Während des 'Dritten Reiches' war die Landwirtschaftsforschung die mit Abstand am stärksten DFG-finanzierte wissenschaftliche Fachsparte. Ihre akademische und gleichzeitig auch gesellschaftliche Bedeutung wuchs seit der Hungererfahrung des Ersten Weltkriegs kontinuierlich. Sie wirkte bis in die Gründungsphase der Bundesrepublik nach. Der Autor rekonstruiert in dieser Studie die verbindlichen Leitbilder und Verfahren einer für 'Volk und Nahrungsfreiheit' eintretenden Disziplin mit Blick auf fünf Jahrzehnte deutscher Geschichte. Die dabei erstmals vollzogene Zusammenschau von Erzeugungsforschung, Betriebsökonomie und ländlicher Soziologie spannt den Bogen von langlebigen Autarkieforschungen über die nationalsozialistischen 'Ordnungsentwürfe' bis zu neuen Herausforderungen durch die EWG-Agrarpolitik.
Inhaltsverzeichnis 2 I. Zur Einführung 6 1. Disposition und finanzielle Förderung der deutschen Landwirtschaftswissenschaften 6 2. Probleme und Erkenntnisinteressen einer Geschichte der Landwirtschaftswissenschaften im Spiegel der DFG 10 3. Bemerkungen zum Forschungsstand 19 II. 1880/1914–1920: Agrarische Forschung im Weltkrieg und die ideelle Ausrichtung der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft 25 1. Anfänge der Autarkieforschung und die Herrschaft im Osten 25 2. Deutsche Forschung: Die Notgemeinschaft, „Versailles“ und die nationale Konzeption von Wissenschaft 37 III. 1920–1935: Produktivität, Rentabilität und „neue Massstäbe“ 44 1. Agrarwissenschaften in der Weimarer Republik 44 2. „Volksgebundene 44 87 44 IV. 1935–1942/45: Der landbauliche Forschungsdienst in der Autarkie- und Kriegswirtschaft 112 1. Programmatik und Strukturen 112 2. Mangelwirtschaft als heuristischer Impetus: Stationen der Erzeugungsforschung 124 3. Agrarpolitik und Soziologie des Landvolks: Das wissenschaftliche Feld der RAG für Betriebslehre 182 4. Kursorische Bemerkungen zu den Agrarwissenschaften der unmittelbaren Nachkriegszeit 227 V. 1945–1965: Agrarwissenschaftlicher Traditionalismus und die Herausforderung der Liberalisierung 230 1. Personelle Kontinuität und die geschmälerte Bedeutung der DFG 230 2. Forschungspfade aus der Trümmergesellschaft: Die Autarkie des Landbaus und ihre Preisgabe 238 3. Agrarpolitische Probleme und die Transformation der „Landvolksoziologie 238 253 238 VI. Zusammenfassende Bemerkungen über Landwirtschaftswissenschaften, die DFG und die deutsche Zeitgeschichte (1920–1970) 304 Abkürzungsverzeichnis 318 Institutionenregister 320 Personenregister 322 Literatur und veröffentlichte Quellen 326 Weiterführende Literatur 352 Verzeichnis der archivierten Quellen 368