: Richard Dübell
: Perry Rhodan 2659: Toufec Perry Rhodan-Zyklus 'Neuroversum'
: Perry Rhodan digital
: 9783845326580
: Perry Rhodan-Erstauflage
: 1
: CHF 2.20
:
: Science Fiction
: German
: 64
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Bund der Sternwürdigen - Menschen von der Erde erhalten eine neue Aufgabe Wir schreiben das Jahr 1469 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (NGZ) - das entspricht dem Jahr 5056 christlicher Zeitrechnung. Auf bislang ungeklärte Art und Weise verschwand das Solsystem mit seinen Planeten sowie allen Bewohnern aus dem bekannten Universum. Die Heimat der Menschheit wurde in ein eigenes kleines Universum transferiert, wo die Terraner auf seltsame Nachbarn treffen, die ihnen allem Anschein nach übel wollen. Seither kämpft die solare Menschheit um ihr Überleben. Von den geheimnisvollen Spenta weiß man am wenigsten: Ihnen liegen Sonnen am Herzen. Ihrer Ansicht nach wird Sol durch den Leichnam der Superintelligenz ARCHETIM verschandelt - deshalb haben sie das Herz des Systems 'verhüllt'. Ganz anders die Fagesy: Sie sehen in den Menschen gemeine Diebe, die den Leichnam einer Superintelligenz gestohlen haben, und fordern Sühne. Ihnen zur Seite stehen die Sayporaner, die nichts Geringeres im Sinn haben, als die 'Neuformatierung' der Menschheit. Delorian, Perry Rhodans Sohn und einst Chronist der Superintelligenz ES, versucht dies mit seinem 'Bund der Sternwürdigen' zu verhindern. Deren prominentestes Mitglied ist TOUFEC ...

Der Geschichte und der Zukunft zugewandt Als Autor historischer Romane wurde Richard Dübell in den vergangenen zwölf Jahren einem großen Publikum international bekannt. Jetzt meldet sich der Schriftsteller mit einem Gastroman für die PERRY RHODAN-Serie bei dem Genre zurück, mit dem er vor Jahrzehnten begonnen hat: bei der Science Fiction. Als Jugendlicher war Dübell, der im Oktober 1962 in Niederbayern geboren wurde, ein begeisterter Science-Fiction-Fan: Er verfasste Kurzgeschichten für Fan-Zeitschriften und gewann zwei Literatur-Wettbewerbe. 'Perry Rhodan und seine Mitstreiter hatten mich so fest im Griff wie ein halutischer Preisringer' - so formuliert es der Autor auf seiner eigenen Homepage. Während seiner Schulzeit schrieb er nicht nur, er ließ seiner Phantasie auch zeichnerisch freien Lauf. In den Jahren danach ging die Begeisterung für das Verfassen eigener Texte zurück: Der Start ins Berufsleben sowie die Gründung einer eigenen Familie forderten ihren Tribut. Als Dübell Mitte der 90er-Jahre damit begann, erneut Geschichten zu verfassen, spezialisierte er sich auf das Genre des historischen Romans. Es entstand ein Roman, den der Autor selbst als 'historischen Kriminalroman der Schwarzen Serie' bezeichnet, den er aber bislang nicht publizieren konnte. Durch sein Manuskript fiel er bei den Verlagen positiv auf, und das Interesse an ihm war geweckt. Sein zweiter und dritter historischer Roman erschienen beim renommierten nymphenburger Verlag, die folgenden Titel publizierte die Verlagsgruppe Lübbe. Dort ist Dübell zu einem Hausautor avanciert, der vom Verlag durch einen starken Werbe- und Vertriebsaufwand unterstützt wird. Die Gesamtauflage seiner Werke hat längst die Grenze von einer Million verkaufter Titel überschritten. Besonders populär wurde seine Trilogie um die 'Teufelsbibel', einem rätselhaften Artefakt der mittelalterlichen Kirchengeschichte. Die Trilogie wurde in 14 Sprachen übersetzt, sie soll auch verfilmt und für ein Spiel adaptiert werden. Sein Buch 'Die Pforten der Ewigkeit', das unter anderem den Bau eines Klosters im nördlichen Bayern thematisiert, wurde von den Lesern der 'HistoCouch' zum 'besten historischen Roman 2011' gewählt. Mittlerweile ist Dübell als 'Marke in eigener Sache' unterwegs. In seiner Heimatstadt Landshut organisiert er Erlebnis-Stadtführungen und mittelalterliche Krimi-Bankette, die sehr beliebt sind: Der Autor und seine Mitstreiter tragen dabei historisch authentische Gewänder. Bei seinen Lesungen im In- und Ausland, die Dübell als mediale Shows mit Video- und Sound-Einsatz inszeniert, tritt er ebenfalls gern in historischen Kleidungsstücken auf. Dübell leitet darüber hinaus eine Schreibwerkstatt, hält Vorträge über historische Themen sowie über das Handwerk des Schreibens und engagiert sich in Schulen für die Leseförderung. Er schreibt als freier Journalist für die Zeitschrift 'PM History' Die Stadt Landshut verlieh ihm bereits 2003 den Kulturförderpreis. Mit seinem Roman 'Toufec' kehrt der erfolgreiche Schriftsteller zu seinen Wurzeln zurück. 'Toufec' kommt am 3. August 2012 in den Handel, es ist der Band 2659 der PERRY RHODAN-Serie. Über seine Rückkehr zur größten Science-Fiction-Serie der Welt sagt der Autor: 'Es ist die Erfüllung eines Jugendtraums.'

