: Thomas Enger
: Sterblich Ein Henning-Juul-Roman
: Blanvalet Verlag
: 9783641054656
: Henning-Juul-Romane
: 1
: CHF 4.50
:
: Spannung
: German
: 432
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Enthüllungsjournalist Henning Juul: traumatisiert und durch Narben gezeichnet, eine junge Studentin: grausam ermordet – Auftakt der packenden SPIEGEL-Bestsellerreihe aus Norwegen.

Nach zwei Jahren kehrt Enthüllungsjournalist Henning Juul zurück an seinen alten Arbeitsplatz. Bei einem Wohnungsbrand kam sein kleiner Sohn ums Leben, er selbst wurde schwer verletzt. Doch seine Kollegen kennen kein Pardon und schicken ihn an seinem ersten Arbeitstag zu einer Pressekonferenz der Osloer Polizei. Auf dem Ekeberg wurde die Leiche einer 23-jährigen Studentin gefunden. Der Körper weist schreckliche Folterspuren auf – die Folgen einer Strafe nach den Regeln der Scharia? Polizeiermittler und Journalisten glauben an einen Ehrenmord. Nur Hennings Instinkt sagt etwas anderes ...

Spannend, überraschend, tiefgründig norwegisch! Lesen Sie noch weitere Romane der Henning-Juul-Reihe! Alle Bände der Reihe sind in sich abgeschlossen.

Sie bekommen nicht genug von packendem Skandi-Crime? Dann lesen Sie auch die SPIEGEL-Bestsellerreihe von dem Erfolgsduo Thomas Enger/ Jørn Lier Horst über Alexander Blix und Emma Ramm.

Thomas Enger, Jahrgang 1973, studierte Publizistik, Sport und Geschichte und arbeitete in einer Online-Redaktion. Nebenbei war er an verschiedenen Musical-Produktionen beteiligt. Sein Thrillerdebüt »Sterblich« war im deutschsprachigen Raum wie auch international ein sensationeller Erfolg, gefolgt von vier weiteren Fällen des Ermittlers Henning Juul. Aktuell schreibt er zusammen mit Bestsellerautor Jørn Lier Horst die SPIEGEL-Bestsellerreihe über Alexander Blix und Emma Ramm. Er lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Oslo.

"31 (S. 148-149)

Zaheerullah Hassan Mintroza sitzt vornübergebeugt auf dem knarrenden Stuhl in seinem Glaskasten und zählt Geld. Bargeld. In der Waschhalle zählt nur Bargeld. Er hat zwar eine Kasse, die sogar eingeschaltet ist, aber die benutzt er nie. Schließlich geht nichtsüber Schwarzgeld. Die bisherigen Tageseinnahmen waren gut. Außergewöhnlich gut. Zwölf Pkwà hundertfünfzig Kronen, macht zusammen eintausendachthundert Kronen. Plus zwei Polituren für je achthundert Kronen.

Und sechsunddreißig Taxisà hundert Kronen. Insgesamt sieben Mille. Nicht schlecht. Und ihr Laden ist noch zwei Stunden auf. Das Sonderangebot für die Taxis war ein weiser Entschluss. Er will gerade nach draußen gehen, um sich um einen neuen Kunden zu kümmern, als er zwei Fahrzeuge bemerkt, die hinter dem verschmutzten Mercedes halten. Polizeiwagen. Verdammt, denkt Hassan. Drei Beamte steigen aus. Hassan geht ihnen entgegen. Einen von ihnen hat er schon einmal gesehen.»Sind Sie der Betreiber dieser Waschhalle?«, fragt Bjarne Brogeland.

Er spricht laut, um den Hochdruckreiniger zuübertönen, der drinnen in der Halle lärmt. Hassan nickt.»Haben Sie einen Angestellten namens Yasser Shah?« Verdammt, denkt Hassan erneut.»Ja.«»Wo finden wir ihn? Wir würden gerne mit ihm reden.«»Wieso?«, fragt Hassan.»Ist er hier?«»Nein.«»Wissen Sie, wo er ist?« Hassan schüttelt den Kopf.»Muss er heute nicht bei der Arbeit sein?«»Nein.«»Haben Sie etwas dagegen, wenn wir einen Blick in Ihre Waschhalle werfen?« Hassan zuckt gleichgültig mit den Schultern und bleibt draußen stehen, als die Beamten in die Halle gehen.

Hassan denkt an Yasser. Verflixter Amateur. Dabei hat er ihn doch genau vor dieser Art von Fehler gewarnt, unmissverständlich! Die Arbeit in der Halle wird unterbrochen, noch bevor eins der Taxis fertig ist. Die Polizisten reden mit den Männern in der Halle, aber Hassan kann nicht hören, was gesagt wird. Er sieht, dass erst Mohammed den Kopf schüttelt, dann Omar. Die Beamtenüberprüfen alle Räume, inklusive Glaskasten, und kontrollieren den Bereich hinter und vor der Waschhalle. Brogeland sagt etwas zu seinen beiden Kollegen, ehe er wieder nach draußen zu Hassan geht.»Wir müssen so schnell wie möglich mit Yasser Shah sprechen.

Wenn Sie ihn sehen, sagen Sie ihm bitte, dass er sich mit mir oder jemand anderem bei der Polizei in Verbindung setzen soll.« Brogelandüberreicht ihm eine Visitenkarte, die Hassan widerstrebend annimmt, ohne sie genauer anzusehen. Träum weiter, Bulle.»Wir wissen, was Sie hier betreiben, Hassan.« Hassan gibt sich Mühe, sich seine Nervosität nicht anmerken zu lassen, er spürt aber, wie ihm die Hitze in die Wangen steigt. Aber die Drohung kommt nicht.

Sie ist längst ausgesprochen worden. Und das begreift Hassan in diesem Moment. Brogeland sagt nichts. Er hat bereits angedeutet, dass sie die Waschhalle in nächster Zeitüberwachen werden. Zum einen, um Yasser Shah zu erwischen, zum anderen, um Hassans Machenschaften ein wenig auf den Grund zu gehen. Hassan starrt Brogeland und den beiden anderen Polizisten hinterher, als sie in ihre Wagen steigen. Vielleicht sollte ich der Polizei auch ein Sonderangebot machen, denkt Hassan, als sie vom Gelände fahren. Gratis Autowäsche für die Leichen auf dem Grund des Oslofjords."