: Antje Szillat
: Rick 5 Noch so'n Spruch - Kieferbruch!
: Coppenrath Verlag
: 9783649614777
: 1
: CHF 7.10
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: Abenteuer, Spielgeschichten, Unterhaltung
: German
: 176
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Klassenfahrt, Leute! Endlich geht's los - und dann auch noch in ein echtes Gruselschloss! Das ist die Gelegenheit für Rick, um der alten Püttelmeyer mit ein paar Streichen den Schreck ihres Lebens zu verpassen. Wenn ihm nur nicht diese Hirnis aus der Parallelklasse ständig dazwischenfunken würden ... Und dann ist auch noch Blassbacke Finn auf einmal wie vom Erdboden verschluckt. Schauriges Spukgespenst, geht hier vielleicht doch etwas nicht mit rechten Dingen zu? Aber wer jetzt denkt, dass Rick sich wegen so was in die Hose macht, hat sich gewaltig geschnitten!

Antje Szillat brachte bereits mit acht Jahren ihre ersten Geschichten zu Papier, schlug dann aber zunächst andere berufliche Wege ein, bevor sie nach der Geburt ihres ersten Sohnes beschloss, ihren Kindheitstraum wahr werden zu lassen und Schriftstellerin zu werden. Heute schreibt die gebürtige Hannoveranerin sehr erfolgreich Bücher für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und schlüpft dabei gern in die unterschiedlichsten Rollen. Antje Szillat lebt und arbeitet mit ihrem Mann und ihren vier Kindern vor den Toren Hannovers. Zu ihrer lustigen 'kleinen' Großfamilie gehören Pferde, Hunde, Kaninchen, Goldfische und natürlich viele, viele Bücher.

Manchmal frage ich mich, ob Wutz statt einem Hirn’ne Tomate im Kopf hat.

Das Drama begann gestern am Spätnachmittag, als ich in der Küche saß undüber absolutüberflüssigen Hausaufgaben der Marke Fieseste-Püttelmeyer-Kreation brütete. Wutz streckte den Kopf zur Tür herein und grinste mich wie ein Breitmaulfrosch an.

»Hey, Kumpel, pulst du dir mal wieder mit dem Stift in der Nase herum? Hahaha!«

Wow, wie lustig…

»Denkst wohl, du stößt dabei aufÖl?! Hahaha!«

Ich lach mich gleich scheckig…

»Klar doch«, murmelte ich genervt und stellte meine Ohren auf ICE-Durchzug.

Die wichtigste Lektion, die ich in den letzten fast dreizehn Jahren meines Lebens gelernt hatte: Wenn Wutzlustig sein wollte, konnte man nur aus dem Fenster springen… Und selbst dann war es noch gut möglich, dass er einem»Grüß die Regenwürmer von mir!« hinterherrief.

Deshalb ignorierte ich ihn und seine abartig gute Laune und zerbrach mir lieber weiter den Schädelüber dieses beklopptePräteritum oderPrädikat oderPlasmamief oder wie auch immer das Ding hieß.

Ohne Erfolg. Wutz laberte einfach weiter. Irgend so ein unzusammenhängendes Zeug, von wegen, dass so eineBeziehung sicherlich eine nervenaufreibende Sache sei. Und dass er sich auf seine alten Tage mit solchen einschneidenden Veränderungen bestimmt etwas schwertun könnte und sich deshalb nicht so sicher sei. Zumal er so viele Marotten hätte, dass man glatt einen ganzen Aktenordner damit füllen könnte. Hahaha!

Ich blendete zwar den größten Teil seines Geschwafels aus, doch als er sich schließlich zu mir an den Tisch setzte und anfing, mit allen zehn Fingern gleichzeitig auf der Tischplatte herumzutrommeln, platzte mir ernsthaft der Kragen.

»Mann! Was soll denn das? Ich mache Hausaufgaben! Siehst du das nicht? Was willst duüberhaupt schon wieder hier unten? Deine Wohnung ist OBEN!«

Wutz tat so, als sei er von meinen Worten schwer getroffen. Wie ein mauliges Kleinkind verzog er die Schnute. Aber nur, um sie gleich darauf wieder in ein bananenbreites Grinsen auszudehnen.

»Rick, hey, Kumpel, was ist dir denn für’ne Lausüber die Leber gelaufen, hä?«

»Du!«, knurrte ich und versuchte, mich wieder auf dieses belämmertePräsiterativ zu konzentrieren.

Keine Chance!

»Hast du schon gesehen?«, quatschte Wutz einfach weiter.»Draußen scheint wie irre die Sonne! Absolut geniales Wetter, um am Maschsee zu chillen.«

»Dann mach das doch!«, schlug ich ihm genervt vor.

Aber Wutz wollte nichtchillen. Er wollte michkillen. Also zumindest meine Nerven.

»Nö, allein macht das keinen Spaß.«

»Dann… dann…« Ich schnappte schwer nach Luft, weil ich mich so was von aufregte.»… such dir jemanden, mit dem du CHILLEN kannst!«

Wutz zeigte sich komplett unbeeindruckt und rieb sich nachdenklichüber die Bartstoppeln.»Das ist ja mein Problem…«, sagte er gedehnt und schaute mich erwartungsvoll an. So nach dem Motto: Nun frag schon!

»Was genau?«, tat ich ihm den Gefallen, obwohl ich die Antwort gar nicht hören wollte.

Er rückte noch ein Stückchen näher an mich heran. Seine dunklen Augen glänzten vor Aufregung, und seine Stimme hörte sich echt außerirdisch an… so… so… schmalzig, als er hauchte:»Es ist wegen Karli.«

Heilige Flitzekacke, bitte nicht schon wieder!

»Ich würde sie gern fragen– also, ob sie mitkommt. Aber, wie schon gesagt, ich weiß nicht, ob ich… na ja,reif für eine Beziehung bin…«

Hallo? Und das fragte er ausgerechnet mich?!Er war doch der Erwachsene. Einundvierzig. Also steinalt und dazu noch der lässigste Undercoveragent der gesamten hannoverschen Polizei. Mein absolutes Idol. Jedenfalls, wenn er nicht gerade beschloss, lustig oder verknallt zu sein.

»Wutz«, sagte ich entschieden,»da kann ich dir nicht helfen. Ich bin nur ein ahnungslosesKind, das Hausaufgaben machen muss. Und zwar jetzt! Sonst zerreißt die Püttelmeyer mich morgen in siebentausend kleine Schnipsel und lässt sie mich anschließend selbst wieder aufsammeln. Capito?!«

Damit räumte ich meinen Kram zusammen und verzog mich in mein Zimmer.

Zum Glück klebte an meiner Tür von außen ein extrem großes und absolut unübersehbares Schild:

ACHTUNG!

BRANDGEFÄHRLICHES KRISENGEBIET!

BETRETEN NUR NACH AUSDRÜCKLICHER

AUFFORDERUNG!

Doch ich saß noch nicht richtig am Schreibtisch– die linke Pobacke in der Luft, die Hand auf der Stuhllehne–, da klopfte es an der Tür und eine Sekunde später kam Wutz einfach hereingeschneit.

»Sag mal«, regte ich mich auf,»raffst du es nicht? Ich hab jetzt keine Zeit! Ich muss HAUSAUFGABEN machen!&l