: Christine Lukas
: Die Spätzle-Pasta-Connection
: Telescope Verlag
: 9783941139671
: 1
: CHF 8.00
:
: Erzählende Literatur
: German
: 188
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Urlaub am Gardasee - Entspannung pur ...weit gefehlt! Auf die Geschwister Andreas und Melanie aus Stuttgart warten jede Menge Überraschungen, durch die sie die Italiener und den Gardasee auf eine ganz andere Art kennenlernen als geplant. Erst recht als der surfbegeisterte Vincenzo Melanie schöne Augen macht ...
Der vergnügliche, mit hintergründigem Humor gewürzte Debütroman von Christine Lukas lädt ein, die Abenteuer der Protagonisten und ihre miteinander verwobenen Schicksale mitzuerleben. Trotz aller Leichtigkeit sieht die Autorin die Welt ihrer Figuren nicht nur durch die 'rosarote Brille', sondern versteht es, fesselnd von den Höhen und Tiefen, die wohl jeder in seinem Leben meistern muss, zu berichten.

Christine Lukas, Jahrgang 1967, ist im Enzkreis in Baden-Württemberg geboren und aufgewachsen.
Schon früh hat sie ihr Interesse an Fremdsprachen und anderen Kulturen entdeckt und daher eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Spanisch absolviert. Nach mehreren ausgedehnten Spanienaufenthalten zog sie 1997 nach England um und lebte acht Jahre lang in London. Sie war dort für mehrere multinationale Unternehmen im kaufmännischen Bereich tätig.
Seit 2005 lebt sie als Exil-Schwäbin in Rheinland-Pfalz.

Erste Eindrücke von Garda

Am nächsten Morgen kitzeln mich die Sonnenstrahlen wach, die durch die Ritzen der hölzernen Fensterläden scheinen. Ich rekele mich. Andreas schlummert noch friedlich. Wir haben uns geeinigt, beide das Schlafzimmer zu benutzen, da keiner auf dem etwas unbequem aussehenden Schlafsofa im Wohnzimmerübernachten will. Ich lausche, aber außer dem Rufen eines Kuckucks draußen vor dem Fenster ist nichts zu hören. Himmlische Ruhe, Sonnenschein und Urlaub am Gardasee. Was kann es Schöneres geben? Gut gelaunt schlüpfe ich aus dem Bett, setze mich auf die Veranda und begrüße den neuen Tag. Der Blick auf den See ist herrlich. Linker Hand erhebt sich majestätisch der Hausberg von Garda. Sogar die Landzunge von Sirmione ist zu erkennen. Ich genieße die Morgenstimmung. Alles sieht noch taufrisch aus, die Luft ist angenehm kühl und ich bin neugierig, wie der Tag sich entfalten wird.

Eine halbe Stunde später weiß ich es. Auch die Lanteri Gören sind aus ihren Betten gekrochen und haben die Olivenbäume auf Nachbars Grundstück erobert. Glücklicherweise ist der Nachbar nicht da.

„Ciao, buongiorno!“, grölen die Jungs herüber, als sie mich auf der Veranda sitzen sehen. Dabei schwingen sie ihre Arme wie Seefahrer kurz vor dem Untergang ihres Schiffs. Ich winke ihnen zu. Meine Morgenmeditation habe ich innerlich abgehakt. Noch im Schlafanzug kommt ein entnervter Andreas aus dem Haus. Mit beiden Händen fährt er sich durch sein zerzaustes, braunes Haar und wirft einen Blick zum Himmel, als ob von dort Unterstützung zu erwarten sei.

„Das darf ja wohl nicht wahr sein. Jetzt ist es gerade mal acht Uhr und die machen schon wieder Krawall da drüben. Ausschlafen können wir in diesem Urlaub wohl vergessen“, jammert derÄrmste.

Andreas ist im Gegensatz zu mir ein Langschläfer. Ich habe jedoch Pläne. Schließlich wollen wir Italien kennenlernen. Bis um zwölf Uhr zu schlafen, wäre sowieso keine Option gewesen. Das behalte ich allerdings für mich. Inzwischen ist auch der Rest der Familie Lanteri zum Leben erwacht. Ein weiteres„Buongiorno!“ schallt zu uns herüber, das wir höflich erwidern.

In Anbetracht der bereits wieder anschwellenden Geräuschkulisse beschließen wir, unser erstes Frühstück in Ruhe in einem Café direkt am See einzunehmen, da wir sowieso Garda und die nähere Umgebung erkunden wollen. Die von Platanen gesäumte Uferpromenade ist herrlich und lädt zum Flanieren ein. Unzählige Cafés und Restaurants reihen sich aneinander. Alle bieten einen wunderbaren Blick auf den See und den Hafen, in dem weiße Boote in mehreren Reihen auf den Wellen schaukeln. Das Wasser ist so klar, dass man die darin schwimmenden Fische genau erkennen kann. Ein Griff ins Wasser und man könnte ein fangfrisches Abendessen aus dem See holen. Aber wir wollen erst einmal frühstücken. Es ist noch wenig los so früh am Morgen. Wir wählen einen Tisch direkt unter einer Platane.

Beim Blick auf die Frühstückskarte verzieht Andreas das Gesicht. Das italienische Frühstück ist nicht gerade als kulinarischer Höhepunkt bekannt. Dementsprechend ist die Auswahl auf der Karte. Vollkornbrot ist darauf auf jeden Fall nicht zu finden. Daher einigen wir uns auf croissantartige Hörnchen mit Cappuccino. Lecker, finde ich. Ok, findet Andreas.Über eines sind wir uns allerdings einig: Das ist genau die entspannende Atmosphäre, die wir für einen guten Start in den Vormittag benötigen.

Voller Tatendrang schauen wir in meinen schlauen Reiseführer, der unsere Aufmerksamkeit auf den Hausberg von Garda lenkt. La Rocca, der 295 Meter hohe, zwischen Garda und Bardolino gelegene Tafelberg, verspricht einen spektakulären Ausblick auf den See. Also nichts wie los. Bei der Kirche am Ortsende von Garda soll es links abgehen. Allerdings können wir die im Reiseführer erwähnte Beschilderung nicht finden, biegen aber trotzdem links ab, da die Richtung ungefähr stimmen muss. Ein schmaler Weg führtüber eine steile Treppe in den Wald hinein, vorbei an Schildern in italienischer Sprache, die wir nicht verstehen. Der Weg steigt steil an und ist ziemlich zugewachsen. Die offizielle Route ist das wohl nicht! Wenigstens kommt kein wild gewordener Hund mit Schaum vorm Maul aus dem Wald gerannt, um uns aus seinem Revier zu vertreiben oder in die Wade zu beißen. Trotz der angenehmen Kühle, die von den Bäumen ausgeht, beginnen wir zu schwitzen. Wir stoßen auf eine Straße, die in Serpentinen nach oben führt. Das ist vermutlich der Weg, den wir gesucht haben. Das Glück währt nicht lange und die Straße endet plötzlich. Ratlosigkeit. Was tut man, wenn man nicht weiter weiß? Pause machen. Wir setzen uns auf eine Bank und genießen die Aussicht auf Garda. Ein paar Wanderer ziehen an uns vorbei. Wir heften uns an ihre Fersen. Nach einem weiteren mühsamen Aufstieg erreichen wir endlich das Hochplateau von La Rocca. Für unsere Mühen werden wir belohnt. Wirüberqueren eine Wiese mit bunten Blumen in den verschiedensten Farb