: Katrin Alsen
: Der Europäische Integrationsauftrag der EU. Überlegungen zur Erweiterungs-, Assoziierungs- und Nachbarschaftspolitik der EU aus der Warte einer europäischen Prinzipienlehre.
: Duncker& Humblot GmbH
: 9783428529254
: Hamburger Studien zum Europäischen und Internationalen Recht
: 1
: CHF 72.20
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: Internationales Recht, Ausländisches Recht
: German
: 295
: Wasserzeichen
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: PDF
Karin Alsen begründet und konkretisiert einen rechtlich determinierten Integrationsauftrag der EU gegenüber europäischen Staaten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Konstitutionalisierungsdebatt werden die »Erweiterung« und die »Vertiefung« der EU als Rechtsprinzipien und damit als Optimierungsgebote qualifiziert. Spannungen zwischen beiden Integrationszielen erscheinen als Prinzipienkollision und folglich als lösbares und zu lösendes Abwägungsproblem, in dessen Zentrum die Integrationsfähigkeit der EU steht. Ziel der Abwägung ist die Herstellung praktischer Konkordanz. Ausgehend von der These einer rechtlichen Bindung der EU und ihrer Mitgliedstaaten bei Entscheidungen über die Erweiterung und die Assoziierung europäischer Staaten stellt sich die Autorin aktuellen Rechtsfragen, insbesondere mit Blick auf den umstrittenen Beitritt der Türkei und die Europäische Nachbarschaftspolitik.
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Vorwort6
Vorbemerkung8
Inhaltsverzeichnis10
Abkürzungsverzeichnis17
Einführung20
A. Gegenstand der Arbeit23
I. Begriffsklärung24
II. Die Rechtsfragen im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um die Grenzen der EU25
III. Die Forderung einer europäischen (Verfassungs-)Prinzipienlehre28
IV. Stand der wissenschaftlichen Forschung29
B. These: Der europäische Integrationsauftrag der EU als tauglicher Anknüpfungspunkt einer europäischen Prinzipienlehre30
C. Methodisches Vorgehen33
I. Die EU als Gebilde zwischen internationalem und konstitutionellem Regime33
II. Berücksichtigung verschiedener Rechtsdisziplinen35
III. Interdisziplinäres Vorgehen36
IV. Theorie und Praxis38
D. Gliederung der Arbeit39
1. Kapitel: Rechtliche und politische Grundlagen des europäischen Integrationsauftrags der EU43
A. Primärrechtliche Vorgaben zum Integrationsauftrag der EU43
I. Präambel- und Zielbestimmungen44
II. Art. 49 EU47
III. Art. 310 EG50
IV. Regelungen im Vertrag über eine Verfassung für Europa und im Reformvertrag52
1. Regelungen im (nicht ratifizierten) Vertrag über eine Verfassung für Europa52
2. Geplante Neuerungen im Reformvertrag54
V. Grenzen der klassischen Auslegungsmethoden55
B. Anhaltspunkte für die Annahme eines Primats der Politik bei der Konkretisierung des europäischen Integrationsauftrags57
I. Politische Präferenzen und Positionen zum tatsächlichen Verhältnis von Erweiterung und Vertiefung57
II. Zuspitzung in der Debatte um die Grenzen der EU61
1. Der Fall Türkei als Beispiel für das Scheitern des Konzepts „Erweiterung und Vertiefung“63
2. Der Einsatz der ENP zur flexiblen Lösung aktueller Spannungen zwischen Erweiterung und Vertiefung65
3. Überblick über flexible Gesamteuropakonzepte in Politik und Politikwissenschaft70
a) Die Forderung flexibler Außengrenzen73
b) Gesamteuropakonzepte mit der EU als Zentrum75
C. Zwischenergebnis78
2. Kapitel: Sozialwissenschaftliche und völkerrechtliche Ansätze zur Erklärung und Bewertung der europäischen Integration80
A. Die Übertragung der Aussagen der traditionellen Integrationstheorien auf die Erweiterung der EU82
B. Die Klubtheorie – Die Bedeutungvon Kosten-Nutzen-Analysen85
