: Sandra Brown
: Zum Glück verführt Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641100346
: 1
: CHF 2.70
:
: Erzählende Literatur
: German
: 304
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Herz ist Trumpf!

Schon bei ihrer ersten Begegnung fliegen zwischen Andrea Malone und Lyon Ratliff die Funken – vor Ärger. Denn Lyon möchte um jeden Preis verhindern, dass Andrea seinen Vater interviewt und dessen lang gehütetes Geheimnis der Öffentlichkeit preisgibt. Doch als sich Andrea mit List und Charme Zugang zu der Farm der Ratliffs verschafft, wendet sich das Blatt überraschend schnell. Aus Abneigung könnte Liebe werden, aber Andrea ist nicht frei. Ein anderer Mann erhebt ebensoviel Anspruch auf ihr Herz. Wie wird sich die junge Frau entscheiden?

Sandra Brown arbeitete als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman »Trügerischer Spiegel«auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der »New York Times«-Bestsellerliste erreicht! Ihr endgültiger Durchbruch als Thrillerautorin gelang Sandra Brown mit dem Roman»Die Zeugin«, der auch in Deutschland zum Bestseller wurde. Seither konnte sie mit vielen weiteren Romanen ihre Leser und Leserinnen weltweit begeistern. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.

2. Kapitel


Der Schock fuhr ihr in sämtliche Glieder. Wie paralysiert blieb sie stehen. Wie peinlich, dass ausgerechnet der General sie beim Spionieren erwischen musste! Gleichwohl nickte der greise Gentleman ihr wohlwollend zu. Wenn sie ehrlich war, irritierte er sie genauso wie sein Sohn. Andy hatte sich ihn eher wie George C. Scott als General Patton vorgestellt. Unnahbar, mit militärisch strengen Zügen. Der General Michael Ratliff, der dort im Zimmer saß, strahlte dagegen Güte und Milde aus. Allerdings kannte sie ihn bisher nur von alten Kriegsfotos, und die wiesen zwangsläufig wenig Ähnlichkeit mit dem gebrechlichen alten Herrn im Rollstuhl auf.

Es schien ihn zu amüsieren, dass er sie erkennbar beeindruckte. »Bitte, genieren Sie sich nicht. Treten Sie ruhig ein, dann kann ich Sie besser sehen, Mrs. Malone.«

Wie in Trance stakste Andy durch die geöffnete Glastür in den Wintergarten. »Sie sind General Ratliff?« , fragte sie unschlüssig.

Er grinste. »Ja, der bin ich.«

»W…«, sie schluckte schwer. »Woher kennen Sie meinen Namen? Hatten Sie mit meinem Besuch gerechnet?« Einen kurzen Moment lang überlegte sie, ob Les vielleicht selbst an den General herangetreten wäre und ihn um ein Interview gebeten hätte, verwarf den Gedanken aber sofort wieder. Nein, das passte nicht zu Les. Es war definitiv nicht sein Stil. Zudem, wer mit dem General reden wollte, kam an seinem Sohn nicht vorbei. Und der impulsive Les hätte bei Lyon bestimmt ganz schlechte Karten gehabt.

»Ja, ich habe Sie schon erwartet«, erklärte der General rundheraus. »Bitte, nehmen Sie doch Platz. Möchten Sie etwas trinken?«

»Nein … nein danke.« Unvermittelt kam sie sich wie ein Schulmädchen vor, das bei einem dummen Streich erwischt worden war. Sie setzte sich steif auf den Rand eines Korbsessels mit hohem, geschwungenem Rücken und bunt bedrucktem Polster. Stopfte ihre Unterarmtasche zwischen Schenkel und Armlehne und zupfte unbehaglich an der Manschette ihrer Bluse. »Sie haben nicht einmal aufgesehen, bevor Sie mich ansprachen. Wie …«

»Militärisches Training, Mrs. Malone. Ich hatte immer schon ein ausgezeichnetes Gehör. Hoch sensibilisiert wie Radarsysteme. Damit war ich der Albtraum meiner jungen Offiziere. Sie konnten mich nie heimlich kritisieren, weil ich immer alles mitbekam.« Wieder schmunzelte er.

»Und woher kennen Sie meinen Namen?« Einmal abgesehen von der Tatsache, dass er sie in flagranti beim Spionieren erwischt hatte, fand sie den alten Herrn zunehmend sympathisch. Einfach grandios, dass sie endlich einen der berühmtesten Kriegshelden ihres Landes persönlich kennen lernen durfte. Er war zwar physisch geschwächt, geistig jedoch überaus vital. Seine Augen blickten wässrig trübe, dennoch registrierte er zweifellos eine ganze Menge mehr, als er sich anmerken ließ. Zudem verfügte er bestimmt über eine hervorragende Menschenkenntnis. Er trug einen frisch gestärkten, tipptopp gebügelten Overall. Sein schütteres, weißes Haar war militärisch kurz geschnitten und streng nach hinten frisiert. »Kennen Sie etwa meine Fernsehsendung?«, schob sie nach.

»Nein, ich bedaure, das sagen zu müssen, aber die habe ich mir leider noch nie angeschaut. Ich wusste von Ihnen, weil Lyon mir davon erzählte, dass er Sie gestern in der Stadt kennen gelernt hat.« Er beobachtete ihre Reaktion.

»Ach ja?«, gab sie kühl zurück, ihre Miene bewusst unbestimmt. »Hat er Ihnen au