: Roman Alexander Kasten
: Die Neuregelung der Explorations- und Informationspflichten von Wertpapierdienstleistern im Wertpapierhandelsgesetz. Zugleich ökonomische Analyse von Anlegerverhalten und Informationsvermittlung.
: Duncker& Humblot GmbH
: 9783428531394
: Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht
: 1
: CHF 90.30
:
: Handels-, Wirtschaftsrecht
: German
: 482
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Roman Alexander Kasten widmet sich den durch die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) reformierten Pflichten von Dienstleistern bei der Vermögensanlage der Kunden. Dabei untersucht er mittels einer ökonomischen Analyse des Anlegerverhaltens sowohl die menschliche Psychologie als auch Probleme von Informationsasymmetrien. Der Autor weist nach, dass es den homo oeconomicus nicht gibt und leitet hieraus ein Informationsmodell ab. Kasten beleuchtet anschließend, welche Änderungen die MiFID bewirkt hat. Nach der Bestimmung des Kundenprofils (geeignete Gegenpartei, professionelle Kunden, Privatkunden, § 31a WpHG) folgt ein Informationsmodell, welches je nach Geschäft (Anlageberatung, Vermögensverwaltung, beratungslose Wertpapierkäufe, Execution-only-Business) unterscheidet. Ein vom Autor entwickeltes Filter-Modell macht deutlich, dass die holzschnittartige Informationsverpflichtung durch die Einstufung in Kundenmodelle (Filter 1) und die Differenzierung nach der Geschäftsart (Filter 2) passgenaue Ergebnisse liefert. Aufgrund der Legion an Rechtsprechung untersucht Kasten die Streitfälle zum alten Recht. Die Untersuchung zeigt die nunmehr überkommenen Probleme auf. Die Arbeit schließt mit einer Untersuchung zur Haftung von Wertpapierdienstleistern.
Vorwort6
Inhaltsübersicht8
Inhaltsverzeichnis10
Abkürzungsverzeichnis18
Einleitung24
1. Teil: Informationspflichten als Teil des Kapitalmarktrechts28
A. Grundlagen28
I. Informationspflichten als Teilbereich der Wohlverhaltenspflichten28
II. Die Information als Grundlage von Wohlverhaltenspflichten31
1. Bedeutung der Information31
2. Bedeutung der Informationsleistung32
III. Von der Informationsleistung zur Informationspflicht34
B. Informationspflichten als Bestandteil von kapitalmarktrechtlichen Schutzmechanismen34
I. Funktionenschutz35
1. Allokationseffizienz36
2. Operationelle Effizienz36
3. Institutionelle Effizienz37
II. Anlegerschutz38
1. Terminologische Einordnung des Begriffes38
a) Anlegerschutz als Bestandteil des Funktionenschutzes (Assmann)41
b) Anlegerschutz als Rechtsprinzip (Hopt)42
c) Anlegerschutz als unselbständiger Teil des Verbraucherschutzes (Simitis / Dauner-Lieb / Micklitz)43
d) Anlegerschutz als wirtschaftsrechtliche Aufgabe (Schwark)45
2. Stellungnahme46
a) Nebeneinander von Anlegerschutz und Funktionenschutz47
b) Anlegerschutz nicht als unselbständiger Teil des Verbraucherrechts50
c) Anlegerschutz als sozialstaatlicher Auftrag des Grundgesetzgebers?55
d) Zusammenfassung56
3. Anlegerbild – Geschützter Personenkreis57
a) Systematische Einteilung57
b) Gesetzgeberisches Leitbild59
c) Notwendiges Korrelat zwischen Anlegerleitbild und Informationsverpflichtung63
aa) Beispiel 1: Das zu lange Reiten von toten Pferden (Disposition effect bzw. conservatism / belief perseverance)65
