: Michael Vogler
: Mexiko - zehn Jahre in der NAFTA Wirtschaftliche und politische Auswirkungen
: Grin Verlag
: 9783638291880
: 1
: CHF 33.40
:
: Vergleichende und internationale Politikwissenschaft
: German
: 100
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Politik - Region: Mittel- und Südamerika, Note: 1,7, Universität Passau, Sprache: Deutsch, Abstract: Nach 10 Jahren NAFTA-Mitgliedschaft Mexikos stellt sich die Frage, inwiefern der Beitritt zu diesem Bündnis das Land vorangebracht hat. Besonders interessant ist das NAFTA-Projekt aufgrund des einzigartigen Umstands, dass sich ein Schwellenland mit zwei Industrieländern in einem Integrationsbündnis zusammengeschlossen hat. In der vorliegenden Arbeit werden vor allem die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen des Bündnisses auf die Entwicklung Mexikos detailliert untersucht. Wenn auch nicht vertieft diskutiert, so wird doch deutlich, dass erst ein fiktiver Vergleich mit einem möglichen Verzicht auf den NAFTA-Beitritt dessen Vorteile evident werden lässt.

3. Der NAFTA-Vertrag


 

3.1. Der Verhandlungsverlauf


 

Die Vereinigten Staaten von Amerika nahmen den ihnen von der Regierung Salinas de Gortari unterbreiteten Vorschlag zur Etablierung einer Freihandelszone nicht nur bereitwillig, sondern eifrig an. Nachdem sich der mexikanische Präsident trotz aller antiamerikanischen Stimmungen zu diesem Schritt überwunden[55] hatte, wollte sich Washington diese Chance auf eine Intensivierung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Mexiko nicht entgehen lassen, zumal man nicht wusste, wann – und ob überhaupt – sich solche eine Gelegenheit wieder ergeben würde.[56] Ende August 1990 schlug Salinas den USA offiziell die Aufnahme von Verhandlungen vor, Präsident Bush informierte hierauf den amerikanischen Kongress.[57] Nachdem auch die kanadische Regierung über die mexikanisch-US-amerikanischen Absichten unterrichtet worden war, und sich schließlich entschloss, an Gesprächen über die Schaffung einer nordamerikanischen Freihandelszone teilzunehmen, konnten die offiziellen trilateralen Verhandlungen auf Ministerebene am 12. Juni 1991 in Toronto beginnen.[58] Der Verhandlungsablauf lässt sich in fünf Phasen unterteilen: Die Vorbereitungsphase, die zweite Phase mit ersten Vertragsvorschlägen, die dritte Phase der gegenseitigen Abstimmung der Vorschläge, die vierte Phase der Einigung in essentiellen Bereichen und schließlich die fünfte Phase der Schlussarbeiten und Ausräumung offengebliebener Fragen.[59] Die einzelnen Bereiche der NAFTA-Verhandlungen unterschieden sich hinsichtlich der Schwierigkeit, zu einer Lösung zu gelangen: So waren die Abschaffung von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen, die Regelung von Schutzmaßnahmen und die Standardisierung des Landtransports relativ problemlos. Weder einfach noch besonders schwierig waren die Bereiche Handel mit Textilien und Kleidung aus Mexiko, Vereinheitlichung von Qualitätsbestimmungen, Dienstleistungshandel, Telekommunikation, Schutz des geistigen Eigentums und Streitschlichtung. Relativ problematisch waren dagegen die Verhandlungen über die Ursprungsregelungen, das öffentliche Bestellwesen, den Energiesektor und den Handel mit petrochemischen Produkten, Subventionen und Handelsbeschränkungen, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Landwirtschaft, Investitionen und Automobilhandel.[60] In den letztgenannten Bereichen