: Angelika Schaller
: Maßlos 50 Kilo leichter und glücklicher
: Bookspot Verlag
: 9783937357492
: 3
: CHF 3.60
:
: Ernährung
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Geschrieben von einer Frau, die selbst fünfzehn Jahre lang stark übergewichtig war. Als sie schließlich mit 137 Kilo Gewicht auf der Intensivstation landete, entschied sie endlich: Ich will wieder leben! Ich kämpfe! Innerhalb eines Jahres nahm sie über fünfzig Kilo ab und hält das Gewicht seitdem erfolgreich. Seit Jahren! Jetzt wird das Geheimnis gelüftet, wie sie das trotz einer dümmlich-hämisch-gleichgültig n Umwelt, ignoranten Ärzten und überforderten Psychologen geschafft hat. Extremes Übergewicht, vor fünfzig Jahren noch nahezu unbekannt, entwickelt sich immer mehr zur Geißel der westlichen Welt: In Deutschland sind mittlerweile 37 Millionen Erwachsene und 2 Millionen Kinder übergewichtig oder adipös. Doch wie gerät man in die Fettfalle? Und kann man dort jemals wieder ausbrechen? Der Medizinjournalistin Dr. Angelika Schaller ist ein bewegendes autobiografisches Buch gelungen und gleichzeitig ein 'anderer' Abnehm-Ratgeber für alle, die mit den Pfunden kämpfen.

Angelika Schaller promovierte in Medizin- und Literaturgeschichte. Sie ist Wissenschaftsjournalistin, Autorin und Redaktionsdirektorin in einem Münchener Fachverlag.

Einleitung


Diätbücher und Ratgeber zum ThemaAbnehmen (inklusive Erfolgsgarantien) gibt es wie Sand am Meer. Regelmäßig zum Frühjahr überfluten diese Hochglanzprodukte inflationär den Buchmarkt, getreu dem Motto:Runter mit dem Winterspeck! Weniger Fett oder doch lieber weniger Kohlenhydrate? Auf jede Frage finden sich mindestens drei verschiedene Antworten, die sich widersprechen. Dennoch greifen Ratsuchende nach einem dieser Strohhalme, in der Hoffnung, endlich dauerhaft den angefutterten Pfunden zu Leibe zu rücken. Ein immer wiederkehrendes Ritual mit immer wiederkehrendem Ausgang … Dann gibt es jene essayistisch anmutenden Bücher, die sich lustig und aufgeräumt dem ThemaDicksein und Abnehmen (und wieder Dicksein)widmen. Diese Büchlein halten sich über viele Wochen in den Charts der meistgelesenen Bücher – man wundert sich. Komisch kann nur der solche Bücher finden, der moderat übergewichtig ist (oder gar nicht), der sich also mit den Autoren identifizieren kann und keinen wirklichen Leidensdruck empfindet. Wer hingegen fünfzig Kilo Übergewicht und mehr mit sich durchs Leben schleppt, dem vergeht angesichts des seichten Geplauders über ein ernstes Thema das Lachen.

Bei Dicken laufen simpleJetzt-musst-Du-das-tun-um-jenes-zu-bewirken-Tipps meist ins Leere. Und das hat manch überraschenden Grund. So sind viele Dicke, die ich kenne, durchaus Rebellen, die sich weigern, nach der Pfeife irgendwelcher Autoritäten zu tanzen; Dicke mögen Vorschriften und Kontrolle ebenso wenig wie Gesetze und Paragrafen. Dicke sind aber auch im selben Maße unvernünftig – sie scheren sich (vermeintlich) in den seltensten Fällen um ihre Gesundheit und die Auswirkungen ihrer Ess-Exzesse; man könnte also auch sagen, Dicke sind als Selbstmörder mit Messer und Gabel unterwegs. Und Dicke sind traurig, enttäuscht, unsicher, fühlen sich minderwertig, brauchen ein Übermaß an Liebe und Zuwendung – und füllen all ihre Defizite mit maßlosem Essen. Und, schließlich: Viele Dicke haben schlicht und einfach ein Suchtproblem.

So ist die Frage, ob all diese Bücher wirklich nutzen, im Grunde überflüssig. Man muss sie zumindest dann verneinen, wenn es um wirklich schwer Übergewichtige geht. Dabei würden nützliche Ratgeber geradezu händeringend gebraucht. Denn die Fettsucht verspricht eine der am weitest verbreiteten Krankheiten in den sogenannten Erst-Ländern zu werden. Der Trend hin zu massivem Übergewicht in Europa und den USA spricht eine deutliche Sprache. In Deutschland ist zwischenzeitlich die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig, jeder Fünfte ist fettsüchtig. Und noch nie gab es so viele dicke Kinder. Eine makabre Zahl aus den USA mag diesen globalen Trend verdeutlichen: so produzierte ein US-amerikanischer Sarg-Hersteller in den späten 80er Jahren pro Jahr einen sogenanntenSupersarg (für die Gewichtsklasse bis 320 kg!), heute sind es durchschnittlich 54 im Jahr. Tendenz steigend. Auch in Deutschland und England nimmt die Zahl der Übergewichtigen und schwerst Übergewichtigen stetig zu. Und das, obgleich zahlreiche und so unterschiedliche Diätratgeber wie nie zuvor kursieren, obgleich in nahezu allen Frauenzeitschriften Ausgabe für Ausgabe Diäthinweise gegeben werden und obgleich die Weight Watcher®-Filialen (samt fettarmer Produkte) Hochkonjunktur haben. Sie, liebe Leserinnen und Leser, kennen – ebenso wie ich