bb) Beispiel 2: Das Kaufen / Verkaufen, weil es die anderen auch machen (Herding, parallel trading oder parallel action)67
cc) Beispiel 3: „Da kenn ich mich mit aus!“ / „Da hab’ ich ein Gespür für!“(overconfidence)69
dd) Schlussfolgerung71
III. Synopse73
C. Ökonomische Grundlagen der Informationspflichten74
I. Verhaltenssteuerung am Kapitalmarkt mittels normativer Regulierungstheorien74
1. Neoklassische Ansätze76
a) Grundmodell76
b) Kritik79
c) Schlussfolgerung81
2. Neoinstitutionelle Kapitalmarkttheorie83
a) Grundlagen der Informationsmängel85
aa) Begriff85
bb) Gruppen von Informationsmängeln86
(1) Ansicht von Spremann86
(2) Ansicht von Fritsch / Wein / Evers88
(3) Stellungnahme89
b) Informationsasymmetrien89
aa) Qualitätsunkenntnis und Adverse Selection – Informationsmangel über die Qualität vor Vertragsschluss und deren Folge89
(1) Grundsatz89
(2) Übertragbarkeit auf den Effektenmarkt91
bb) Moral Hazard – Informationsmangel nach Vertragsschluss über die Handlungen des Vertragspar93
(1) Grundsatz93
(2) Übertragbarkeit auf den Effektenmarkt94
cc) Hold up – Informationsmangel vor Vertragsschluss bei offen gezeigten Handlungen des Vertragspartners nach Vertragsschluss95
(1) Grundsatz95
(2) Übertragbarkeit auf das Effektengeschäft96
dd) Principal-Agent-Theory97
ee) Zusammenfassung100
c) Andere Arten von Informationsmängeln100
aa) Preisunkenntnis100
(1) Grundsatz100
(2) Übertragbarkeit auf das Effektengeschäft101
bb) Nutzenunkenntnis102
(1) Grundsatz102
(2) Übertragbarkeit auf das Effektengeschäft103
cc) Unsicherheit103
(1) Unternehmerische Unsicherheit104
(a) Grundsatz und Problematik der Unsicherheit im Rahmen der Untersuchung104
(b) Anwendbarkeit auf das Effektengeschäft105
(2) Nicht-unternehmerische Unsicherheit105
(a) Grundsatz105
(b) Anwendbarkeit auf das Effektengeschäft106
dd) Zusammenfassung106
d) Folgen von asymmetrischen bzw. unvollkommen verteilten Informationen unter den Marktteilnehmern107
e) Lösungsansätze107
aa) Selbstheilung der Informationsasymmetrie durch den Markt108
(1) Möglichkeiten der Informationsoffenlegung108
(a) Screening109
(b) Signaling110
(2) Andere Möglichkeiten116
bb) Wirtschaftspolitische Eingriffe des Staates als Regulativ117
cc) Zusammenfassung120
II. Verhaltenssteuerung am Kapitalmarkt mittels positiver Regulierungstheorien121
1. Grundsatz: Der Markt für Regulierung121
2. Kritik123
3. Übertragbarkeit auf den Effektenmarkt124
4. Konsequenz125
III. Regulierungsmöglichkeiten von Informationspflichten126
1. Vor- und Nachteile von privater Regulierung126
2. Vor- und Nachteile von staatlicher Regulierung128
a) Allgemeine Informationspflichten – Vor- und Nachteile129
b) Detaillierte Informationspflichten – Vor- und Nachteile132
aa) Der Preis als Spiegel der Interessen132
bb) Insbesondere: Information Overload134
(1) Ausgangsparameter über die Information136
(2) Kongnitive Erkenntnisse und Bounded Rationality137
(3) Sonderfall: Professionelle Anleger?141
c) Zwischenergebnis144
3. Ergebnis145
D. Thesen zum 1. Teil146
2. Teil: Historische Entwicklung: Die Einbettung der MiFID in den europäischen Kontext148
A. Tendenzen für ein europäisches Kapitalmarktrecht148
I. Makroebene der politischen Rechtssetzung: Der europäische Rat149
1. Die Zielsetzung vom Rat von Cardiff149
2. Kritik an der Recht