: Scott Sigler
: Das Blutmal
: Heyne
: 9783641084851
: 1
: CHF 1.80
:
: Spannung
: German
: 103
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Atemlose Spannung: Scott Sigler ist der Meister des zeitgemäßen Nervenkitzels!

Kult-Auto Scott Sigler lädt Sie ein zu drei abgrundtief bösen und atemberaubend harten Stories aus dem Sigler-Universum.

InRote Mannerzählt Sigler von einer Gesellschaft, in der die Auswüchse der Gen-Technik zu einer erschreckenden Anwendung kommen.

Iowa-Taifunh ndelt von netten Leuten in einer netten amerikanischen Kleinstadt, die von einem Moment auf den anderen schreckliche Dinge tun: Siglers vielleicht perfidestes Werk.

InDie große Snipe-Jagdmachen sich einige wissbegierige Studenten auf die Scherzjagd nach einer fiktiven unbekannten Spezies - und finden dann tatsächlich eine: Mit blutigen Folgen ...

Scott Sigler ließ es sich zusätzlich nicht nehmen, zu jeder Geschichte einen Kommentar zu schreiben, der Einblick in seine abgründige Ideenwerkstatt gibt.

Ebenfalls enthalten ist eine Leseprobe aus dem neuen großen Scott-Sigler-RomanDie Verborgenen.

'Eine atemberaubende Mischung aus Stephen King und Chuck Palahniuk.'James Rollins



Schon zu Schulzeiten schrieb Scott Sigler seine ersten Geschichten. Als Autor von Kurzgeschichten, Drehbüchern und Romanen im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsthriller und modernem Horror hat er sich einen Namen gemacht Die großen Verlage wurden auf ihn aufmerksam, nachdem er den Thriller 'EarthCore' als weltweit ersten exklusiven Podcast-Roman in zwanzig Episoden veröffentlichte und auf Anhieb rund 10.000 Abonnenten fand. Inzwischen wurden weltweit bereits mehr als drei Millionen seiner Podcasts heruntergeladen. Scott Sigler lebt mit seiner Frau Jody und zwei Hunden in San Francisco.

Die Frau in der Ecknische starrt mich an.

Sie scheint schon älter zu sein, etwa 45, aber vielleicht ist auch ihr hartes Leben der Grund für ihr Aussehen. Viele Leute hier haben ein hartes Leben. Das Restaurant liegt schließlich nicht umsonst in Hunters Point.

Ihr Haar ist braun und strähnig, und trotz der Wärme, die im Diner herrscht, trägt sie noch immer einen zerschlissenen gelben Mantel. Der Raum ist erfüllt von klirrendem und schabendem Besteck, dem Schlürfen der Getränke und den dröhnenden Unterhaltungen der Arbeiter – eine Klasse, der auch ich früher angehörte –, doch nichts davon scheint die Frau zu erreichen. Es ist, als habe sie alles bis auf mich aus ihrem Bewusstsein verbannt. Ich bin das Ziel ihres Hasses, der der fürsorglichen, aggressiven Angst um ihr Kind entspringt.

Ihr kleiner rothaariger Junge bekommt von ihrem Starren nichts mit. Er hat Schmutzflecken im Gesicht und gibt genüssliche Geräusche von sich, während er eine Schale Schokopops verschlingt. Die roten Haare hat er wahrscheinlich von seinem Vater. Ich frage mich, ob die Schlampe überhaupt weiß, wer sein Vater ist.

Die meisten Menschen starren mich nur kurz oder aus den Augenwinkeln an. Wenn ich den Kopf hebe, sehen sie weg. Doch diese Frau nicht. Sie starrt mir geradezu ein Loch in den Schädel. Ich habe sie bereits zweimal direkt angesehen, einmal mit einem Lächeln und einmal mit aller Empörung, die ich in meinen Blick legen konnte, doch dieser zweite Blick dauerte nur wenige Sekunden, bevor ich mich abwenden musste. Ihr hasserfülltes Starren veränderte sich nicht im Geringsten. Wenigstens blieb sie so lange, bis sie ihre Mahlzeit beendet hatte. Die einzige andere Frau mit Kind in diesem Diner war aufgestanden und nach draußen gegangen, kaum dass ich mich an die Theke gesetzt hatte. Sie ließ einen Zwanziger für ihren Kaffee und ihren Bagel liegen und verschwand einfach. Dadurch blieben der Kellnerin nur zwei Dollar Trinkgeld. Das ist nicht viel, aber ich glaube nicht, dass sich die Frau viele Gedanken über die Gefühle der Kellnerin machte.

Es sind noch einige andere Gäste im Diner, und ich vermute, dass einige von ihnen wissen, wer ich bin. Diejenigen, auf die das zutrifft, kennen mein Gesicht aus den vielen Nachrichtensendungen von vor fünf Jahren. Einigen von ihnen ist klar, dass ich zu Unrecht verurteilt wurde. Sie wissen, dass ich kein Kinderschänder bin. Aber dieses Wissen scheint im kollektiven Gedächtnis der Öffentlichkeit nach und nach zu verblassen. Immer häufiger werde ich einfach nur angestarrt, oder mein Erscheinen sorgt dafür, dass die Leute ihre halb gegessenen Bagel zurücklassen und ihr fünf Jahre altes Kind an seinem mit Streichkäse verschmierten Ärmel aus dem Diner zerren.

Ich scrolle mich durch die digitale Speisekarte und betrachte die Fotos der verschiedenen Gerichte auf der Oberfläche der Theke. Am unteren Rand leuchtet eine Werbung für Rol-Aids auf, während Sportergebnisse und Aktienwerte oben von rechts nach links laufen. Meine Giants haben ihr fünftes und sechstes Match verloren; beide Begegnungen gehörten zu einem Doppelspieltag gegen Oakland. Einige Dinge ändern sich nie. GenTel ist um zwei dreiachtel Punkte gestiegen. Ich frage mich, was die starrende Frau sagen würde, wenn sie wüsste, dass ich durch diese kleine Wertsteigerung gerade um weitere Hunderttausend reicher geworden bin. Sie würde mir nicht glauben, wenn ich es ihr erzählte, aber ich bezweifle ohnehin, dass sie Inter