: Timothy Zahn
: Star Wars™ Glücksritter
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641128340
: 1
: CHF 5.40
:
: Fantasy
: German
: 560
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Star Wars ist überall!

Han Solo sollte mit sich zufrieden sein. Ohne ihn wäre der Todesstern nicht zerstört worden. Ohne ihn hätten die Rebellen nicht einen ersten großen Erfolg gegen das Imperium feiern können. Alles könnte gut sein, wäre da nicht das riesige Kopfgeld, dass Jabba der Hutt auf ihn ausgesetzt hat. Nur das Lösegeld eines Königs könnte Han davon freikaufen – oder das Vermögen eines Gangsterbosses. Doch der Plan, der sich anfangs wie ein genialer Coup anhört, könnte rasch zu einer Todesfalle für Han, Chewbacca und Lando Calrissian werden.

Timothy Zahn wurde 1951 in Chicago geboren, lebt in Oregon und ist heute einer der beliebtesten Science-Fiction-Autoren der USA. Sein bekanntestes Werk ist die »Thrawn«-Trilogie (Legenden), die mehrere Jahre nach dem Ende von »Die Rückkehr der Jedi-Ritter« spielt und die Geschichte des »Star Wars«-Universums in eine neue Zeit vorantreibt (»Expanded Universe«). Diesen Büchern folgte eine Reihe weiterer »Star Wars«-Romane. Für seine Novelle »Cascade Point« wurde Zahn mit dem renommierten Hugo Award ausgezeichnet.

1. Kapitel

Die Sternenlinien schrumpften zu einfachen Sternen zusammen, und der imperiale SternenzerstörerDominator hatte sein Ziel erreicht. Captain Worhven stand mit steif hinter dem Rücken verschränkten Händen auf dem Kommandogang, blickte finster auf den in Nebel getauchten Planeten hinaus, der direkt voraus in der Schwärze des Alls hing, und fragte sich, was er und sein Schiff hier zum Donnerwetter eigentlich machten.

Denn dies waren keine guten Zeiten. Die plötzliche Auflösung des Imperialen Senats durch den Imperator ließ gefährliche Wellen der Unsicherheit durch die Galaxis wogen, was radikalen Gruppierungen wie der sogenannten Rebellenallianz geradewegs in die Hände spielte. Gleichzeitig widersetzten sich kriminelle Organisationen wie die Schwarze Sonne und die Hutt-Syndikate ungeniert und in aller Offenheit dem Gesetz, um genauso selbstverständlich mit Spice und Hehlerware zu handeln, wie sie lokale und regionale Funktionäre kauften.

Schlimmer noch: Palpatines nagelneues Spielzeug, die Waffe, die eigentlich dazu gedacht gewesen war, die Aufständischen und die Verbrecher gleichermaßen davon zuüberzeugen, dass es dem Imperium todernst damit war, sie zur Strecke zu bringen, war bei Yavin auf unerklärliche Weise zerstört worden, und noch immer war Worhven keine offizielle Erklärung für diesen Vorfall zu Ohren gekommen.

Sie lebten in wahrlichüblen Zeiten, undüble Zeiten verlangten nach einem entschlossenen, nachdrücklichen Vorgehen. Als die Neuigkeit von Yavin eintraf, hätte das Imperiale Zentrum unverzüglich eine komplette Flottenmobilmachung befehlen sollen, um seine gezielten Bemühungen auf die wichtigsten, auf die ungehorsamsten und auf die aufsässigsten Systeme zu konzentrieren. Das war das klassische Vorgehen in Krisenzeiten, eine Methode, die Tausende von Jahren zurückreichte, und aller Logik zufolge hätte sich dieDominator jetzt eigentlich an vorderster Front eines solchen Einsatzes befinden müssen. Stattdessen war Worhvens Schiff für das Imperium derzeit nicht mehr als ein Maultierkarren.

»Äh, Captain«, ertönte hinter ihm eine schrille Stimme.

