: Gerald Kohl
: Stockwerkseigentum. Geschichte, Theorie und Praxis der materiellen Gebäudeteilung unter besonderer Berücksichtigung von Rechtstatsachen aus Österreich.
: Duncker& Humblot GmbH
: 9783428522941
: Schriften zur Europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte
: 1
: CHF 90.20
:
: Geschichte
: German
: 575
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Bei Stockwerkseigentum, einem seit dem Mittelalter nachweisbaren und praktisch in ganz Europa bekannten Rechtsinstitut, sind Gebäude nicht nach rechnerischen Quoten, sondern real nach materiellen Anteilen geteilt. Im 19. Jahrhundert wurde diese Konstruktion unter pandektistischem Einfluss zurückgedrängt, seine Neubegründung verboten. Schon nach dem Ersten Weltkrieg zeigte sich das Bedürfnis nach Wiedereinführung eines Stockwerkseigentums, doch erst nach 1945 schuf man an seiner Stelle das auf Miteigentumsanteilen beruhende Wohnungseigentum, dessen Gestaltung vielfach von den (angeblichen) Erfahrungen mit dem Stockwerkseigentum geprägt ist. Die Untersuchung dieses Weges, gekennzeichnet vom Ringen zwischen dogmatischen Forderungen und praktischen Bedürfnissen, bildet den ersten Schwerpunkt der Arbeit von Gerald Kohl. Dabei wird die Entwicklung in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich unter Verwendung zahlreicher bisher unbekannter Archivbestände dargestellt. Das Bild, das sich die Wissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts vom Stockwerkseigentum gemacht hatte und das bis heute besteht, ist durch eine Vielzahl von Vorurteilen und Klischees geprägt. Diese Stereotypen werden im zweiten Teil der Arbeit erstmals den Ergebnissen einer umfassenden Rechtstatsachenuntersuchung gegenübergestellt. Dabei wurden auf der Grundlage des in Österreich bestehenden elektronischen Grundbuchs die Rechtsverhältnisse an mehr als 1400 noch heute materiell geteilten Objekten sowie mehr als 5000 Eigentumsübertragungen analysiert. Der Vergleich zwischen Theorie und Rechtswirklichkeit entlarvt falsche Vorstellungen und macht die tatsächlichen Probleme des Stockwerkseigentums sichtbar. Am Ende des Buches werden daher rechtspolitische Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Vorwort8
Inhaltsübersicht12
Inhaltsverzeichnis14
Abkürzungsverzeichnis25
1. Teil: Grundlagen28
§ 1 Allgemeines28
A. Vorbemerkung28
B. Begriffliches29
C. Forschungsstand38
D. Zielsetzung und Methode: Allgemeines zur Rechtstatsachenuntersuchung44
§ 2 Die Verbreitung des Stockwerkseigentums51
A. Allgemeines51
B. Österreich56
1. Hypothesen und historische Verbreitung56
2. Die heutige Verbreitung61
2. Teil: Geschichte des Stockwerkseigentums63
§ 1 Das Stockwerkseigentum bis zum ErstenWeltkrieg63
A. Überblick63
B. Österreich75
1. Das Stockwerkseigentum im ABGB75
2. Die regionalen Neubegründungsverbote83
a) Salzburg83
b) Hallein87
c) Ödenburg89
d) Böhmen91
e) Ödenburger Verwaltungsgebiet93
f) Galizien94
g) Motivation und Umdeutung der regionalen Verordnungen96
3. Die Durchführung der regionalen Teilungsverbote98
a) „Irrige Ansichten“ und „langsame Fortschritte“: Zur Effektivität der regionalen Verordnungen98
b) Ein Teilungsfall in Böhmen: Die Wende der Gesetzesinterpretation99
4. Der lange Weg zum allgemeinen Teilungsverbot 1879102
a) Die Grundbuchsanlegung in Salzburg102
b) Die Grundbuchsanlegung in Böhmen105
c) Die Grundbuchsanlegung in Istrien106
d) Vorbereitung einer Enquete110
e) Ergebnisse der Enquete113
f) Referat und Votum Harrasowskys115
g) Das Gutachten des OGH und Harrasowskys Kritik119
h) Vom ersten Gesetzentwurf zur Regierungsvorlage: Die Meinungsbildung im Justizministerium122
i) Der Vortrag des Justizministers128
j) Gesetzentwurf und Erläuternde Bemerkungen129
k) Reichsratsberatungen und Publikation131
l) Würdigung des StWEG 1879137
5. Die Ausdehnung des Geltungsbereichs des StWEG 1879138
6. Die Vollziehung des StWEG 1879150
a) Zur Durchsetzbarkeit des Teilungsverbotes150
b) Zweifel am Gesetzesvollzug156
c) Das Stockwerkseigentum und seine grundbücherliche Behandlung159
aa) Die Anlegung besonderer Eigentums- und Lastenblätter159
bb) Die Anfertigung von Skizzen161
C. Deutsches Reich163
1. Die Beratungen zum BGB163
2. Das Stockwerkseigentum in BGB und EGBGB165
3. Kritik167
4. Ausführungsgesetze im Wandel169
D. Schweiz172
1. Die Rechtslage bis zum ZGB im Überblick172
2. Stockwerkseigentum und ZGB174
§ 2 Das Stockwerkseigentum vom Ersten Weltkrieg bis zum Entstehen des Wohnungseigentums nach 1945176
A. Chronologischer Überblick176
1. Allgemeines176
2. Das Stockwerkseigentum in den Arbeiten der Akademie für Deutsches Recht182
3. Stockwerkseigentumsprojekte in Österreich vor 1938188
a) Der Vorschlag Heinrich Goldemunds188
b) Der Gesetzentwurf Heinrich Kiwes189
c) Das Projekt des „Blauen Adler“ und sein Umfeld190
4. Ausblick: Vom Stockwerkseigentum zum Wohnungseigentum197
a) Österreich197
b) Deutschland203
c) Schweiz208
B. Probleme und Argumente212
1. Bekämpfung der Wohnungsnot212
2. Stockwerkseigentum und Mietrechtsreform215
3. Das Stockwerkseigentum als „Quelle“ von Streitigkeiten219
4. Das Eigentum und sein sozialer Wert220
5. Änderungen der Bau- und Wirtschaftsweise225
3. Teil: Grundfragen des Stockwerkseigentums227
§ 1 Zur Rechtsnatur des Stockwerkseigentums227