: Andreas Schlüter
: 2049 Ein Computerkrimi aus der Level 4-Serie
: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
: 9783423415194
: 1
: CHF 6.20
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein weiterer Band aus der Level 4-Serie. Geld im Schlaf verdienen - wer will das nicht? Miriam jedenfalls ist ganz wild darauf, als sie eine Anzeige mit dieser Überschrift liest, denn in ihrem Sparschwein ist Ebbe. Also überredet sie ihre Freunde Ben, Jennifer, Frank und Thomas mitzumachen und sich einem Labor für einen Versuch zur Verfügung zu stellen: Es geht um Gehirnscanning - ein Verfahren, bei dem ihre Gehirne kopiert werden sollen. Völlig ungefährlich, wird ihnen versichert. Doch als sie aufwachen, stecken sie in künstlichen Körpern. Und noch schlimmer - 50 Jahre in der Zukunft! Eine abenteuerliche Flucht vor skrupellosen Wissenschaftlern und wild gewordenen Wachmännern beginnt ...

Andreas Schlüter wurde 1958 in Hamburg geboren und begann nach dem Abitur eine Lehre als Großhandelskaufmann. Bevor er mit seiner journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit begann, arbeitete er noch als Betreuer von Kinder- und Jugendgruppen. Nach einer Zeit bei der>Hamburger Rundschau< gründete er 1990 mit Kollegen das Journalistenbüro>SIGNUM< Medienservice, wo er auch als Redakteur für verschiedene Fernsehanstalten tätig war. Mittlerweile widmet er dem Schreiben von Büchern die meiste Zeit. Nach einigen Kurzkrimis, die er 1993 veröffentlichte, kam der große Erfolg ein Jahr später mit seinem ersten Kinderroman>Level 4 - Die Stadt der Kinder< (dtv junior 70459). In der spannenden Erzählung werden Computerspiel und Realität auf faszinierende grenzüberschreitende Art miteinander verknüpft und damit hat Schlüter den Nerv der Jugendlichen getroffen. Seine Protagonisten sind keine kleinen Superhelden, sondern ganz normale Kids, denen es stets ohne die Hilfe von Erwachsenen, aber dafür mit gegenseitiger Unterstützung gelingt, Probleme zu lösen und sich aus gefährlichen Situationen zu befreien. »Ich mache keinen Unterschied zwischen Erwachsenen und Jugendlichen. Ich nehme sie gleich ernst.« Denn Kinder sind für Schlüter keine unfertigen Erwachsenen, sondern eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Ideen, Wünschen, Sehnsüchten und Ängsten. Ebenso erfrischend unpädagogisch ist auch Schlüters erzählerischer Umgang mit Computern und virtuellen Welten. Seine Kinderbücher sieht er deshalb auch als eine längst überfällige Kampfansage an die These, Computer würden die Kinder vereinsamen lassen, und »wer Computer spiele, lese nicht«. Das seien die Ängste einer Generation, die schon am eigenen Videorekorder verzweifele. 

Ein unglaubliches Angebot


Miriam schüttelte die Barbie-Puppe, als handelte es sich um einen Milch-Shake. Das Ergebnis blieb das gleiche. Sie war leer.

»Das gibt es doch nicht!«, brabbelte Miriam, während sie die Puppe noch mal kräftig schüttelte.

Erst hatte sie es ja für ein gutes Zeichen gehalten, dass kein Klimpern zu hören war, und gehofft, die Barbie-Puppe enthielte statt Münzen einige Scheine. Doch auch davon keine Spur. Verzweifelt betrachtete Miriam ihre Spardose.

Schon lange hegte Miriam den Wunsch, Kriminalkommissarin der Mordkommission zu werden. Um sich schon mal auf die Widrigkeiten dieses schwierigen Berufes einzustellen, war sie eines Tages auf die Idee gekommen, an der Obduktion einer Leiche teilzunehmen. Da es für ein Kind natürlich unmöglich ist, so etwas mitzuverfolgen – und das Fernsehen damals noch keine Obduktionen im Nachtprogramm übertrug – hatte die Barbie-Puppe dran glauben müssen. Miriam hatte ihr Taschenmesser geschärft, das in Plastik gegossene Vorbild so mancher Fernseh-Moderatorin vom Hals bis zum Bauchnabel aufgeschnitten und festgestellt, dass die Puppe innen hohl war.

Barbie war fortan weder zum Spielen noch zum Verkauf auf dem Flohmarkt zu gebrauchen. Und so war Miriam schließlich auf die Idee gekommen, das Spielzeug einem neuen Zweck zuzuführen. Aufgebahrt auf einer alten Keksdose, zugedeckt mit einem Leichentuch, welches in Wirklichkeit ein weißes Taschentuch war, diente das Kunststoff-Super-Modell mit seinem aufgeschnittenen Bauch seitdem als makabre Spardose.

So sehr Miriam jetzt aber das Innere ihrer obduzierten Plastik-Leiche betrachtete, sie war einfach leer. Miriam konnte es drehen und wenden, wie sie wollte: Sie war pleite! Und das am 13. des Monats! Bis zur Auszahlung des nächsten Taschengeldes standen noch zwei Besuche der nahe gelegenen Kirchendisco bevor, ebenso wie Omas Geburtstag und täglich rechnete Miriam mit dem Erscheinen der neuen CD ihrer Lieblingsgruppe. Von den täglichen Kleinausgaben ganz zu schweigen. Alles in allem fehlten ihr mindestens 60 Mark Genau 20 Mark mehr, als sie im folgenden Monat an Taschengeld bekommen würde, womit die totale Pleite schon für die nächsten eineinhalb Monate programmiert war.

Es war Miriam schleierhaft, wie man mit so wenig Geld auskommen sollte.

Jennifer, ihre beste Freundin, bekam genauso viel Taschengeld, aber die hatte am Ende des Monats immer etwas übrig. Schon oft hatte Miriam sie gefragt, wie sie das bloß anstellte, aber Jennifer hatte daraufhin jedes Mal nur mit den Schultern gezuckt und geantwortet: »Ich weiß es auch nicht. Ich kaufe mir halt nicht so viel wie du!«

Das war vielleicht ein toller Hinweis! Und so etwas von der besten Freundin! Da hätte sie ebenso gut ihren Vater fragen können!

Aber alles Nörgeln und Grübeln half nichts. Miriam musste etwas unternehmen. Aber was? Sie legte ihre Barbie-Spardosen-Puppe zurück auf den Operationstisch und deckte sie ordnungsgemäß mit dem Leichentaschentuch zu.

»Tja, Mädchen!«, murmelte sie. »Leider bist du schon ausgequetscht bis auf den letzten Blutstropfen!«

Das hätte sich dieses Schicki-Micki-Modell sicher auch nie träumen lassen, dachte Miriam noch, als sie über ihren eigenen Gedanken stolperte.Blutstropfen? Gab es nicht so etwas wie Blutspenden? Dafür bekam man doch Geld, glaubte Miriam mal gehört zu haben. Und gar nicht mal so wenig. Irgendwie summte ihr etwas von 50 oder 60 Mark durch den Kopf. Und selbst wenn es nur 30 Mark wären: besser als nichts. Für so ein bisschen Blut.

Ob Kinder das überhaupt durften? Wieso nicht? Schließlich brauchten die Krankenhäuser doch bestimmt auch Kinderblut; nicht nur die Nikotin und Alkohol verseuchte Brühe der Erwachsenen! Das wäre ja noch schöner!

Miriam fragte sich, wo sie sich erk