Erstes Buch

Das Auge des Sturms

 

1.

 

Gut zwanzig Meilen nordwestlich von Tiamat lief die Handelsstraße, die im Volksmund wegen der hauptsächlich darauf transportierten Güter »Weihrauchstraße« genannt wurde, zwischen zwei zerklüfteten Bergrücken hindurch. Es war der geeignete Ort für einen Überfall.

Natürlich wusste jeder, dass es der geeignete Ort für einen Überfall war. Vor allem die Karawanenführer wussten es. Deshalb wurde an dieser Stelle so gut wie nie ein Überfall verübt.

Und deshalb hatte Toufec genau dort einen Überfall geplant – weil niemand damit rechnete und deshalb keiner vorbereitet sein würde. Toufec lag ein Stückchen unterhalb des Felskamms, über den hinweg sie die Straße beobachten konnten. Er gestand sich ein, dass der Gedankengang ein wenig kompliziert war. Aber für unkomplizierte Gedanken waren geringere Geister zuständig. Toufec war keiner davon. Er war der kommende Mann in Tiamat. Und dieser Überfall würde es beweisen!

»Sie kommen«, flüsterte Asin, als ob man ihn unten auf der Straße hören könnte.

Toufec grinste zu Asins eifrigem Gesicht nach oben. Asin war Toufecs kleiner Bruder, ein junger Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Er hatte ihn auf eigene Faust mitgenommen, damit der junge Bursche lernte, dass zu einem richtigen Überfall mehr gehörte als rohe Gewalt. Was den Krieger auszeichnete, war List.

Mit einer Übermacht an Männern über ein paar verängstigte Sklaven und einen fetten Weihrauchhändler herzufallen, nachdem man die Geleitmannschaft aus der Ferne mit Pfeilen erledigt hatte – das konnte jeder. Man musste die Beute elegant überraschen und dabei für die eigene Legende sorgen; indem man sie zum Beispiel dort überfiel, wo kein anderer es wagte.

»Wie viele sind es?«, rief Toufec nach oben.

Asin machte Gebrauch von seinen Fingern. »Zehn Kamele, zehn Pferde, zwanzig Esel«, meldete er dann.

Toufec stutzte. Als die Karawane am Vortag in Tiamat aufgebrochen war, hatte sie aus drei Kamelen, zwei berittenen Wächtern und fünf Eseln bestanden. Es war eine kleine, so offensichtlich unbedeutende Karawane gewesen, dass Toufec sofort klar gewesen war, dass sie etwas besonders Wertvolles transportieren musste. Im Grunde waren alle Güter wertvoll: Salz, Gewürze, Tuche, Trockenobst, Wein ... Aber am wertvollsten war Weihrauch. Der Weihrauchhändler, dessen Karawane Toufec abzufangen plante, hatte sich getäuscht, wenn er dachte, sein simpler Trick würde nicht durchschaut werden.

Außer dass sich die Karawane plötzlich vergrößert hatte. Zehn Pferde bedeuteten zehn bewaffnete Karawanenwächter, dazu eine größere Anzahl Sklaven und Knechte zu Fuß. Man konnte nicht damit rechnen, dass die alle flohen, sobald der Angriff begann. Besonders, wenn sie merkten, dass die Angreifer nur zu sechst waren.

Toufec zupfte sich nachdenklich den Bart, der wie üblich so zerrauft aussah, als hätten junge Hunde darin geschlafen. Sollte er seine Pläne aufgeben? Nachdem es ihm nur mit großen Mühen gelungen war, diese Mission überhaupt anführen zu dürfen?

