Die Ankunft
Die Tür öffnete sich, ohne dass jemand hereinkam. Ich sah es. Nur ich. Es war verrückt. Zunächst dachte ich, ich bildete es mir nur ein. Ich saß neben Marc und seiner Mutter Kathryn im Esszimmer und nahm mir gerade ein zweites Sandwich, als ich es bemerkte. Die Tür zur Diele war fest verschlossen gewesen, davon war ich überzeugt, und nun öffnete sie sich, und für einen winzigen Moment glaubte ich sogar zu sehen, wie sich die Klinke nach unten bewegte. Ich rieb mir die Augen, mir wurde fast schwindlig, ich hörte mein Blut in den Adern rauschen.
»Alles in Ordnung, Alex?«, fragte Kathryn und zog die Augenbrauen nach oben. Sie und Marc hatten die Tür im Rücken, sie konnten es also nicht gesehen haben, aber ich, ich hatte es gesehen. Oh Mann, vielleicht war es nur ein Windzug gewesen. Ich hatte einen anstrengenden Tag hinter mir, vielleicht spielten mir meine Sinne einen irren Streich.
Die Tür kam zum Stillstand.
Ich klappte den Mund auf, aber ich war zunächst nicht in der Lage, etwas zu antworten.
»Alex, was ist los? Ist etwas mit dem Sandwich nicht in Ordnung?« Jetzt war es Marc, der sich nach vorne beugte.
Gott, ich musste mich zusammenreißen, ich verbrachte den ersten Abend bei meiner Gastgeberfamilie und benahm mich mehr als nur merkwürdig.
Instinktiv beschloss ich, die Tür nicht zu erwähnen, denn sie war nicht erwähnenswert. Türen öffnen sich schon einmal von selbst, dafür gab es sicherlich eine so simple Erklärung wie einen Durchzug.
»Die Sandwichs sind wunderbar, aber wenn ich ehrlich bin, dann bin ich sehr erschöpft«, sagte ich.
Kathryn nickte wissend. »Das glaube ich dir, lange Reisen ermüden einen schnell.« Sie stand auf.
»Komm, ich zeige dir dein Zimmer.« Sie ging zur Treppe, die sich in den ersten Stock erstreckte.
»Gute Nacht, Marc«, sagte ich.
»Schlaf gut, Alex.«
Ich folgte Kathryn die Steintreppe nach oben, dort breitete sich ein langer Korridor vor uns aus, dem apricotfarben gestrichene Wände einen freundlichen Eindruck verliehen. Mein Zimmer lag am Ende des Flurs; Kathryn führte mich hinein.
»Ich hoffe, es gefällt dir«, sagte sie mit einladender Geste.
Ich war überrascht, es war ein großzügiger, heller Raum mit breiten Fenstern, durch die das Licht der Straßenlaterne direkt auf ein Bild von Monet fiel. Ein dreitüriger Kleiderschrank aus lackiertem Holz war neben einem Waschbecken aufgebaut, darüber hing ein eiförmiger Spiegel, alles war peinlich sauber und aufgeräumt.
»Es ist toll.« Ich drehte mich Kathryn zu. »Danke.«
Sie blinzelte mir zu, überrascht von dieser vertraulichen Geste spürte ich, dass ich leicht errötete, dennoch war es mir nicht unangenehm, denn sie deutete mir gegenüber eine fast schon verschwörerische Zuneigung an. Es war einfach ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich mich hier wohl fühlen würde; kei