: Janet Chapman
: Zärtliche Brandung Roman
: Blanvalet
: 9783641069490
: Sinclair Brother-Reihe
: 1
: CHF 5.40
:
: Erzählende Literatur
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Was hat Sams Großvater, der reiche Schiffsmagnat Abram Sinclair, sich bloß dabei gedacht? In seinem Testament vermacht er sein gesamtes Vermögen demjenigen seiner drei Enkel, der Willa Kent heiratet - eine einfache junge Frau aus den Wäldern von Maine. Die eigenwillige Willa ist ebenso entsetzt, und zusammen mit Sam Sinclair sucht sie nach einem Ausweg aus dem unseligen Testament. Denn eine Ehe kommt für sie niemals infrage - obgleich der attraktive Sam mehr als lustvolle Gefühle in ihr weckt ...

Seit sie denken kann, hat Janet Chapman sich Geschichten ausgemalt, und daher ist das Schreiben von Romanen - viele davon wurden bereits mit Preisen ausgezeichnet - ihre größte Leidenschaft. Mit ihrer Zeitreise-Saga schrieb sie sich direkt auf die Spitzenplätze derNew York Times-Bestsellerliste. Janet Chapman lebt mit ihrem Mann, ihren zwei Söhnen, drei Katzen und einem Elchbullen, der sie regelmäßig im Garten besucht, in Maine.

2


Willa ließ ihre ruinierte Reisetasche auf den Boden des Hotelzimmers fallen und sah zu, wie diese sich öffnete und ihre lachhafte Garderobe auf dem Teppich landete.

Ein richtiger Schlamassel. Nicht nur ihre Sachen … der viel größere Schlamassel war jener, in dem sie steckte – inklusive der Abend, der, wie sie wusste, die reinste Hölle sein würde. Sie hatte es während des gesamten Dinners mit diesen drei feindseligen Typen zu tun, die sie am liebsten geteert und gefedert hätten, um sie anschließend in die erstbeste Maschine mit Kurs nach Norden zu stecken.

Nachdem jeder von ihnen versucht hatte, ihr ihre Stimme abzuschmeicheln.

Verdammter Abram Sinclair! Alles war allein seine Schuld. Sie war hier völlig fehl am Platz. Diese Leute bei der Sitzung, und diese Sinclair-Enkel … allesamt nicht in ihrer Liga. Sie war ein Mädchen aus der Kleinstadt. Ihre schwerwiegendsten geschäftlichen Entscheidungen drehten sich um neue Verzierungen auf ihren Sargdeckeln. Welche Qualitäten jemand für die Leitung eines milliardenschweren Unternehmens mitbringen musste, entzog sich ihrem Urteilsvermögen.

Willa seufzte frustriert, schleuderte ihre Schuhe von sich, ließ sich aufs Bett fallen und rieb sich die Stirn. Ihr Sitz zwischen den monströsen Propellern hatte ihr in Minutenschnelle dröhnende Kopfschmerzen beschert. Sie quälten sie noch immer, nur waren die Schmerzen nicht mehr dröhnend, sondern drohten ihren Kopf zu sprengen. Verdammt, sogar ihre Haare schmerzten.

Und ihr Tag war noch nicht gelaufen. Willa schlug die Augen auf und schielte auf ihre Uhr. In vier Stunden würden drei Männer sie zähneknirschend zum Dinner ausführen. Gewiss, sie würden den Anstand wahren, da ja jeder auf ihre Stimme aus war. Vermutlich würden alle ihren Charme so dick auftragen, dass sie darin erstickte.

Bis auf Sam Sinclair vielleicht. Er hatte sich keine Mühe gegeben zu verbergen, was er von der Situation – und von ihr – hielt.

Sie konnte es ihm nicht verargen. Dass Abram von zu Hause ausgerissen war, stellte für seine Erben eine große Kränkung dar. Es war offenkundig, dass sie den Alten liebten und ihm Adieu sagen wollten. Willa hatte Verständnis für den Standpunkt der drei Enkel, aber auch für jenen Abrams; und sie verstand auch den Schmerz aller Beteiligten.

Und um das Maß vollzumachen, empfand Sam sie ganz eindeutig als Schlag ins Gesicht. Abram hatte eine Außenseiterin in die Familien- und Geschäftsszene eingeführt. Nicht nur eine Außenseiterin, sondern einen Trampel.

 

Willa hatte noch nie im Leben High Heels getragen und würde auch nie auf den Geschmack kommen. Die Schuhe, die sie heute trug, hatten ihrer Mutter gehört. Und sie hasste Lifts. Hätte der Sitzungsraum sich nicht im dreißigsten Stock befunden, sie hätte die Treppe genommen – aber dreißig Etagen waren doch etwas viel. Dann war ihr Gepäck verschlungen worden. Und als sie auf die Toilette gegangen war und in den Spiegel gesehen hatte, hätte sie beinahe aufgeschrien.

Stattdessen hatte sie gelacht, bis ihr die Tränen gekommen waren. Sie war zu einer hochkarät