: Gerold Niggemann
: Die Reform des Gläubigerschutzsystems der GmbH im Spiegel der Niederlassungsfreiheit. Ein Beitrag zum MoMiG, der neuen Unterkapitalisierungsproblematik und der diesbezüglichen Behandlung von EU-Scheinauslandsgesellschaften.
: Duncker& Humblot GmbH
: 9783428531127
: Abhandlungen zum Deutschen und Europäischen Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht
: 1
: CHF 90.30
:
: Handels-, Wirtschaftsrecht
: German
: 410
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Mit dem MoMiG hat der Gesetzgeber den Rufen nach Deregulierung des Gläubigerschutzsystems der GmbH nachgegeben. Gerold Niggemann zeigt, dass die Ursachen der Liberalisierung in der Niederlassungsfreiheit, der europäischen Kritik am Kapitalschutzmodell und den neuen Akzenten liegen, die das Bilanzrecht im Konflikt zwischen Ausschüttungen und Gläubigerschutz setzt. Die ausführliche Analyse des MoMiG ergibt, dass Gesellschafter nunmehr eine deutlich größere Finanzierungsfreiheit genießen. Der Autor untersucht daher, wie Gesellschaftsgläubiger nach dem Abbau präventiv wirkender Kapitalschutzregeln geschützt werden können. Dazu entwickelt er eine Binnenhaftung wegen quotaler Unterkapitalisierung als insolvenzpräventives Gegenstück zur Existenzvernichtungshaftung. Abschließend untersucht er die Konformität des MoMiG und der vorgeschlagenen Haftungsfigur mit der Niederlassungsfreiheit, da kapitalgesellschaftsrechtlich r Gläubigerschutz nicht mehr losgelöst von derselben betrachtet werden kann.

Dr. Gerold Niggemann, geboren 1980, studierte Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau, Paris und an der Columbia Law School. Im Anschluss an wissenschaftliche Mitarbeit am Freiburger Institut für Wirtschaftsrecht absolvierte er das Referendariat am Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Darauf folgte anwaltliche Tätigkeit in Frankfurt am Main. Die Promotion an der Universität Freiburg erfolgte 2008. Gerold Niggemann ist Mitautor eines Kommentars zum Aktiengesetz.
Vorwort8
Inhaltsübersicht10
Inhaltsverzeichnis14
Abkürzungsverzeichnis31
Einleitung38
A. Problemstellung der vorliegenden Untersuchung38
3838
B. Ziele und Gang der Untersuchung40
C. Themenbegrenzung41
D. Terminologische Vorbemerkungen41
Kapitel 1: Begrifflichkeiten und Wesensmerkmale des tradierten Gläubigerschutzsystems der GmbH41
4341
A. Begrifflichkeiten des kapitalgesellschaftsrechtlichen Gläubigerschutzes41
4341
I. Eigenkapital, Fremdkapital, Hybrid-Kapital43
II. Das Garantie- bzw. Haftkapital und seine Mindesthöhe44
III. Kapitalschutzsystem und Festkapital45
B. Gläubigerschutz als notwendiges Korrelat der kapitalgesellschaftsrechtlichen Haftungsbeschränkung45
4645
I. Haftungsbeschränkung und Risikoverlagerung46
II. Interessenkonflikt zwischen Gesellschaftern und Gesellschaftsgläubigern46
4646
III. Notwendigkeit gläubigerschützender Regelungen47
C. Überblick über das Gläubigerschutzsystem der GmbH vor Inkrafttreten des MoMiG47
4847
I. Kapitalschutz49
II. Ergänzende Gläubigerschutzmechanismen50
III. Kapitalschutz als tragender Pfeiler der GmbH und Konsequenz der Nichterstreckung der Kapitalrichtlinie auf die GmbH und vergleichbare Rechtsformen50
5250
Kapitel 2: Ursachen und Rahmendaten der Gläubigerschutzreform durch das MoMiG: Ein dreifacher Paradigmenwechsel50
5350
A. Paradigmenwechsel im Internationalen Gesellschaftsrecht durch die Niederlassungsfreiheit50
5350
I. Aufgabe und Fragestellung des Internationalen Gesellschaftsrechts53
1. Die kollisionsrechtliche Ausgangslage53
2. Der Streit um den maßgeblichen Anknüpfungspunkt54
a) Die Gründungstheorie55
b) Die Sitztheorie56
(1) Die Sitztheorie klassischer Prägung56
(2) Die Umqualifizierungslösung des BGH-Urteils in Sachen Jersey-Gesellschaft56
5956
c) Spielarten beider Theorien60
d) Zusammenfassung: Keine Mobilität für Gesellschaften61
3. Problemlösung durch Rechtsangleichung und Rechtsvereinheitlichung62
a) Rechtsvereinheitlichung auf der kollisionsrechtlichen Ebene62
b) Rechtsangleichung und -vereinheitlichung auf der sachrechtlichen Ebene63
(1) Gesellschaftsrechtsangleichung durch Richtlinien63
(2) Vereinheitlichte Gesellschaftsformen63
II. Der EuGH als Motor der Integration65
1. Das Konzept der Niederlassungsfreiheit65
2. Die Entscheidungstrias des EuGH68
a) Centros68
b) Überseering70
c) Inspire Art71
III. Schlussfolgerungen für das Internationale Gesellschaftsrecht und offene Fragen71
7271
1. Die genuin grundfreiheitsorientierte Haltung des EuGH72
2. Der Einfluss des Europarechts auf die gesellschaftskollisionsrechtliche Anknüpfung72
7372
3. Bestandsaufnahme des deutschen Internationalen Gesellschaftsrechts unter besonderer Berücksichtigung der neueren BGH-Rechtsprechung72
7472
a) Unterscheidung zwischen Zuzugs- und Wegzugsfällen75
b) Zuzugsfälle unter Beteiligung von Gesellschaften aus EU-Mitgliedstaaten75
7575
(1) Rechtsfähigkeit nach Gründungsrecht ersetzt Umwandlungslösung75
(2) Umfang der Gründungsanknüpfung76
c) Zuzugsfälle unter Beteiligung von Gesellschaften aus Drittstaaten79
(1) Gründungs- oder Sitztheorie?79
(2) Besonderheiten im Hinblick auf Rechts- und Parteifähigkeit80
(3) Prognose bezüglich der sukzessiven Ausdehnung der Gründungsanknüpfung80
8280
(4) Ergebnis82
d) Wegzugsfälle unter Beteiligung von EU-Mitgliedstaaten83
(1) Auswirkungen der Sitztheorie beim Wegzug von Kapitalgesellschaften83
8383
(2) Plädoyer für eine differenzierende Fruchtbarmachung der Niederlassungsfreiheit in Wegzugsfällen83
8483
(3) Klärung der Rechtslage durch die Cartesio-Entscheidung87
(4) Kein allgemeiner Übergang zur Gründungstheorie durch Abschaffung der §§ 4a Abs. 2 GmbHG a.F., 5 Abs. 2 AktG a.F.87
9087
e) Wegzugsfälle unter Beteiligung von Drittstaaten91
4. Die Perspektive des Referentenentwurfs zum Internationalen Privatrecht der Gesellschaften, Vereine