: Tammara Webber
: Einfach. Liebe. Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641109523
: 1
: CHF 2.70
:
: Erzählende Literatur
: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Man hmal ist Liebe einfach. Und manchmal ist es einfach Liebe.

Als Jacqueline sich von einer Party davonstiehlt, ahnt sie nicht, dass die Ereignisse der Nacht ihr Leben für immer verändern werden. Kaum versucht ein Verehrer, der ihr gefolgt ist, sie zu bedrängen, liegt er schon am Boden. Ihr Retter? Ausgerechnet Lucas, der stille Einzelgänger, der nicht nur sehr sexy und geheimnisvoll, sondern auch vollkommen unnahbar ist. Und während Jacqueline versucht, sich auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten, taucht Lucas plötzlich überall dort auf, wo sie auch ist. Er scheint etwas zu verbergen. Doch sein Blick brennt sich in ihr Herz …

Tammara Webber liebt Kaffee und Ohrringe – weil sie auch dann passen, wenn man mal eine Kleidergröße mehr braucht. Vor allem aber liebt sie Happy Ends, von denen es im wahren Leben einfach nie genug gibt. Die Publikationsgeschichte ihres New-York-Times-Bestsellers infach. Liebe. hat allerdings ein Happy End: Tammara Webber veröffentlichte den Roman zunächst selbst im Internet. Zehntausende begeisterter Leser machten Verlage in den USA und anderen Ländern darauf aufmerksam, die sich prompt die Rechte sicherten.

2

Erins Stimme weckte mich. »Jacqueline Wallace, beweg deinen Arsch aus diesem Bett und geh deinen Notendurchschnitt retten. Du lieber Gott, wenn ich mich von jedem Typen so aus meiner akademischen Laufbahn werfen lassen würde, wäre ich schon längst am Ende.«

Ich machte ein verächtliches Geräusch unter der Bettdecke, bevor ich darunter hervoräugte. »Was für eine akademische Laufbahn denn?«

Die Hände in die Hüften gestemmt, frisch aus der Dusche, stand sie in ein Handtuch gewickelt vor mir. »Haha. Sehr witzig.Steh schon auf!«

Ich schniefte, ohne mich vom Fleck zu rühren. »Ich bin in all meinen anderen Kursen gut. Kann ich da nicht in diesem einen durchfallen?«

Erin schnaubte. »Hörst du dir eigentlich je selbst zu?«

Ichhörte mir selbst zu. Und ich war in jeder Hinsicht mindestens genauso angekotzt von meiner Feigheit wie Erin – wenn nicht sogar mehr. Aber die Vorstellung, drei Tage die Woche in einer einstündigen Vorlesung neben Kennedy zu sitzen, war einfach unerträglich. Ich hatte keine Ahnung, ob und wie er seinen Status als frisch gebackener Single schamlos zum Flirten und Anbaggern nutzen würde, aber ich wollte nichts davon mit eigenen Augen ansehen müssen. Mir die Details auszumalen war schon schlimm genug.

Hätte ich ihn bloß nicht gedrängt, in diesem Semester einen Kurs mit mir zu belegen. Als wir uns für die Herbstveranstaltungen einschrieben, fragte er mich, warum ich Wirtschaft belegen wollte – kein Pflichtfach für meinen Abschluss in Musikerziehung. Ich fragte mich, ob er vielleicht schon damals gespürt hatte, dass das mit uns so enden würde. Oder ob er es gewusst hatte.

»Ich kann nicht.«

»Dukannst und duwirst.« Sie riss mir die Bettdecke weg. »Jetzt steh endlich auf, und ab mit dir unter die Dusche. Ich muss pünktlich zu Französisch kommen, sonst wird mich Monsieur Bidot gnadenlos über daspassé composé ausquetschen. Ich kann die Vergangenheitsform ja kaum auf Englisch. Und weiß Gott, um diese unchristliche Uhrzeit kann ich sieen français schon gar nicht.«

Ich erreichte den Hörsaal um Punkt neun Uhr in dem Wissen, dass Kennedy, der gewohnheitsmäßig pünktlich war, bereits da sein würde. Der Saal war groß und abgestuft. Als ich zur Hintertür hereinschlüpfte, entdeckte ich ihn, sechste Reihe, Mitte. Der Platz rechts neben ihm war leer – mein Platz. Dr. Heller hatte in der zweiten Kurswoche einen Sitzplan herumgereicht, den er verwendete, um seine Anwesenheitsliste zu führen und Punkte für die Teilnahme zu vergeben. Ich würde nach der Vorlesung mit ihm reden müssen, denn es kam nicht infrage, dass ich mich je wieder dort hinsetzen würde.

Meine Augen suchten die hinteren Reihen ab. Dort gab es zwei freie Plätze. Einer befand sich in der drittletzten Reihe zwischen einem Typen, der, auf seine Hand gestützt, fast schlief, und einem Mädchen, das an einem Venti-irgendwas-Becher Kaffee nippte und nonstop auf seine Nachbarin einquasselte. Der andere freie Platz war in der letzten Reihe neben einem Typen, der irgendetwas an den Rand seines Lehrbuchs zu kritzeln schien.