»Wie viele sind es?«, rief Labaschi nach oben. Labaschi gehörte zu den wertvollsten Kriegern, die Toufec anvertraut worden waren. Sein Kopf war zwar dünner als seine Waden, aber wo Labaschi hinschlug, wuchs keine Palme mehr, und wenn Labaschi sich in Bewegung gesetzt hatte, hielt ihn nur noch eine Felswand auf. Labaschi war so viel wert wie drei normale Männer, außer es wurde von ihm verlangt, dass er nachdachte.

»Zwei Kamele, ein Wächter und drei Esel!«, rief Toufec nach unten. Er kauerte auf halbem Weg zwischen Asin, dem Ausguck, und den anderen vier Männern am Fuß des Felsens. Asin starrte Toufec überrascht an.

»Die können doch sowieso nicht zählen«, sagte Toufec und zuckte die Achseln.

»Bist du sicher, dass wir das tun sollten?«, fragte Asin.

Toufec kletterte nach oben. »Lass mal sehen.« Er versuchte Genaueres zu erkennen.

Noch war die Karawane nicht viel mehr als eine Reihe kaum unterscheidbarer bunter Figürchen vor dem strahlenden Ocker der Landschaft. Ihm fiel ein, dass es vor ein paar Tagen geheißen hatte, eine riesige Karawane, die den langen Weg von Ma'rib kam, werde in Tiamat erwartet. Der Anführer der Karawane, hatten die Gerüchte besagt, sei Yazid ben Zair, der gefürchtetste Karwan-Baschi von allen.

Yazids Spezialität war es, die Karawanenräuber, die er fangen konnte, nackt in der Wüste auszusetzen – an Händen und Füßen am Boden angepflockt und mit Honig auf den Augen und den für einen Mann wichtigsten Körperteilen. Man mochte nicht glauben, wie viele Insekten es in dieser wüsten Landschaft gab, die sich voller Gier darauf stürzten. Man mochte auch nicht glauben, dass ein Mann davon verrückt werden konnte, bis man an einem solchen Unglücklichen vorbeikam und sah, was Sonne, Hitze, ein paar Stunden Zeit und Milliarden von krabbelnden, kitzelnden, beißenden, saugenden und tupfenden Insekten aus ihm gemacht hatten.

Die Karawane hatte Tiamat nicht erreicht gehabt, als Toufec von dort aufgebrochen war. Sie mochte aufgehalten worden sein. Oder sie mochte die Stadt umgangen haben. Wenn sie groß genug war, führte sie genug Vorräte mit sich, um nicht jede Siedlung auf dem Weg als Station zu benötigen. Und wenn das, was er da unten sah, nun die Karawane von Yazid ben Zair war, die Toufecs Beute verstärkt hatte? Aber es konnte nicht sein. Dazu war sie wiederum zu klein!

Dann sagte er mit überlegenem Lächeln: »Wer Honig essen will, der ertrage das Stechen der Bienen.« Er hatte gesehen, dass auf den Pferden keine bewaffneten Krieger saßen, sondern eine Gruppe von Frauen – entweder die Ehefrau und die Töchter des Händlers oder seine Lustsklavinnen. Sie würden kein Problem darstellen.

Asin wies auf eine Säule tanzenden Sands in einiger Entfernung. »Schau mal«, sagte er. »Einal hul. Ein Staubteufel.«

»Es heißt, die Dinger bringen Glück.« Toufec lächelte. »Sie entstehen, wenn ein Dschinn tanzt. Wer hineinfasst und den Dschinn festhalten kann, dem erfüllt er einen Wunsch.«

Asin lächelte zurück. »Und was ist dann mit einem ganzen Staubsturm?«

»Das sind viele tausend Dschinni, die tanzen. Wenn du die zu fassen kriegst, bekommst du tausend Wünsche erfüllt.«

Asin starrte zu dem Phänomen, das weit hinter der Karawane neben der Straße zu stehen schien. Er wirkte nachdenklich. »Glück könnten wir jetzt auch brauchen.«

Toufec spähte über seine Schulter. Es war früher Nachmittag, die Sonne stand in seinem Rücken. Besser konnte es nicht mehr werden.

Er schlug Asin gegen den Oberarm. »Wir brauchen kein Glück geschenkt, wir nehmen es uns einfach. Es geht los,duppussû!«

»Nenn mich nicht immer ›kleiner Bruder‹!«

Toufec erwiderte n