: Walter Leisner
: Gott und Volk. Religion und Kirche in der Demokratie. Vox Populi - Vox Dei?
: Duncker& Humblot GmbH
: 9783428528011
: 1
: CHF 45.10
:
: Allgemeines, Lexika
: German
: 166
: Wasserzeichen
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: PDF
Die Demokratie wird heute weiterhin als alternativlose Staatsform gesehen. Zwar ist an ihr Vieles unklar, rechtlich wie politisch, doch eines bleibt unverrückbar ihre Grundlage: Die notwendige Rückführbarkeit aller Macht auf (irgendwelche) Ausdrucksformen des Volkswillens, Wahlen und Abstimmungen. Das letzte Wort auf Erden steht dem Volke zu. Und wie steht dies zum Wort des allmächtigen Schöpfergottes aller monotheistischen Religionen, in allen christlichen Kirchen? Ist vielleicht gar Volkes Wort Gottes Wort, die Kirche ein demokratisches Instrument - Vox Populi vox Dei? Muss daher heute 'die Kirche demokratisiert werden', so wie früher der Staat verkirchlicht werden sollte? Oder müssen da eben doch zwei Rechte sein: Gott und seine Kirche - das Volk und seine Demokratie? Diese letztere These soll hier begründet und es soll gezeigt werden, wie der eine Mensch Bürger dieser beiden Reiche ist und bleiben kann. Sie müssen sich nicht nur kennen, sondern anerkennen, nicht abgrenzen, sondern zusammenwirken, in vertieftem, gegenseitigem Verständnis, das ihre Unterschiede anerkannt und betont, daraus Nähe werden lässt. Dies verlangt Bewegungen, Regungen - und dazu nun Anregungen, aus der Sicht von Geschichte, Recht und Religion. Aus dem Vorwort
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis8
A. Kirche und Staat: Einheit, Trennung – neue Begegnung in Demokratie12
I. Gott und seine Kirche – das Volk und seine Demokratie12
1. Gott und Volk: eine alte und ganz neue Frage. Vom Staats-Kirchen-Recht zu „Demokratie und Kirche“12
2. Vox Populi – Vox Dei: „Volk als Gott“ – „Volk gegen Gott“?14
a) Das auserwählte Volk14
b) Propheten und Priester15
c) Das Volk – auf sich selbst gestellt15
d) Das demokratische Volk und sein souveränes Wort16
e) Die Grundthese: Zwei Reiche – eine Versöhnung18
II. Irrwege: Staatskirche – Trennung von Kirche und Staat19
1. Die Kirche in der Versuchung des Staatskirchentums19
a) „Staatskirche“ und „Freikirchen“ – Gemeinsamkeiten im Kirchenbegriff19
b) Die „unsterbliche“ Staatskirche – vom Scheiterhaufen zum Sozialzwang22
c) Das Christentum, seine „Staatskirche“ und deren Zukunft26
2. Demokratie: notwendige Trennung von Kirche und Staat?28
a) Demokratische Staat-Kirchen-Trennung: Antithese zur feudalen Staatskirche28
b) Ein Kompromiss: das Konkordatssystem31
c) Grenzen konkordatärer Zusammenarbeit32
3. Trennung von Kirche und Staat: ein demokratisches Dogma34
a) Das Volk im Aufstand des Geistes34
b) Trennung von Kirche und Staat: Negation des Menschen als natürliche Einheit38
4. Demokratisches Staats-Kirchen-Recht auf einem Dritten Weg?41
III. Demokratische Gefahren für die Kirchlichkeit42
1. Demokratie: Dynamik der Machtbesetzung42
a) Demokratie: eine ganz neue Souveränität „in Etappen“ – endlich ernst zu nehmen42
b) Die neue demokratische Souveränität und die Kirchlichkeit43
2. Demokratische Kirchenbesetzung „nach Staatsbesetzung“: Gefahren und Chancen44
a) Besetzung der Macht: Versuchung aktiv-totalitärer Gewalt44
b) Demokratie als allseitige Präsenz des Volkes45
c) Die Gefahren des Radikal-Demokratismus48
B. Grundstrukturen der „Zwei Reiche“: Distanzen und Versöhnungen53
I. Die beiden Reiche: Distanz und Nähe53
1. Zwei Welten in Grundsatz-Distanz53
2. Kirche: „eine andere Welt“, auch gegenüber der Demokratie55
a) Zwei Reiche mit gleichen Staatselementen55
b) Und doch: fundamental verschiedene Zielvorstellungen56
3. Diesseits als Weg, als Vorstufe zum Jenseits57
a) Das Jenseits – Realität auch der Demokratie57
b) Demokratisches Verständnis für Widerstand bis zum Märtyrertum58
c) Spannungen zwischen kirchlichen und demokratischen Erwartungshaltungen59
4. Jenseits als Belohnung für Diesseits61
a) Die religiöse Kompensation diesseitiger Leiden – „Opium für das Volk“ und amerikanischer Optimismus61
b) Demokratie und religiöse Gehorsamspflicht im Diesseits65
5. Demokratie als „irdisches Vor-Bild“ – Erkenntniswege vom Diesseits zum Jenseits?68
a) Religion wie Politik: Willensentscheidungen, nicht Erkenntnisvorgänge68
b) Das Jenseits-Reich: Abbildung der irdischen Demokratie?70
c) „Gottesbeweise“73
d) Analogia entis75
e) Subsidiarität76
f) Civitas Dei78
II. Denken „vom Ende her“ – oder „ohne ein Ende“?80
1. Der Tod des Menschen – das Weiterleben des Volkes80
a) Kirche: aus dem Tod lebend80
b) Der Tod: für den Staat ein Un-Fall83
2. Kirchliches „Denken aus Unendlichkeit“ – Demokratie im ständigen Wandel86
a) Religion: ein Denken in Unendlichkeit86
b) Demokratie: Staatsform des Wandels88
c) Begegnung und Versöhnung in einem „vorläufig Endgültigen“91
III. Die beiden Reiche: Ziele und Werte – Glückseligkeiten94
1. Ziele als Werte: für Gläubige und Bürger der Demokratie94
2. Zielvorstellungen in Kirche und Demokratie – Freiheiten als Werte?96
a) Kirche: Gottes Wille als Ziel96
b) Die „Werte der Demokratie“: Freiheiten96
3. Politische Zustände: Ziel-Begegnungen von Kirche und Volksherrschaft?98
a) Glückseligkeit auf Erden98
b) Annäherungen demokratischer Staatszielbestimmungen und kirchlicher Lehren99
4. Die soziale Brücke: Nächstenliebe und Sozialstaat102
a) Traditionell nicht nur Begegnung: Gemeinsamkeit102
b) Die neue soziale Verantwortung der Demokratie103
c) Das Umverteilungsziel des Sozialstaates103
d) Karitas: Machtferne Nächstenliebe105
5. Vergnügensoptimierung als demokratisches Ziel – Hedonismus und Kirche106
a) Demokratie – Freiheit – Freizeit106
b) Kirche: Vergnügen als Sünde107
c) Letzte Zieldivergenzen: verschiedene Wertigkeiten irdischer Zustände108
6. Friede: gemeinsames Ziel von Kirche und Staat?109
IV. Grundhaltungen des Menschen in kirchlicher und demokratischer Gemeinschaft111
1. Die zwei Optimismen: Kirche: Erlösung im Jenseits Demokratie: Fortschritt im D