C. Die Gemeinschaftstheorie – Die Bedeutung von Werten,Normen und Identität88
D. Der Mehrebenenansatz – Die Bedeutungvon Institutionen90
I. Aussagen über die Gestalt und die Zukunft der EU91
II. Aussagen über die Problemlösungsfähigkeit der EU92
III. Erkenntnisse für die Verfassungsdiskussion93
IV. Erkenntnisse für die Erweiterung94
E. Das völkerrechtliche Universalitätsprinzip und die Lehre von den notwendigen Internationalen Organisationen95
3. Kapitel: Eine europäische Prinzipienlehre als rechtlicher Lösungsansatz zur Begründung und Konkretisierung des europäischen Integrationsauftrags der EU99
A. Einbettung der Prinzipienlehre in die europäische Verfassungsdiskussion100
I. Das problematische Verhältnis von Recht und Politik100
II. Die Konstitutionalisierung des Europarechts104
III. Die Forderung einer Konstitutionalisierung durch (Verfassungs-)Prinzipien107
B. Konkretisierung der europäischen Prinzipienlehre109
I. Der Prinzipienbegriff110
1. Der Prinzipienbegriff im deutschen Verfassungsrecht110
a) Leit- und Strukturprinzipien111
b) Prinzipien als rechtsverbindliche Optimierungsgebote112
2. Kein völkerrechtlicher Prinzipienbegriff117
3. Europäischer Prinzipienbegriff118
a) Bisherige Vorschläge119
b) Stellungnahme120
4. Fazit: Keine wesentliche Relevanz der Unbestimmtheit von Normen121
II. Herleitung europäischer Prinzipien123
1. Herleitung aus dem Primärrecht und der Praxis der EU124
2. Herleitung aus dem Recht der Mitgliedstaaten126
III. Wirkungen europäischer Prinzipien127
1. Rechtsverbindlichkeit der Prinzipien127
2. Änderungsfestigkeit von Prinzipien?129
a) Wandelbarkeit von Prinzipien130
b) Materielle Grenze für die Vertragsänderung131
3. Eigenständige Bedeutung der Prinzipien?131
4. Ergänzende Bedeutung der Prinzipien im Verhältnis zu Spezialnormen134
IV. Auflösung von Prinzipienkollisionen durch Abwägung135
1. Voraussetzungen der Abwägung136
2. Anforderungen an die Abwägung137
a) Herstellung einer bedingten Vorrangrelation137
b) Strukturierung mit Hilfe des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes139
3. Die Pflicht zur Abwägung als reine Verfahrenspflicht141
a) Der Streit um die Leistungsfähigkeit von Abwägungen141
b) Die Abwägung als berechtigte Rationalisierung des Entscheidungsprozesses142
4. Die Pflicht zur Abwägung als Rechtspflicht143
V. Justiziabilität von Prinzipienkollisionen144
1. Justiziabilität von Vertragszielbestimmungen146
2. Denkbare prozessuale Grundkonstellationen146
3. Eingeschränkte Kontrolldichte147
C. Kritik an einer europäischen Prinzipienlehre149
I. Grundsätzliche Kritik an der Prinzipienlehre149
1. Kritik bezüglich der Handhabbarkeit149
2. Kritik am Abwägungskonzept („Zuviel“ an Politik)150
3. Kritik an der Konstitutionalisierungsfunktion („Zuviel“ an Recht)151
II. Kritik an einer europäischen Prinzipienlehre152
1. Kritik an der Verfassungsleseart des europäischen Primärrechts152
2. Zweifel am ordnenden Nutzen einer europäischen Prinzipienlehre154
3. Denkbare Einwände gegen die Anwendung der Prinzipienlehre in intergouvernementalen Bereichen des EU-Rechts155
III. Fazit156
D. Das Spannungsverhältnis zwischen Erweiterung und Vertiefung als Prinzipienkonflikt157
I. Der Rechtsprinzipiencharakter des Erweiterungs- unddes Vertiefungsziels157
1. Rechtsverbindlichkeit157
2. Strukturtheoretischer Prinzipiencharakter158
II. Abstrakte Gleichrangigkeit der beiden Integrationsziele159
4. Kapitel: Die Konkretisierung des europäischen Integrationsauftrags anhand von Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Erweiterungs-, Assoziierungs- und Nachbarschaftspolitik der EU161
A. Die materiellen Voraussetzungenim Rahmen von Art. 49 EU163
I. Europäischer Staat164
1. Rechtsnatur164