: Frank Schönemann
: Die Organisationsstruktur der Börse. Von der öffentlich-rechtlichen zu einer privatrechtlichen Börsenverfassung.
: Duncker& Humblot GmbH
: 9783428532841
: Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht
: 1
: CHF 72.20
:
: Handels-, Wirtschaftsrecht
: German
: 295
: Wasserzeichen
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: PDF
Frank Schönemann untersucht die heutige Organisation der deutschen Börsen und stellt den Entwurf einer rein privatrechtlich verfassten Börse vor. Derzeit ist die rechtliche Ausgestaltung von der Unterscheidung zwischen den als Kapitalgesellschaft verfassten Börsenträgern auf der einen und den Börsen als Anstalten öffentlichen Rechts auf der anderen Seite geprägt. Anhand der geschichtlichen Entwicklung der Börsen zeigt der Verfasser auf, wie es zu dieser Ausgestaltung kam. Er nimmt eine Bestandsaufnahme der jetzigen Börsenstruktur vor und befasst sich zudem mit den nichtbörslichen, alternativen Handelssystemen. Anschließend werden die Rahmenbedingungen betrachtet, die bei einer Reform zu berücksichtigen sind. Dies sind insbesondere verfassungsrechtliche und ökonomische Grundlagen, staatliche Regelungsziele sowie europäische und internationale Vorgaben und Standards. Hierauf aufbauend entwickelt Frank Schönemann einen umfassenden Entwurf einer rein privatrechtlich verfassten Börse. Als geeignete Rechtsformen werden die Aktiengesellschaft und die GmbH herausgearbeitet. Die Festsetzung des börslichen Regelwerks soll in der Form Allgemeiner Geschäftsbedingungen erfolgen. Die Rechtsbeziehungen der Börse zu den zugelassenen Handelsteilnehmern und zu den Emittenten sollen durch Vertrag geregelt werden. Ergänzend wird eine Beleihung der Börse mit einzelnen hoheitlichen Befugnissen befürwortet. Der Verfasser spricht sich für eine Beibehaltung der börseneigenen Aufsicht aus. Er schlägt vor, die staatliche Aufsicht bei der BaFin zu bündeln und mittel- und langfristig Aufsichtsaufgaben zunehmend auf europäischer Ebene wahrnehmen zu lassen.
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis8
Abkürzungsverzeichnis17
1. Kapitel: Einleitung22
A. Problemstellung22
B. Gang der Untersuchung27
2. Kapitel: Entwicklung und gegenwärtige Rechtslage – eine Bestandsaufnahme29
A. Geschichte des Börsenwesens29
I. Grundzüge der Entstehung und Entwicklung29
1. Anfänge des Börsenwesens29
2. Deutschland und insbesondere Preußen im 19. Jahrhundert30
3. Das Börsengesetz von 189633
4. Neuere Entwicklungen35
a) Europäische Einflüsse35
b) Anpassungen des deutschen Börsen- und Kapitalmarktrechts37
c) Gegenwärtige deutsche Börsenlandschaft39
II. Herausbildung eines Börsenbegriffes41
1. Historischer Gesetzgeber und „Feenpalasturteil“41
2. Jüngere wissenschaftliche Diskussion42
3. Implikationen des Vierten Finanzmarktförderungsgesetzes44
4. Legaldefinition des Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetzes45
III. Entwicklung der Ansichten zur Rechtsnatur der Börse47
1. Öffentlich-rechtliche Organisation der Börse47
2. Verständnis der Börse als öffentliche Anstalt48
B. Ausgestaltung der deutschen Wertpapierbörsen49
I. Überblick über die Rechtsquellen49
II. Struktur und Aufgaben des Börsenträgers53
1. Rechtsform54
2. Kontrolle der Anteilseigner54
3. Erlaubnis zur Errichtung einer Börse55
4. Öffentliche Beleihung und Aufgaben57
III. Struktur und Aufgaben der Börse59
1. Rechtsform59
2. Börsenorgane und ihre Aufgaben60
a) Börsengeschäftsführung61
b) Börsenrat61
c) Handelsüberwachungsstelle62
d) Sanktionsausschuss63
3. Organisationshoheit63
4. Marktsegmente64
IV. Zulassung und Einbeziehung von Wertpapieren66
1. Voraussetzungen66
2. Rechtsnatur und Rechtsfolgen67
a) Durch die Zulassung begründetes Rechtsverhältnis67
b) Durch die Einbeziehung begründetes Rechtsverhältnis68
V. Rechtliche Stellung und Funktionen der Handelsteilnehmer69
1. Voraussetzungen der Zulassung69
2. Rechtsnatur und Rechtsfolgen der Zulassung71
3. Mitwirkung beim Zustandekommen der Geschäftsabschlüsse73
a) Hergebrachtes und modernes Verständnis73
b) Grundlagen der Preisfeststellung73
c) Präsenzhandel75
d) Elektronischer Handel75
VI. Abwicklung der Wertpapiergeschäfte76
VII. Frage der staatlichen Haftung78
VIII. Staatliche und börseneigene Aufsicht79
C. Außerbörslicher Handel82
I. Erscheinungsformen82
II. Rechtlicher Rahmen85
1. Viertes Finanzmarktförderungsgesetz85
2. Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetz87
a) Multilaterale Handelssysteme88
b) Systematische Internalisierer89
c) Freiverkehr91
d) Wahl des Rechtsrahmens94
D. Reformdiskussion95
I. Überblick über den Streitstand95
1. Besonderes öffentliches Interesse96
2. Liquidität des Börsenhandels96
3. Vertretung der betroffenen Gruppen im Börsenrat98
4. Einseitige Setzung des Regelwerkes99
5. Eingriffsbefugnisse der Börse100
6. Wirkung auf ausländische Betrachter100
7. Staatliche Haftung102
II. Mögliche Gestaltungsvarianten102
1. Öffentlich-rechtliche Börsenverfassung103
2. Privatrechtliche Börsenverfassung103
3. Nebeneinander der beiden Formen104
3. Kapitel: Rahmenbedingungen einer Reform105
A. Verfassungsrechtliche Grundlagen105
I. Gemeinwohlinteresse und staatliche Wahrnehmung105
II. Grundrechtsverstoß durch öffentlich-rechtliche Börsenverfassung107
1. Betroffene Grundrechte107
2. Vereinbarkeit mit der Berufsfreiheit108
a) Eingriff in den Schutzbereich108