: Sandra Brown
: Warnschuss Thriller
: Blanvalet Verlag
: 9783641103248
: 1
: CHF 4.50
:
: Spannung
: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Niemand spielt so gekonnt mit den Nerven ihrer Leser wie SPIEGEL-Bestsellerautorin Sandra Brown

Detektiv Duncan Hatcher ist fassungslos: Richter Laird stellt seinen wasserdichten Fall gegen einen Drogenbaron ein. Kurz darauf erschießt Elise, die Frau des Richters, einen Einbrecher: Notwehr! Angeblich. Hatcher gerät in eine prekäre Situation, denn er hegt für Elise mehr als freundschaftliche Gefühle. Doch kann er Elise trotz aller Indizien gegen sie wirklich trauen? Als Elise spurlos verschwindet, muss Hatcher alles auf eine Karte setzen. Denn sicher ist er sich nur in einem: Eine Nacht mit Elise war nicht genug …

Sandra Brown arbeitete als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman »Trügerischer Spiegel«auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der »New York Times«-Bestsellerliste erreicht! Ihr endgültiger Durchbruch als Thrillerautorin gelang Sandra Brown mit dem Roman»Die Zeugin«, der auch in Deutschland zum Bestseller wurde. Seither konnte sie mit vielen weiteren Romanen ihre Leser und Leserinnen weltweit begeistern. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.

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Es war der vierte Tag des Mordprozesses gegen Robert Savich.

Detective Duncan Hatcher von der Mordkommission fragte sich, was zum Teufel da gespielt wurde.

Sobald sich das Gericht nach der Mittagspause wieder versammelt hatte, hatte Stan Adams, der Anwalt des Angeklagten, den Richter um eine vertrauliche Unterredung gebeten. Richter Laird schien über diese Bitte ebenso überrascht wie der stellvertretende Staatsanwalt Mike Nelson, war ihr aber dennoch nachgekommen und mit den beiden in der Richterkammer verschwunden. Nachdem die Geschworenen ins Geschworenenzimmer zurückgeführt worden waren, blieben die Zuschauer allein zurück und fragten sich, was diese unerwartete Konferenz zu bedeuten hatte.

Mittlerweile waren die drei seit einer halben Stunde verschwunden. Duncans Nervosität wuchs mit jeder Minute. Er hätte sich gewünscht, dass der Prozess ohne alle Schönheitsfehler geführt wurde, die dazu führen konnten, dass Berufung eingelegt oder, Gott bewahre, der Angeklagte freigesprochen wurde. Darum machte ihn dieses Powwow hinter verschlossenen Türen so zappelig.

Seine Ungeduld trieb ihn schließlich in den Gang hinaus, wo er, allerdings immer in Hörweite des Gerichtssaales, auf und ab patrouillierte. Von seinem Beobachtungsposten im vierten Stock aus verfolgte er, wie zwei Schlepper ein Handelsschiff durch den Kanal in Richtung Ozean zogen. Dann konnte er die Spannung nicht länger ertragen und kehrte auf seinen Platz im Gerichtssaal zurück.

»Duncan, verflucht noch mal, bleib endlich sitzen. Du zappelst rum wie ein Zweijähriger.« Seine Partnerin DeeDee Bowen löste zum Zeitvertreib ein Kreuzworträtsel.

»Was haben die da drin nur zu bequatschen?«

»Vielleicht wollen sie was aushandeln? Womöglich auf Totschlag plädieren?«

»Vergiss es«, antwortete er. »Savich würde nicht mal zugeben, dass er falsch geparkt hat, geschweige denn, dass er einen erledigt hat.«

»Kennst du ein Wort mit zehn Buchstaben für aufgeben?«

»Kapitulieren.«

Sie sah ihn verdrossen an. »Wie ist dir das so schnell eingefallen?«

»Ich bin ein Genie.«

Sie probierte das Wort aus. »Von wegen. Es passt nicht. Außerdem hat es zwölf Buchstaben.«

»Sonst fällt mir nichts ein.«

Der am Tisch der Verteidigung sitzende Angeklagte Robert Savich wirkte eindeutig zu selbstgefällig für einen Mordangeklagten und viel zu zuversichtlich, um Duncans Nervosität zu lindern. Als würde er Duncans Blick in seinem Nacken spüren, drehte Savich sich um und lächelte ihn an. Seine Finger trommelten weiter müßig auf den Armlehnen seines Stuhles, als würden sie den Rhythmus zu einem fröhlichen Liedchen vorgeben, das nur er alleine hören konnte. Die Beine hatte er lässig übereinandergeschlagen. Er war die Gefasstheit in Person.

Jeder, der Robert Savich nicht kannte, hätte ihn für einen angesehenen Geschäftsmann mit leicht avantgardistischem Modegeschmack gehalten. Für den heutigen Gerichtstermin hatte er sich in einen konservativ grauen Anzug gekleidet, dessen schlanker Schnitt eindeutig europäisch wirkte. Sein Hemd war hellblau, die Krawatte lavendelfarben. Der bekannte Pferdeschwanz glänzte ölig. In seinem Ohrläppchen glitzerte ein mehrkarätiger Diamant.

Die erstklassige Kleidung und seine Unbekümmertheit waren Teil einer blank polierten Maske, die den gewissenlosen Kriminellen dahinter perfekt verbarg.

Man hatte Robert Savich schon wegen der unterschiedlichsten Verbrechen verhaftet und der Grand Jury vorgeführt, um festzustellen, ob Anklage erhoben wer