: Scott Sigler
: Implantiert Thriller
: Heyne
: 9783641066789
: 1
: CHF 8.00
:
: Spannung
: German
: 640
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das ultimative Raubtier
Genetiker entwickeln eine DNA, die Millionen von Schwerkranken wieder hoffen lässt. Daraus lassen sich Lebewesen züchten, die als Organspender dienen können. Doch das Experiment, höchst illegal und auf einer entlegenen Station in der Arktis durchgeführt, hat einen tödlichen Ausgang: Die Kreaturen sind perfekte Raubtiere, und plötzlich steht der Mensch nicht mehr an der Spitze der Nahrungskette.

Schon zu Schulzeiten schrieb Scott Sigler seine ersten Geschichten. Als Autor von Kurzgeschichten, Drehbüchern und Romanen im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsthriller und modernem Horror hat er sich einen Namen gemacht Die großen Verlage wurden auf ihn aufmerksam, nachdem er den Thriller 'EarthCore' als weltweit ersten exklusiven Podcast-Roman in zwanzig Episoden veröffentlichte und auf Anhieb rund 10.000 Abonnenten fand. Inzwischen wurden weltweit bereits mehr als drei Millionen seiner Podcasts heruntergeladen. Scott Sigler lebt mit seiner Frau Jody und zwei Hunden in San Francisco.
SECHSTES BUCH 4. DEZEMBER (S. 477-478)

6:18 Uhr

Gunther schlang sich die Decke enger um die Schultern, ihn fröstelte. Das war Bullshit. Der absolute, reine Bullshit. Er sah aus den Fenstern seiner Kabine, ohne sich von der vor ihm liegenden Aussicht beeindrucken zu lassen, die ihm der zehn Meter hohe, mitten auf dem zentralen Hügelrücken der Insel stehende hölzerne Wachturm so früh am Morgen bot. Die Nord- und die Südküste lagen fast auf einer Linie mit seiner Position, das Landhaus etwa acht Grad Richtung Südwesten, North Pointe nicht ganz acht Grad Richtung Nordosten. Flutlichtscheinwerfer unter der kleinen Wachkabine tauchten den weißen Schnee am Fuß des Turms im Umkreis von fünfzig Metern in helles Licht.

Bei einer Temperatur von etwa sechs Grad unter null hielt ihn in seinem mickrigen Holzverschlag nichts weiter am Leben als ein einziges beschissenes kerosinbetriebenes Heizgerät. Und doch war das besser, als in Magnus’ Nähe zu sein. Gunther warf einen Blick auf die grüne Linie, die sich auf dem runden Bildschirm des Radars drehte. Er sah genau das, was er während der letzten fünf Stunden auch schon gesehen hatte: absolut nichts. Er versuchte, sich die Decke noch enger um den Leib zu wickeln.

Er hatte die Schnauze voll. Sobald sie von der Insel runter waren, würde er bei Genada kündigen. Erfrierungen, Selbstmorde, diese verrückte transgene Scheiße, Andy»Das Arschloch« Crosthwaite, Erfrierungen, Sabotage, die Aussicht, dass die CIA den Laden stürmte, Erfrierungen– das war die Sache einfach nicht wert. Das Radar gab ein Piepsen von sich. Amäußersten Rand des Bildschirms war ein grünes Dreieck aufgetaucht. Gunther sah zu, wie sich die grüne Linie langsam um den zentralen Punkt drehte, bis sie das Dreieck traf, worauf ein weiteres Piepsen erklang.

Das Objekt kam von Süden. Es war noch fünfzig Kilometer entfernt. Gunther griff zum Telefon und wählte den Anschluss imÜberwachungsraum. Es klingelte. Niemand nahm ab.»Nun macht schon, macht schon… wo seid ihr denn alle, Jungs?« Wo immer sie auch sein mochten, in der Nähe des Telefons waren sie nicht. Magnus hatte ihm genaue Anweisungen gegeben. Gunthers Blick fiel auf den Knopf der alten Luftalarmsirene, die man auf der ganzen Insel hören konnte. Er drückte auf den Knopf.