Schwester am Telefon zu sein– und hätte mir unterwegs nach Möglichkeit beide Beine gebrochen. Ahnte ich aber nicht. Ich lag auf dem Bett, hörte Musik und trauerte.

»Don’t you ever leave me, don’t you ever go«, sang Joey mir durch die Stöpsel meines iPods direkt ins Ohr, und ich mussteblinzeln, weil mir wieder Tränen in die Augen stiegen.»Your love is so special, you’re my only one«, fuhr Joey fort, und natürlich kullerten mir dabei die ersten Tränen aus den Augenwinkelnüber die Schläfen und versickerten im Kissen, das ohnehin schon ganz feucht von meinem Geheule war.

Denn Joey hatte genau das vor: mich zu verlassen!

Und nicht nur er. Die fünf Jungs vonNo Way– der besten Band aller Zeiten– hatten gestern angekündigt, dass sie sich trennen würden, und zwar schon diesen Sommer. Fünf Konzerte waren noch geplant, eins auf jedem Kontinent, dann sollte Schluss sein. Bei dem Gedanken konnte ich ein leises Aufschluchzen nicht unterdrücken.»You are the girl of my dreams«, sang Joey und die anderen stimmten in den Refrain ein:»Don’t you ever leave me…«

Nein, Joey, ich werde dich nie verlassen, dachte ich. Ich werde dich immer lieben! Denn ich liebte Joey schon so lange, seitüber einem Jahr, dass ich mir nicht vorstellen konnte, jemals wieder etwasÄhnliches für einen anderen Jungen zu empfinden.

Könnte ich ihn doch nur einmal treffen…, dachte ich, und während ich»Dreamgirl« in Endlosschleife hörte, verlor ich mich in einem meiner Tagträume. Ich sah mich auf dem Konzert vonNo Wayin der allerersten Reihe, direkt vor der Bühne, stehen, und während Joey»You are the girl of my dreams« anstimmt, schaut er mich an, die ganze Zeitüber. Der Blick seiner knallblauen Augen bohrt sich in meinen, während er den Song nur für mich singt, es gibt nur noch unsbeide. Und dann, am Ende des Stücks, kommt er an den Rand der Bühne und streckt mir seine Hand entgegen. Ich greife danach und er zieht mich zu sich hoch. Die Menge tobt, doch wir hören nichts außer dem Klopfen unserer Herzen, als wir uns küssen.

Poch, poch, POCH!

Heftiges Hämmern gegen meine Zimmertür riss mich aus meinen Träumereien. Widerstrebend zog ich die Stöpsel aus meinen Ohren, als bereits die Tür aufflog und Juli ins Zimmer stürmte.

»Ich hab dich nicht reingebeten«, brauste ich sofort auf und schoss vom Bett hoch.

»Bist du nicht langsam zu alt für diesen Kinderkram?« Juli ignorierte meine Empörung einfach. Ihr verächtlicher Blick glittüber dieNo-Way-Plakateüber meinem Bett und blieb an den Ohrstöpseln auf dem Kissen haften, aus denen noch immer, wenn auch gedämpft, Joeys Stimme zu hören war.

Ich hasse es, wenn Juli das tut. Bei jeder Gelegenheit muss sie mir vorhalten, dass sie bereits achtzehn und somit zwei Jahreälter ist als ich. Dabei benimmt sie sich meistens so, als ob es umgekehrt wäre! Hektisch wischte ich mir die Tränenspuren von den Wangen und machte eine gelangweilte Miene.

»Das geht dich gar nichts an, Miss Supererwachsen. Immerhin spielstdunoch mit Barbies.«

»Ichspielenicht mit ihnen, ichstylesie«, ließ sich Juli zu einer Verteidigung hinreißen. Ha, Punkt für mich!

»Wie auch immer.« Juli wuschelte mit spitzen Fingern denultrakurzen Pony ihres ultrakurzen Haarschnitts in Form.Pixiehieß diese Frisur, wie Juli jedem erklärte, der weniger Ahnung von Mode hatte als sie selbst– also so ziemlich jeder.»Unsere Eltern wollen mit dir reden.«

Ups. Warum das denn? Hatte ich etwas ausgefressen? Wohl kaum. Ich hatte den ganzen Tag tiefdeprimiert auf dem Bett gelegen, da gab es kaum Gelegenheiten, irgendetwas anzustellen. Und dann Julis Tonfall, als hätte sie in eine extrasaure Zitrone gebissen. Was war bloß lo