: Regula Argast
: Staatsbürgerschaft und Nation Ausschließung und Integration in der Schweiz 1848-1933
: Vandenhoeck& Ruprecht Unipress
: 9783647351551
: Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft.
: 1
: CHF 67.80
:
: Neuzeit bis 1918
: German
: 379
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Regula Argasts Studie untersucht die Entwicklung des Schweizer Bürgerrechts zwischen der Bundesstaatsgründung im Jahr 1848 und der Verankerung einer restriktiven Einbürgerungs- und Niederlassungspolitik in der Zwischenkriegszeit. Im Zentrum ihrer Untersuchung steht der staatsbürgerliche Ein- und Ausschluss wechselnder Bevölkerungsgruppen und die Frage nach den Ursachen für die Gewährung oder Verweigerung des Schweizer Bürgerrechts. Dabei wird deutlich, dass die Regeln der Gewährung zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden immer wieder neu ausgehandelt und koordiniert werden mussten. Erst im und nach dem Ersten Weltkrieg verband sich eine nationalisierte und ethnisierte Furcht vor »Überfremdung« mit der traditionellen Abwehrhaltung der Bürgergemeinden.

Dr. Regula Argast ist Wissenschaftliche Assistentin an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich.
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Table of Contents6
Body12
Vorwort10
Einleitung12
I. Analytische Kategorien und Forschungspositionen30
1. »Staatsbürgerschaft«, »Schweizer Bürgerrecht« und »Nationalität«30
2. Erklärungsansätze zum historischen Wandel von Staatsbürgerschaft35
3. Der schweizerische Bundesstaat und das Schweizer Bürgerrecht im Rahmen liberaler Gouvernementalität47
II. Longue durée: Das schweizerische Kantons- und Gemeindebürgerrecht vom Ancien Régime bis ins 20. Jahrhundert62
1. Das Gemeindebürgerrecht als »pièce de résistance«gegen Kantone und Bund63
2. Die Verschränkung des Gemeindebürgerrechts mit dem Kantonsbürgerrecht68
3. Traditionelle Kriterien des bürgerrechtlichen Ein- und Ausschlusses71
III. Nation – ein neues Kriterium des bürgerrechtlichen Ein- und Ausschlusses80
1. Nation als vorgestellte und politische Gemeinschaft80
2. Geschlechterdualismus, allgemeine Männerwehrpflicht und Nation86
3. Judenfeindschaft, Antisemitismus und Nation89
4. Soziale Schicht und Nation91
5. Die »Erfindung des Ausländers«93
6. Vorstellungen von der schweizerischen Nation: Entwicklungslinien im 19. Jahrhundert95
IV. Das Schweizer Bürgerrechtund die Schweizer, 1848–1874104
1. Unitarische Staatsbürgerschaft104
2. Föderalistische Staatsangehörigkeit111
3. Bundesstaatsrecht und Schweizer Bürgerrecht115
4. Das »Heimatlosengesetz« von 1850118
5. Das »ius sanguinis« im Ländervergleich –Ausdruck einer ethnisch-kulturellen Nation?124
6. Bürger zweiter Klasse130
7. »Unsichere Staatsbürgerinnen«: Das Bürgerrecht von Schweizer Frauen131
8. Von der »verpassten« zur »erzwungenen« Emanzipationder Schweizer Juden137
9. Schweizer Katholiken zwischen rechtlicher Gleichstellung und Kulturkampf142
10. Soziale Grenzen der Rechtsgleichheit145
11. Heimatlose und Nicht-Sesshafte nach der Zwangseinbürgerung: Das Beispiel Einsiedeln147
12. Fazit: Von der »unvollständigen« zur»korporativen Bürgergesellschaft«151
V. Das Schweizer Bürgerrecht und die Ausländer I:Kontrolle und Integrationsversuche 1874–1914156
1. Das Schweizer Bürgerrecht in der Bundesverfassung von 1874156
2. Das Bundesgesetz von 1876: Wider Konflikte mit dem Ausland161
3. Zürich als Schrittmacherin einer neuen Bürgerrechtspolitikdes Bundes165
4. Das Postulat Curti im Jahr 1898175
5. Erleichterte Einbürgerung von Ausländern? Die Haltung der Kantone179
6. Carl Alfred Schmid: »Unsere Fremdenfrage«183
7. Das kantonale »ius soli« im Bundesgesetz von 1903186
8. Feinere Netze: Neue Befugnisse für den Bundesrat195
9. Das Sprechen über Ausländer: Ein Diskursmuster formiert sich201
10. Wiedereinbürgerungen ehemaliger Schweizerinnen und der Widerstand der Gemeinden206
11. Liberalisierungsversuche vor dem Ersten Weltkrieg209
12. Das diskursive Ereignis der »Ausländerfrage« 1910/1911218
VI. Bürger machen: Das Basler Kantons- und Gemeindebürgerrecht 1833–1914228
1. Basel in einer Zeit raschen Wandels229
2. Der Topos von der notwendigen Zunahme der Basler Bürger233
3. Im Zeichen der Liberalisierung: Das basel-städtische Bürgerrechtsgesetz im Längsschnitt238
4. Der Instanzenweg im Basler Einbürgerungsverfahren245
5. Das Bürgerrecht von Jüdinnen und Juden: Exklusion und unvollendete Integration247
6. Der Schutz des bürgerlichen Armenguts251
7. Wiedereinbürgerungen von Frauen254
8. Leumund, Ruf und Lebenswandel255
9. Die Einbürgerung von Italienerinnen und Italienern zu Beginn des 20. Jahrhunderts259
10. Erfolg und Grenzen der Liberalisierung262
VII. Das Schweizer Bürgerrecht und die Ausländer II: Von der Integration zur Abwehr 1914–1933264
1. Der Aufstieg der »neuen Rechten« und die Suche nachder »nationalen Identität« seit 1900265
2. »Überfremdung«: Vom Begriff zum Diskurs270
3. Nationalismus, Rassismus und schweizerische Heterogenität279
4. 1917 – Jahr des Umbruchs282
5. Das Bürgerrecht im Dienst der »Überfremdungsbekämpfung«292
6. Die Erhöhung der Wohnsitzfrist im Jahr 1920293
7. »Überfremdungsbekämpfung« von unten: Die erste »Ausländerinitiative«300
8. Die Ethnisierung des Schweizer Bürgerrechts302
9. »Der Jude« als »Supernumerarius«305
10. »Massnahmen gegen die Überfremdung«: Das verwässerte »ius soli« von 1928308
11. Das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassungder Ausländer von 1931315
12. Der Erste Weltkrieg als große Zäsur?320
Schluss324
Abkürzungen337
Quellen- und Literaturverzeichnis338
A. Ungedruckte Quellen338
B. Gedruckte Quellen339
C. Literatur349
Register364
Personenregister364
Sachregister367