: J.D. Robb
: Der Kuss des Killers Roman
: Blanvalet
: 9783641040376
: Eve Dallas
: 1
: CHF 8.90
:
: Spannung
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Rasant, sexy und eigenwillig: der 5. Fall für Polizei-Lieutenant Eve Dallas!

Niemals ist Lieutenant Eve Dallas etwas so schwer gefallen: Sie muss gegen ihre eigenen Kollegen ermitteln, weil alle Spuren des Mordes an einem liebenswerten, anständigen Polizisten direkt in die Zentrale führen. Als eine weitere Leiche vor ihrer Haustür deponiert wird, begreift Eve Dallas, dass dieser zweite Mord eine eindeutige Warnung ist: Eve selbst soll das nächste Opfer sein. Und diesmal steht Eve einem Killer gegenüber, so raffiniert, überheblich und hinterhältig wie das personifizierte Böse...

J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

1


Sie war vom Tod umgeben. Sie begegnete ihm täglich bei der Arbeit, erlebte ihn in jeder Nacht in irgendeinem Traum. Lebte stets in seiner Nähe, kannte seine Geräusche, seine Gerüche, ja selbst seine Textur. Sie konnte, ohne zusammenzuzucken, in sein dunkles, bösartiges Antlitz blicken, was ihre Rettung war. Denn sie wusste, der Tod war der trickreichste von allen Feinden. Man brauchte nur zu zucken, brauchte nur zu blinzeln, und schon veränderte er seine Position, seine Gestalt, schon konnte es geschehen, dass er den Kampf gewann.

Selbst nach zehn Jahren als Polizistin war sie noch nicht abgestumpft. Konnte sie den Tod nicht akzeptieren. Wenn sie ihm entgegensah, dann mit der stählernen Entschlossenheit der alten Kriegerin.

Auch in diesem Augenblick starrte Eve Dallas auf den Tod. In Gestalt eines Menschen, der ein Mitglied ihrer eigenen Truppe gewesen war.

Frank Wojinski war ein guter, ein solider Cop gewesen. Einige hätten ihn vielleicht ein wenig schwerfällig genannt. Sie erinnerte sich an ihn als einen umgänglichen Mann - jemand, dem nie auch nur die leiseste Beschwerde über den Fraß in der New Yorker Polizeikantine oder über die Berge von Papierkram, die mit seinem Job verbunden waren, über die Lippen gekommen war. Oder, dachte Eve, darüber, dass er es mit zweiundsechzig nicht weiter gebracht hatte als zum Detective-Sergeant.

Er hatte, obwohl es im Jahre 2058 eher ungewöhnlich war, auf Körperformung und andere Möglichkeiten der Verjüngung zu verzichten, einen leichten Bauchansatz gehabt und sein Haar natürlich ergrauen und dünner werden lassen. Jetzt, in dem durchsichtigen Sarg, auf dem ein einzelnes, trauriges Liliensträußchen lag, wirkte er wie ein friedlich schlafender Mönch aus einer anderen Zeit.

Und tatsächlich stammte er aus einer anderen Zeit. Er hatte am Ende des vorherigen Jahrtausends das Licht der Welt erblickt und auch noch die innerstädtischen Revolten hautnah miterlebt, jedoch seltener davon gesprochen als so viele andere ältere Cops. Frank hatte, statt mit Kriegsgeschichten anzugeben, lieber die neuesten Schnappschüsse oder Hologramme seiner Kinder und Enkelkinder herumgezeigt.

Er hatte gerne schlechte Witze erzählt, über Sport geredet und hatte eine Schwäche für Sojaburger und würzige Essiggurken gehabt.

Ein Familienmensch, sagte sich Eve,ein Mann, dessen Tod große Trauer hinterließ. Tatsächlich fiel ihr niemand ein, der Frank Wojinski gekannt un