: Joe Schreiber
: Star Wars™ - Darth Scabrous Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641100506
: 1
: CHF 2.70
:
: Fantasy
: German
: 336
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Star Wars meets Horror – ein galaktischer Sprung in ein neues Genre!

Hestizo Trace besitzt ein außergewöhnliches Talent der Macht: die Gabe im Umgang mit Pflanzen. Doch ihr sorgloses Leben findet ein jähes Ende, als sie in die Hände von Darth Scabrous fällt. Denn die junge Jedi besitzt eine seltene Orchidee, in der sich ein Virus mit unvorstellbarer Wirkung verbirgt. Plötzlich erstehen Tote wieder auf, getrieben von blutigem Hunger auf alles Lebendige und befehligt von einem Sith-Lord mit der unersättlichen Gier nach Macht – und einem einzigen Ziel: Unsterblichkeit.

Joe Schreiber wurde in Michigan geboren. In seinen jungen Jahren war er überaus reiselustig, lebte in Alaska, Wyoming und Nordkalifornien, bevor ihn das Familienleben sesshaft werden ließ. Nunmehr arbeitet Schreiber hauptberuflich als Mathematiklehrer an einer Schule in Palmyra (US-Staat Pennsylvania), ist verheiratet und Vater zweier Söhne.

3645 VOR DER SCHLACHT VON YAVIN

 

Wim Nickter stand unmittelbar außerhalb des Rings und wartete darauf, dass Blut floss. Die kalte Morgenluft von Odacer-Faustin schmeckte nach Ozon, lähmte seine Zunge und seine Lippen, ließ sein Herz in der Brust schneller schlagen, bis es sogar durch den schweren Stoff der windabweisenden Tunika zu dringen schien. Zusammen mit den anderen Schülern war er die siebenundsiebzig Stufen zur Spitze des Tempels hinaufgestiegen; seine Muskeln schmerzten, und der Schweiß seiner Anstrengung trocknete noch immer in den Böen. Die Lichtschwert-Trainingsstunde war vorüber. Jetzt fingen die Zweikämpfe an.

In den drei Standardjahren, seit er in die Akademie aufgenommen worden war, hatte Nickter diesen Duellen zunehmend mit einer besonderen Art von Spannung entgegengesehen. Nickter, ein großer, langgliedriger Siebzehnjähriger mit einem Schopf rabenschwarzen Haars, blickte mit solch hungrigen blaugrauen Augen in den Ring, dass sie nahezu perfekt zur unerbittlichen Landschaft ringsum passten.

Nickter schaute nach unten. Von der Spitze des Tempels aus ähnelte die Sith-Akademie nichts so sehr wie einem teilweise kaputten Rad, dessen Speichen schiefvom zentralen Punkt des Turms abstrahlten. Die uralten Kammern, umschlossenen Gänge, Tunnel und Tempel und die große Bibliothek der Akademie, die quasi ihr verwunschenes Herz bildete, waren schon lange im Zerfall begriffen, gebeutelt von Jahrzehnten voller Schnee und Eis, die sich auf den Dächern und Mauern sammelten, und den sich ständig ändernden tektonischen Verschiebungen der Planetenkruste. Die Folge davon war eine ausgedehnte Ruine vergessener Räume  – einige davon prunkvoll  –, die unter Tonnen vom Alter gequälter Sith-Architektur ächzten.

Genau hierher waren Nickter und mehrere Hundert andere gekommen, um alles zu lernen, was sie über die dunkle Seite der Macht wissen mussten.

 

Ihm direkt gegenüber machte Lord Shak’Weth, der Sith-Schwertmeister, drei Schritte nach vorn auf die freie Fläche, drehte sich um und blickte unter der Kapuze seines Umhangs hervor, um die Schüler zu mustern. Einen Moment lang war der Wind abgeklungen. Abgesehen vom Kratzen seiner Stiefel auf dem flachen, unebenen Boden war alles ruhig. Die steinerne Miene des Schwertmeisters gab nichts von dem preis, was in ihm vorging. Der dünne, lippenlose Schlitz seines Mundes bewegte sich nie. Er sagte nichts, und das war auch gar nicht nötig. Dies war der Moment, in dem das erste Duell verkündet wurde, und Nickter hatte die Gerüchte genauso gehört wie all seine Mitschüler. Heute war der Tag, an dem Lussk seine Herausforderung aussprechen würde.

Rance Lussk war der beste Schüler der Akademie  – ein Sith-Akolyth mit so viel rohem Talent und Potenzial, dass es nur wenige jemals wagten, an ihn heranzutreten, ganz zu schweigen davon, ihn zum Duell zu fordern. Gegenwärtig verbrachte er den Großteil seiner Zeit mit privaten Trainingsstunden mit Shak’Weth und den anderen Meistern der Akademie. Einige behaupteten, dass er sogar schon mit Lord Scabrous persönlich meditiert hatte, oben im Turm … auch wenn Nickter diesbezüglich gewisse Zweifel hegte. Bislang war er noch keinem Schüler begegnet, der tatsächlich von sich sagen konnte, im Innern des Turms gewesen zu sein. Trotzdem wartete er mit angehaltenem Atem.

Die Gruppe war vollkommen still geworden. Ein