: Veronika Bicker
: Optimum - Blutige Rosen Blutige Rosen
: INK
: 9783863965396
: Optimum
: 1
: CHF 7.10
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Vom ersten Tag in der Daniel-Nathans-Akademie an spürt Rica, dass hier etwas Seltsames vor sich geht. Alle Schüler stehen unter strenger Aufsicht. Die meisten von ihnen sind ungewöhnlich begabt. Einige Jugendliche neigen ohne erkennbaren Grund zu Gewaltausbrüchen, manche scheinen die Gefühle und Gedanken anderer beeinflussen zu können. Was geht hier vor sich? Als im Rosengarten ein Mädchen tot aufgefunden wird, beginnt Rica, Nachforschungen über die Eliteschule anzustellen, und bringt sich damit selbst in größte Gefahr ...



<p>Veronika Bicker, 1978 in Karlsruhe geboren, entdeckte schon während ihrer Schulzeit, wie viel Spaß es ihr macht, spannende Ideen auszutüfteln und diese in Worte zu fassen. In ihrer Studienzeit veröffentlichte sie bereits mehrere Kurzgeschichten in Anthologien und widmet sich heute nun ausschließlich dem Schreiben und ihren Büchern.</p>

Kapitel eins

Am Ende der Welt

Komm schon, so schlimm ist es auch wieder nicht!«

Rica starrte aus dem Seitenfenster und fragte sich, was bitte schönnicht so schlimm sein sollte. Weit und breit war nichts zu sehen, außer Bäumen, und Bäumen und Bäumen. Und ach ja ein riesiges Metallgittertor, das die Einfahrt zu einem Gebäude versperrte. Rica hasste Bäume. Gut, eigentlich nicht Bäume im Speziellen, so im Stadtpark waren sie ganz okay, aber diese Bäume hier waren etwas ganz anderes. Weil es außer ihnen hier so reingar nichts zu geben schien.

Ihre Mutter lächelte nervös, bremste den Wagen vor dem Tor und ließ ihr Fenster herunter. Aus einem kleinen Häuschen neben dem Tor trat ein Mann in Uniform an das Auto heran. Er lächelte breit. Rica verzog das Gesicht und wandte sich demonstrativ von ihm ab.

»Guten Tag. Ich nehme an, Sie sind Frau Lentz?« Er machte eine Pause, als wartete er auf eine Reaktion. Als keine kam, räusperte er sich. »Und Ihre Tochter Ricarda?« An seinem Tonfall hörte Rica, dass er versuchte, Blickkontakt zu ihr aufzunehmen, doch sie sah stur aus dem Fenster.

»Ich habe vorhin angerufen.« Ihre Mutter klang ein bisschen atemlos und nicht halb so optimistisch wie noch vor ein paar Stunden, als sie Rica weismachen wollte, wie toll hier alles werden würde. »Es hieß, wir können heute schon in die Wohnung? Das wäre wirklich wunderbar, da Rica doch morgen schon in die Schule soll, und andernfalls wäre alles ein wenig hektisch.« Rica konnte das Lächeln in der Stimme ihrer Mutter hören. Ein unschuldiges Mädchenlächeln, das sie gern aufsetzte, wenn sie Männern das Gefühl geben wollte, dass sie ihr überlegen waren. Und die meisten Männer fuhren auch noch voll darauf ab.

»Klar geht das. Der Schlüssel ist hier für Sie hinterlegt worden. Wenn Sie mir noch Ihren Ausweis zeigen würden«

Papierrascheln, das Klimpern von Kleingeld in den Tiefen der Handtasche, ein paar gemurmelte Worte ihrer Mutter, dann fand offensichtlich die Schlüsselübergabe statt. Rica tat weiterhin so, als würde sie ignorieren, was sich neben ihr abspielte, auch wenn die Aussicht auf die Bäume auf ihrer Seite allmählich etwas langweilig wurde. Ein rotes Eichhörnchen hüpfte im Unterholz herum, richtete sich einmal kurz auf und sah neugierig zum Auto herüber, bevor es mit großen Sprüngen auf dem nächsten Baum verschwand. Gegen ihren Willen entlockte das Tierchen Rica ein halbes Lächeln.

»Sie wissen, wohin?« Die Stimme des Wachmannes holte Rica wieder in die Gegenwart zurück.

»Ich habe mir die Wohnung schon angesehen, danke.« Jetzt, da alles zu ihrer Zufriedenheit verlaufen war, hörte sich der Ton ihrer Mutt