: Andrea Schacht
: Rheines Gold Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641012441
: 1
: CHF 5.40
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das römisch besetzte Köln, die luxuriösen Thermen dieser Zeit – und wieder eine hinreißende Heldin: farbenprächtige Schauplätze und faszinierende Protagonisten sind das Markenzeichen von Andrea Schacht!

Köln, im Jahr 100 nach Christus. Die junge, rothaarige Witwe Rufina führt seit dem Tod ihres Mannes die Therme der Colonia. Doch die Geschäfte laufen schlecht. Als eines Morgens kein Wasser in die Becken läuft und weiterer Verdienstausfall droht, sucht Rufina wütend den Baumeister Silvian auf. Doch es gibt einen grausigen Grund, warum das Wasser nicht fließt: Ein menschlicher Leichnam verstopft die Rohrleitung. Und Rufina kennt den Mann – er steht in Zusammenhang mit dem Tod ihres Mannes … Als sie Fragen stellt, stößt sie auf Schweigen. Und als sie kurz darauf entführt wird und sich in letzter Sekunde befreien kann, befindet sie sich bereits mitten in einem Gewirr aus zwielichtigen Machenschaften, illegalem Goldhandel und düsteren Intrigen. Einzig Silvian, der Baumeister, steht ihr zur Seite …

Fesselnd, originell und wunderbar detailgenau: Einmal mehr erweist sich Andrea Schacht als Meisterin des spannenden historischen Romans.

Andrea Schacht (1956 - 2017) war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit »Die elfte Jungfrau« kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie auch danach mit vielen weiteren Romanen eroberte.
2. Kapitel
Tote Hasen, Gold und Leichen
Welcher Unstern, soll ich denken,
steht meinem Schicksal im Wege?
steht meinem Schicksal im Wege?
Welche Götter soll ich anklagen,
dass sie Krieg gegen mich anzetteln?
OVID, AMORES
 
Drei Monate später war der April ins Land gezogen.
Aurelia Rufina schob die Schüssel mit gesüßtem Hirsebrei halb leer gegessen zur Seite. Sie hatte schon lange keinen Appetit mehr.
»Ich gehe die Becken kontrollieren«, tat sie ihrem Schwiegervater kund, der mit großem Behagen eine zweite Portion Honig über seinen Brei goss.
»Du bist ein mageres Huhn geworden, Rufina. Du solltest mehr essen, sonst findest du nie einen neuen Mann!«
»Hat irgendjemand dich um deine Meinung gefragt, Crassus?«
»Und Gift hast du auch unter der Zunge.«
»Du kippst dir genug Honig in die Schüssel, da muss ich dir ja nicht noch welchen um den Bart schmieren!«
Die junge Frau stand von der Bank auf, zog sich mit einem energischen Ruck die Stola zurecht und steckte sich noch einmal die widerspenstigen Locken fest. Ein Sonnenstrahl, der durch das geöffnete Fenster fiel, ließ sie kupferrot aufleuchten.
Crassus stellte den Honigtopf hin und schüttelte resigniert den Kopf: »Dabei könntest du wirklich ganz niedlich aussehen!«
»Mit Niedlichkeit verdiene ich nicht mein Geld.«
»Mit der Therme auch nicht.«
»Ach, stopf dir doch endlich den Brei in den Mund, du alter Nörgler!«
Sie rauschte aus dem Raum und nahm den privaten Zugang über das Peristyl des Innenhofes zum Apodyterium, dem Auskleideraum i