Die Pfeiler des Glaubens Roman
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Ildefonso Falcones
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Die Pfeiler des Glaubens Roman
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C.Bertelsmann Verlag
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9783641049096
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1
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CHF 11.70
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Erzählende Literatur
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German
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928
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Wasserzeichen
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB
Ein monumentales Leseerlebnis!
Andalusien, 1568. Nach Jahren der Unterdrückung erheben sich die spanischen Muslime gegen ihre christlichen Peiniger. Unter den Aufständischen ist auch der junge Maure Hernando, der sein Volk und seine Kultur vor dem Untergang retten will. Doch die Revolte wird bald zum blutigen Glaubenskrieg, und angesichts der von beiden Seiten begangenen Grausamkeiten wächst in Hernando das Bedürfnis nach Frieden und Aussöhnung der Religionen – ein Ziel, dem er fortan sein Leben widmet.
In seinem Weltbestseller über Glaube und Versöhnung erzählt Falcones die ergreifende Geschichte vom Aufstand der Muslime bis zu ihrer endgültigen Vertreibung, und entführt uns in ein faszinierendes al-Andalus am Wendepunkt der europäischen Geschichte.
Ildefonso Falcones de Sierra, verheiratet und Vater von vier Kindern, arbeitet als Anwalt in Barcelona. Sein Debütroman „Die Kathedrale des Meeres“ war ein überwältigender internationaler Erfolg. Mit weltweit mehr als fünf Millionen verkauften Büchern hat sich Falcones als der bestverkaufte spanische Autor historischer Romane verewigt.
IV Im Namen unseres Herrn
(S. 622-623)
Ich sage euch, die Araber sind eines der erhabensten Völker, und ihre Sprache ist eine der erhabensten Sprachen. Gott wählte sie aus, um sein Gesetz in der letzten Zeit auf sie zu stützen […] Wie mir Jesus sagte, der schonüber den Söhnen Israels Vorrang hatte, wird jenen von ihnen, die ihm untreu waren […], niemals die Herrschaft gegeben. Aber die Araber und ihre Sprache werden zu Gott und zu seinem rechten Gesetz zurückkehren, und zu seinem ruhmreichen Evangelium und zu seiner heiligen Kirche in der Zeit, die da kommen wird.
Die Geschichte der Wahrheit des Evangeliums (Die Bleibücher von Sacromonte, herausgegeben von Miguel José Hagerty)
Córdoba, im Januar 1595
Der Morgen war kalt und grau, und Hernando verbreitete seit dem Aufstehen eine ebenso düstere Stimmung wie der Himmelüber dem Patio. Miguel machte sich Sorgen um seinen Herrn und Freund: Hernando wirkte fahrig, mürrisch und wie von einer ungewohnten Rastlosigkeit getrieben. Dabei ritt sein Herr seit einiger Zeit regelmäßig am frühen Morgen aus und zog sich dann in aller Ruhe in die Bibliothek im Obergeschoss zurück, in der die zahlreichen Bücher, Papiere und Schriften noch größere Haufen bildeten als das Herbstlaub im Innenhof.
Die wachsende Unruhe, die Miguel an seinem Herrn in diesen Tagen bemerkte, rührte daher, dass Hernando– mittlerweile einundvierzig Jahre alt– nach sieben langen Jahren endlich kurz vor dem Höhepunkt seiner Arbeit stand. Sieben Jahre unermüdlichen Forschens und Nachdenkens. Sieben Jahre, die er seiner Mission des friedlichen Miteinanders der beiden großen Religionen gewidmet hatte. Er wollte die Einstellung der Christen zu seinem von ihnen so verachteten Volk, das acht Jahrhunderte lang die spanischen Reiche beherrscht hatte, radikal verändern. Hernando hatte sogar Latein gelernt, um bestimmte Texte lesen zu können. Von den Spieltischen hielt er sich gänzlich fern, und das Hurenhaus besuchte er nur noch selten.
»Ja! Die sieben apostolischen Männer!«, hatte er vor einigen Tagen unvermittelt im Patio ausgerufen und damit Miguelüberrascht, der mit den Abgrenzungen der Beete beschäftigt war, in denen im Frühling die Blumen blühen sollten.»Wenn ich diese Legende als Ausgangspunkt nehme, dann passt alles zusammen, sogar die Geschichte vom heiligen Caecilius, die mir Castillo berichtet hat!«Der Junge, der von Hernandos Bestrebungen wusste, seit dieser sie Aischa kurz vor ihrem Tod offenbart hatte, stand den Plänen seines Herrn und Freundes gleichgültig bis skeptisch gegenüber.»Señor«, hatte er ihm bei einem ihrer Gespräche entgegengehalten,»welchem Gott kann ich denn noch vertrauen? Egal, ob es der eine oder der andere ist, Gott lässt zu, dass Kindern die Beine gebrochen werden, damit sie mehr Geld einbringen!«