: Kevin J. Anderson
: Star Wars. Palast der dunklen Sonnen. Stories
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641077952
: 1
: CHF 2.70
:
: Science Fiction
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Im gleißenden Licht der Zwillingssonnen von Tatooine erhebt sich am Rande der Wüste ein düsteres Gemäuer: der Palast von Jabba. In dieser uralten Zitadelle lebt der mächtige Verbrecherlord, umgeben von Speichelleckern, Söldnern, Kopfgeldjägern und Halsabschneidern, die darum wetteifern, es ihrem Herrn in Verschlagenheit und Grausamkeit gleichzutun. Jeder möchte sich am liebsten selbst zum Herrn der Verbrecherorganisation aufschwingen. Jabbas Untergebene buhlen nicht nur um die Gunst des monströsen Hutt, sie verfolgen auch alle ihre eigenen geheimen Ziele ...

Palast der dunklen Sonnen - neunzehn Stories mit allem, was Star Wars berühmt gemacht hat: faszinierende Technik, atemberaubende Spannung und nicht zuletzt die legendären Helden aus Krieg der Sterne.

Ein Junge und sein Monster:


Die Geschichte des Rancorhüters


Kevin J. Anderson

Die Spezialfracht


Das nicht identifizierte Raumschiff ritt auf einem Flammenstrahl durch die kühle Atmosphäre Tatooines und zog eine öligschwarze Rauchwolke hinter sich her. Der Himmel erbebte wie durch eine ins Tal niedergehende Lawine, als das abstürzende Schiff einen Überschallknall nach dem anderen produzierte.

Unten zog der Sandkrabbler der Jawas auf der Suche nach weggeworfenem, vergessenem und doch so kostbarem Schrott seine endlose Bahn durch das Dünenmeer. Es war reiner Zufall, daß der Krabbler nur zwei Dünen entfernt stand, als das außer Kontrolle geratene Raumschiff auf dem Ozean aus blendendem Sand auftraf und einen Staubtrichter in die Höhe schleuderte, der im Licht der gleißenden Zwillingssonnen wie Katzengold schimmerte.

Tteel Kkak, der Lenker des verrosteten Sandkrabblers, starrte aus dem schmalen Fenster hoch oben auf dem Brückendeck und konnte einfach nicht glauben, welch einen Schatz das Glück seiner Ahnen in seinen Schoß fallen ließ. Die ein Jahr dauernde Fahrt seines Krabblers durch das Ödland war so gut wie ergebnislos gewesen, und er hätte sich geschämt, mit so wenig in den Händen zur verborgenen Festung seines Clans zurückzukehren — aber jetzt lag ein unberührtes Raumschiff in seiner Reichweite, auf das kein anderer Schrottsammlerclan einen Anspruch erhob und an dem der Zahn der Zeit noch nicht genagt hatte.

Die uralten Energiemeiler setzten den gewaltigen Sandkrabbler in Bewegung. Er schob sich über den Sand, als die breiten Ketten auf dem trügerischen Untergrund Halt fanden und breite, schnurgerade Linien hinterließen, die direkt auf das qualmende Wrack zuhielten.

Das Schiff lag in einem Krater aus lockerem, aufgewühltem Sand, der möglicherweise den Aufprall gedämpft hatte; ein Teil der Fracht war sicher unversehrt. Die gepanzerten Frachträume und Teile des Computerkerns waren unter Umständen noch zu retten. Zumindest hoffte das Tteel Kkak.

Jawas schwärmten aus dem Sandkrabbler auf das Wrack zu; alles Schrottsammler des Clans Kkak — kleine, vermummte, modrig riechende Kreaturen, die schnatternd Anspruch auf ihre Beute erhoben.

Die erste Gruppe Jawas trug chemische Feuerlöscher, mit denen sie das glühend heiße Metall besprühten, um weitere Schäden zu verhindern. Sie suchten nicht nach möglichen Überlebenden des Absturzes, die waren zweitrangig. Überlebende Passagiere oder Besatzungsmitglieder würden den Bergungsanspruch der Kkak nur komplizieren. Verletzte, die sich in solchen Wracks befanden, überlebten nur selten Erste Hilfe auf Jawa-Art.

Die Jawas verbrauchten zwei Batteriesets, bis die fauchenden alten Laserschneidbrenner einen Weg durch die Hülle bis zur gepanzerten Brücke geschnitten hatten. Die verlassenen Kommandostationen wurden vom fahlen Licht der Notfallsysteme und dem flackernden Schein der im Inneren noch brennenden Elektronikkomponenten erhellt.

Tteel Kkaks empfindliche Nase roch beißende chemi