: Anne Cottebrune
: Der planbare Mensch Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die menschliche Vererbungswissenschaft, 1920-1970
: Franz Steiner Verlag
: 9783515094627
: Studien zur Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft
: 1
: CHF 46.10
:
: Geschichte
: German
: 298
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Seit 1933 zählten menschliche Erblehre, Eugenik und Rassenforschung zu den von der nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik favorisierten Disziplinen. Welche Rolle spielte die Deutsche Forschungsgemeinschaft in diesem Prozess? Wie gestaltete sich die aktive Werbung von Fördermitteln durch die betreffenden Wissenschaftler? Wie reagierten sie aber auch längerfristig auf die erheblichen Schwankungen der Förderkonjunktur ihrer Disziplin?


Trotz umfangreicher Sekundärliteratur zu den Biowissenschaften im Nationalsozialismus hat eine eingehende, auch die Zeit der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik mit einbeziehende Betrachtung der Förderung der menschlichen Vererbungswissenschaft und der mit ihr verwobenen Disziplinen noch nicht stattgefunden.
Ausgehend von der Analyse von Förderakten der DFG zeigt die Autorin, wie Förderinstitutionen und geförderte Wissenschaftler auf Schwankungen der Politik reagierten - und bietet Einblicke in die damit zusammenhängende Entwicklung von Forschungstrends.

INHALTSVERZEICHNIS6
1. EINFÜHRUNG8
2. VERERBUNGSFRAGE UND MEDIZINISCHE FORSCHUNGSFÖRDERUNG IN DER WEIMARER REPUBLIK16
2.1. ZUM AUFBAU UND FÖRDERSTRUKTUREN DER NOTGEMEINSCHAFT IN DER WEIMARER REPUBLIK16
2.2. VERERBUNG IM UMFELD DER ERNÄHRUNGSPHYSIOLOGIE28
2.3. VERERBUNG IM UMFELD DER BAKTERIOLOGIE30
2.4. AGNES BLUHM UND DIE SCHÄDIGUNG DES KEIMPLASMAS34
2.5. VERERBUNG IM UMFELD DER PATHOLOGIE39
2.6. DIE GEMEINSCHAFTSARBEITEN FÜR RASSENFORSCHUNG63
2.7. FÖRDERUNG IM INSTITUTIONELLEN KONTEXT: DIE MIT MENSCHLICHER ERBFORSCHUNG BEFASSTEN KAISER-WILHELM-INSTITUTE92
3. DIE FÖRDERUNG DER ERB- UND RASSENFORSCHUNG IN DER NS-ZEIT99
3.1. MACHTWECHSEL99
3.2. FORSCHUNGSFÖRDERUNG ALS FORSCHUNGSPOLITIK106
3.3. DIE NS-ERBGESUNDHEITSPOLITIK UND DIE SELBSTMOBILISIERUNG DER ERB- UND RASSENFORSCHER111
3.4. ZUR POLITISIERUNG DER GEFÖRDERTEN ERB- UND RASSENFORSCHER123
3.5. DIE FÖRDERUNG VON ERNST RÜDIN UND DIE SELBSTBESTIMMUNG DER DFG IN DER FORSCHUNGSPOLITISCHEN LANDSCHAFT DES NS-REGIMES143
3.6. DER REICHSFORSCHUNGSRAT UND DIE UMSTELLUNG DER FORSCHUNGSFÖRDERUNG146
3.7. ZUR ENTGRENZUNG DER WISSENSCHAFT IM KRIEG194
3.8. ZUR IDEOLOGISIERUNG RASSENANTHROPOLOGISCHER FORSCHUNG201
3.9. ZUR MARGINALISIERUNG DER TRADITIONELLEN RASSENANTHROPOLOGIE210
4. DIE FÖRDERUNG DER HUMANGENETIK IN DER NACHKRIEGSZEIT: EINE BELASTETE DISZIPLIN AUF DEM WEG ZUM INTERNATIONALEN ANSCHLUSS215
4.1. KONTINUITÄT UND DISKONTINUITÄT HUMANGENETISCHER FORSCHUNG219
4.2. DAS SCHWERPUNKTPROGRAMM „MISSBILDUNGSENTSTEHUNG UND MISSBILDUNGSHÄUFIGKEIT“: VON KONSTRUIERTEN KONTINUITÄTEN IM INTERNATIONALEN KONTEXT224
4.3. ZUR AKTIVEN ANPASSUNG AN DEN INTERNATIONALEN FORSCHUNGSSTAND236
5. ZUSAMMENFASSENDE ÜBERLEGUNGEN249
6. DANKSAGUNG253
7. ABKÜRZUNGEN254
8. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS256
ANHANG274
INSTITUTIONEN- UND STICHWORTVERZEICHNIS294
PERSONENVERZEICHNIS296