: Nicole Amrein
: Dr. Katja König - Geliebter Vater Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641014582
: 1
: CHF 4.50
:
: Erzählende Literatur
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In die Klinik am Park wird ein Notfallpatient eingeliefert. Lebensgefahr! Jede Minute zählt. Als Dr. Katja König an den OP-Tisch tritt, ist sie schockiert – der Patient ist ihr eigener Vater. Doch da an diesem Tag weder Professor Winter noch Dr. Diana Grossmann im Haus sind, muss sie gegen den ärztlichen Grundsatz verstoßen, Verwandte nicht zu behandeln. Sie ist gezwungen selbst zu operieren …

Bewegend, dramatisch und romantisch: Ein Arztroman der neuen Generation!

Nicole Amrein, 1970 in Bern geboren, war als Fernsehmoderatorin, Journalistin und Chefredakteurin bei diversen Magazinen tätig. Mit ihrem Erstling"Die Pfundsfrau" landete sie auf Anhieb einen Bestseller. Es folgten Arztromanserien und Frauenromane sowie zahlreiche Kurzgeschichten für Zeitschriften. Die Serie"Dr. Katja König" hat in der Schweiz bereits eine riesige Fangemeinde; die Filmrechte in Deutschland sind bereits verkauft. Nicole Amrein lebt mit ihrem Mann im Kanton Zug und in der Südschweiz.
Chapter 30 (S. 136-138)

Mit nicht minderer Genugtuung beobachtete Professor Winter kurz vor Mittag, wie der Patient Rüdiger Franzen die Klinik verließ. Er tat es an zwei Krücken, seine Sporttasche hatte er kurzerhand zu einem Rucksack umfunktioniert. Damit humpelte der Student zielstrebig zur nahen Straßenbahn, vorbei an Anne Wilhelms, die ihm vergebens die Beifahrertür ihres neuen Sportwagens aufhielt. Es schien, als habe der junge Mann seine Lektion gelernt. Nichts und niemand war es wert, dafür sein eigenes Ich zu verleugnen. So etwas konnte auf Dauer nicht gutgehen, wie dies die Beziehung zwischen Ludwig Winter und seiner Ex-Frau bewiesen hatte.

Ohne die Kinder wären sie wohl keine drei Jahre zusammengeblieben. Doch irgendwann war auch der Nachwuchs erwachsen, ging seine eigenen Wege – und zurück blieben nach über zwanzig Ehejahren zwei Menschen, die sich nichts mehr zu sagen hatten. Umso mehr genoss der Professor seine zweite Ehe mit der jungen Französin. Zwischen ihnen herrschte nie bedrücktes Schweigen, sie hatten einander immer etwas mitzuteilen, waren auf eine Art seelenverwandt, so wie Ludwig Winter dies sonst nur von Bruno Bauer und Katja König kannte. Eben noch hatte er die beiden auf der Intensivstation angetroffen, am Bett von Bernd König.

Dort trafen sich die Oberärztin der Chirurgie und der Verwaltungsdirektor der Klinik zurzeit mehrmals täglich, hielten abwechslungsweise die Hand des Patienten, sprachen mit ihm, so als wäre er wach. Dabei lag Katjas Vater nach wie vor im künstlichen Koma. Dieser Zustand, vergleichbar mit einer Langzeitnarkose, ermöglichte eine maximale Schmerztherapie. Wann versucht werden konnte, den Patienten wieder ins Hier und Jetzt zurückzuholen, entschied Ludwig Winter.

Er hatte Katja König den Fall vorübergehend entzogen – eine reine Vorsichtsmaßnahme, sollte Bernd König den Schritt ins Diesseits nicht mehr schaffen. Die Oberärztin sollte dann nicht nächtelang darüber grübeln, ob sie vielleicht doch noch dieses oder jenes Medikament hätte einsetzen sollen. Besser war, der Professor handelte an ihrer Stelle und übernahm auch die Verantwortung für einen möglichen Exodus.

Denn große Überlebenschancen räumte er dem Patienten nicht ein, egal, was aus ärztlicher Sicht noch alles unternommen wurde. Die Medikamente und Maschinen konnten Bernd König nur unterstützen, ihm die Lebensgeister wieder einhauchen konnten sie nicht. Wichtig war, dass auch Katja König dies einsah und aufgrund ihrer ganz privaten Erfahrungen nun nicht die gesamte moderne Medizin in Frage stellte.

Ludwig Winter kannte seine Oberärztin, sie neigte manchmal zu Extremen. Deshalb erachtete er es als besonders wichtig, dass Dr. König ihren Dienst ganz normal absolvierte, so dass sie auch immer wieder mit positiven Krankheitsverläufen konfrontiert wurde – die ja gottlob die Regel waren. Was aber nicht hieß, dass alle Patienten so glimpflich davonkamen wie die Dame von Zimmer zwölf. Allein Katjas Hartnäckigkeit hatte sie es zu verdanken, dass ihr ein operativer Eingriff an der Wirbelsäule erspart geblieben war und sie in der Zwischenzeit als geheilt hatte entlassen werden können.
Chapter 16
Chapter 212
Chapter 317
Chapter 421
Chapter 525
Chapter 628
Chapter 735
Chapter 838
Chapter 940
Chapter 1045
Chapter 1155
Chapter 1258
Chapter 1368
Chapter 1471
Chapter 1576
Chapter 1683
Chapter 1787
Chapter 1891
Chapter 1994
Chapter 2098
Chapter 21105
Chapter 22108
Chapter 23112
Chapter 24115
Chapter 25119
Chapter 26123
Chapter 27128
Chapter 28131
Chapter 29135
Chapter 30137
Chapter 31145
Chapter 32149
Chapter 33153
Chapter 34156
Chapter 35159
Chapter 36166
Chapter 37168
Chapter 38172
Chapter 39174
Chapter 40179
Chapter 41182
Chapter 42185
Chapter 43186
Chapter 44190
Chapter 45192
Chapter 46195
Chapter 47198
Chapter 48200
Chapter 49202
Chapter 50206
Chapter 51209
Chapter 52213
Chapter 53216
Chapter 54217