Worhven atmete tief durch, um sich zu sammeln.»Lord d’Ashewl«, gab er zurück, wobei er darauf achtete, dem anderen so lange den Rücken zuzukehren, bis er seiner Miene einen Ausdruck aufgezwungen hatte, der der Situation angemessener war.

Glücklicherweise hatte er mit dem Errichten seiner höflichen Fassade rechtzeitig begonnen, da d’Ashewl keine fünf Sekunden später neben ihm stehen blieb, direkt an seiner Seite, nicht die zwei Schritte hinter ihm, wie Worhven es selbst von ranghohen Offizieren erwartete, bis er sie nach vorn winkte.

Allerdings war das nicht sonderlichüberraschend. Was wusste ein fettes, dämliches, zufälligerweise wohlhabendes Mitglied der obersten Riege des Imperialen Zentrums schonüber die Benimmregeln an Bord eines Schlachtschiffs? Das war natürlich eine rein rhetorische Frage. Denn selbstverständlich lautete die Antwort darauf: nicht das Geringste.

Worhven besaß jedoch im Gegensatz zu d’Ashewl ein gewisses Maß an Höflichkeit, weshalb er seinem Gast mit dem gebotenen Respekt begegnen würde – selbst wenn ihn das einiges anÜberwindung kostete.»Mein Lord«, sagte er höflich, drehte sich um und blickte den anderen Mann an.»Ich hoffe, Ihr habt gut geschlafen?«

»In der Tat«, entgegnete d’Ashewl, die Augen auf den Planeten voraus gerichtet.»Das da draußen ist dann also Wukkar, hm?«

»Ja, mein Lord«, bestätigte Worhven, der dem Drang widerstand, sich lauthals zu fragen, ob d’Ashewl glaubte, dieDominator könne im Laufe der Nachtzeit auf dem Schiff möglicherweise irgendwie vom Kurs abgekommen sein.»Wie Ihr befohlen habt.«

»Ja, ja, natürlich«, sagte d’Ashewl und reckte ein wenig den Hals.»Aus dieser Entfernung lässt sich das nur so schwer erkennen. Die meisten Welten dort draußen sehen schrecklich gleich aus.«

»Ja, mein Lord«, wiederholte Worhven und hielt die Worte, die so sehr darauf drängten, ihmüber die Lippen zu kommen, wiederum entschlossen zurück. Das war genau die Art von Bemerkung, wie man sie von den Unerfahrenen oder offenkundig Beschränkten erwartete. Was d’Ashewl anging, so traf vermutlich beides zu.

»Aber wenn Sie sagen, dass das Wukkar ist, dann glaube ich Ihnen«, fuhr d’Ashewl fort.»Haben Sie die Liste im Anflug befindlicher Raumyachten zusammengestellt, um die ich Sie gebeten hatte?«

Worhven unterdrückte ein Seufzen. Nicht bloß Transport-, sondern auch noch niedere Handlangerdienste.»Die Liste liegt dem Kom-Offizier vor«, sagte er und drehte den Kopf, um auf den Mannschaftsgraben an Steuerbord zu deuten. Jetzt sah er aus dem Augenwinkel heraus, dass d’Ashewl nicht allein war: Der junge Diener Dayja begleitete seinen Herrn und wartete in respektvollem Abstand ein halbes Dutzend Schritte weiter hinten auf dem Laufgang. Zumindest wusste einer der beiden, wie man sich zu benehmen hatte.

»Ausgezeichnet, ausgezeichnet«, sagte d’Ashewl und rieb sich die Hände.»Ich habe eine Wette laufen, Captain, welches Schiff unseres Verbunds als Erstes und welches als Letztes eintrifft. Dank Ihnen und Ihrer prachtvollenDominator werde ich einen gehörigen Batzen Geld gewinnen.«

Worhven fühlte, wie seine Lippen zuckten. Eine alberne, sinnlose Wette, die dem albernen, sinnlosen Auftrag, den man derDominator aufgezwungen hatte, in nichts nachstand. Zumindest war es schön zu wi