: Kevin J. Anderson
: Star Wars. Kopfgeld auf Han Solo
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641077945
: 1
: CHF 2.70
:
: Science Fiction
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Darth Vader hat einen hohen Preis ausgesetzt, um Han Solo in seine Gewalt zu bekommen.
Sofort machen sich Boba Fett und die berüchtigtsten Kopfgeldjäger der Galaxie auf die Suche nach dem Draufgänger und seinem Freund Chewbacca. Die Stories erzählen von den mörderischen Anschlägen der skrupellosen Bande.

Payback: Die Geschichte von Dengar


von Dave Wolverton

EINS: DIE WUT


Wenn es ihm paßte, konnte Dengar ein geduldiger Mann sein. Und als er jetzt auf einem hohen Bergkamm unter einem Rupinbaum saß, von dem ein berauschend süßlicher Geruch ausging, der die Nacht von Aruza erfüllte, brauchte Dengar Geduld. Auf einem schmalen Felsplateau tausend Meter unter ihm empfing KOMENOR-General Sinick Kritkeen in seiner Villa mit ihren weitläufigen Gärten und der stattlichen Säulenhalle eine schier endlose Folge von Gästen. Die blauweißen Lichtkegel der Gleiter seiner Gäste kamen nacheinander über den Bergpaß gefegt, und dann entstiegen ihnen die Würdenträger – gewöhnlich verarmte Lokalgrößen in weißen Lendentüchern und Platinhalsbändern und mit goldenen Interfacesteckern, die hinter ihren Ohren schimmerten. Die Aruzaner waren kleine Leute mit perlmuttartig schimmernder blauer Haut, runden Köpfen und Haar von so dunklem Blau, daß es fast schwarz wirkte.

Die Aruzaner waren ein gutmütiges Völkchen, dessen Wesen jegliche Gewalt fremd war. Kaum daß sie Kritkeens Anwesen betreten hatten, fielen sie auf die Knie und erflehten sich irgendeine Gefälligkeit, suchten Gnade für ihre Leute und gingen dann wieder, wenn Kritkeen ihnen versprochen hatte, sich »um die Sache zu kümmern«, oder »mein Bestes zu tun«.

Zu der Zeit wußte Kritkeen noch nicht, daß ihn heute nach dem Verlassen seiner Gäste einletzter Besucher aufsuchen würde. Die verarmten Bürger von Aruza, so friedlich sie auch waren, hatten Dengar den jämmerlichen Betrag von tausend Credits bezahlt, um Kritkeens Tyrannei ein Ende zu machen.

Bis zu Kritkeens Villa war es ein Kilometer. Selbst mit seinem verstärkten Audiosystem hätte Dengar Kritkeens Gespräche nicht belauschen können. Aber Dengar hatte auf einem Stativ Geräte aufgebaut, die ihm bei der Überwachung der Villa behilflich waren. Auf ein großes Bürofenster im hinteren Teil der Villa war ein Laserstrahl gerichtet, und die exakte Vermessung der auf das Glas treffenden Schallwellen erlaubte es ihm, Kritkeens letzte Worte exakt aufzuzeichnen. Dengar hörte sie sich auf einem kleinen Lautsprecher im unteren Teil des Stativs an.

Aruzas fünf Monde, fahle, silberne, grüne und beige Scheiben, hingen wie Lampions dicht über den Bergkuppen. Und draußen über den Tälern in der warmen Sommernacht Aruzas zogen Farrowvögel ihre Bahnen, und ihr in strahlenden Farben phos