: Mario Puzo
: Der letzte Pate
: Rowohlt Verlag Gmbh
: 9783644417618
: 1
: CHF 10.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 688
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vendetta in Hollywood Die Enkel des mächtigen Mafiabosses Don Clericuzio, Cross und Dante, gehen gegen den Willen ihres Großvaters eigene Wege. Cross steigt in das von der Mafia gemiedene Filmgeschäft ein, Dante bringt den Clan durch sein hitzköpfiges Verhalten in Schwierigkeiten. Die Unüberlegtheit der beiden jungen Männer führt die Familie an den Rand des Abgrunds, es kommt zum Showdown in Hollywood. Doch einer hat die Fäden nie aus der Hand gegeben - der letzte Pate. «Puzo in Hochform.» (Time) «Eine fesselnde Geschichte voll unvergesslicher Figuren.» (USA Today) «Das unterhaltsamste Buch seit ?Der Pate?.» (New York Times)

Mario Puzo wurde 1920 als Sohn armer italienischer Einwanderer in New York geboren. Seine Mafiaromane machten ihn weltberühmt. Er starb 1999 auf Long Island.

PROLOG


Quogue ·1965

Am Palmsonntag, ein Jahr nach dem Großen Krieg gegen die Santadios, feierte Don Domenico Clericuzio die Taufe zweier Neugeborener aus dem Kreis seiner Blutsverwandten und traf die wichtigste Entscheidung seines Lebens. Er lud die größten Familienchefs von Amerika zu sich ein, dazu Alfred Gronevelt, den Eigentümer des Hotels Xanadu in Vegas, und David Redfellow, der sich in den Vereinigten Staaten ein riesiges Drogenimperium aufgebaut hatte. Sie alle waren mehr oder weniger seine Partner.

Nun wollte das mächtigste Familienoberhaupt Amerikas, Don Clericuzio, seine Macht abtreten – nach außen hin. Es wurde Zeit, mit anderen Karten zu spielen; demonstrative Macht war zu gefährlich. Der Machtwechsel an sich barg jedoch einige Gefahren. Deswegen musste er äußerst behutsam und mit großem Wohlwollen vorgehen. Und zwar auf eigenem Grund und Boden, im Zentrum seiner Macht.

Das Anwesen der Clericuzios in Quogue war zwanzig Morgen groß und von einer drei Meter hohen roten, mit Stacheldraht und elektronischen Sensoren bewehrten Mauer umgeben. Auf diesem Areal lagen außer dem Herrenhaus die Villen seiner drei Söhne sowie zwanzig kleinere Häuser für zuverlässige Gefolgsleute der Familie.

Bevor die geladenen Gäste eintrafen, setzte sich der Don im Spaliergarten hinter dem Herrenhaus mit seinen Söhnen an einem weißen gusseisernen Tisch zusammen. Giorgio, der älteste, war hochgewachsen, trug einen kleinen, flotten Schnurrbart und besaß die schlaksige Figur eines britischen Gentlemans, die er mit maßgeschneiderten Anzügen noch betonte. Er war siebenundzwanzig, verschlossen, hatte einen scharfen Verstand und harte Gesichtszüge. Der Don teilte Giorgio mit, dass er sich um die Aufnahme in die Wharton School of Business bewerben solle, um alle Tricks zu erlernen, mit deren Hilfe man Geld stehlen könne, ohne das Gesetz zu übertreten.

Giorgio erhob keine Einwände; dieser Befehl seines Vaters kam einem königlichen Edikt gleich und stand nicht zur Diskussion. Also nickte er gehorsam.

Nun wandte sich der Don an seinen Neffen Joseph «Pippi» De Lena. Der Don liebte Pippi ebenso wie seine Söhne, denn Pippi war nicht nur sein Blutsverwandter – der Sohn seiner verstorbenen Schwester –, sondern auch der große General, der die brutalen Santadios besiegt hatte.

«Du gehst nach Las Vegas», bestimmte er. «Dort kümmerst du dich um unsere Beteiligung am Xanadu. Da unsere Familie sich aus allen aktiven Unternehmungen zurückzieht, wird es hier nicht mehr so viel zu tun geben. Aber du wirst der Hammer der Familie bleiben.»

Wie er sah, war Pippi nicht sehr glücklich darüber, also musste er ihm Gründe nennen. «Nalene, deine Frau, kann unmöglich im Dunstkreis der Familie leben, sie kann hier in der Bronx-Enklave nicht bleiben. Sie ist einfach zu anders. Die Leute können sie nicht akzeptieren. Baut euch ein neues Leben auf, fern von uns.» Der Don hatte recht, aber er hatte noch einen anderen Grund. Pippi war der große Held und