Der Bernsteinring Roman
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Andrea Schacht
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Der Bernsteinring Roman
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Blanvalet Taschenbuch Verlag
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9783641011451
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Die Ring-Saga
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1
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CHF 5.40
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Historische Romane und Erzählungen
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German
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446
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB/PDF
Anita, eine junge Kölnerin, und ihre Halbschwester Roswita haben sich erst nach dem Tod des Vaters kennen gelernt und angefreundet. Doch in ihrer beider Kindheit haben die Erzählungen des Vaters eine entscheidende Rolle gespielt. Zufällig entdecken sie in einem Antiquitätengeschäft einen Bernsteinring, der zu einer Geschichte aus dem mittelalterlichen Köln von 1498 passt, die der Vater ihnen hinterlassen hat: Eine Geschichte von Kuppelei, Mord und Hexenverdacht – und von der leidenschaftlichen Liebe der Stiftsdame Anna zum Ratsherrn Rabanus …
Andrea Schacht (1956 - 2017) war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit »Die elfte Jungfrau« kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie auch danach mit vielen weiteren Romanen eroberte.
16. Kapitel Valeska
(S. 185-187)
Die alte Stiftsschreiberin war auf dem Lichhof hinter der Kirche von Maria im Kapitol begraben worden, und nicht nur Anna hatte Tränen in den Augen. Später hatte die Äbtissin Anna dann zu sich gebeten und lange mit ihr gesprochen. »Ihr wollt mir wirklich dieses Amt anvertrauen, Ehrwürdige Mutter?«, hatte Anna schließlich gefragt. »Nun, warum nicht? Du hast den besten Überblick über Dionysias Aufgaben. Und wahrscheinlich hast du in den vergangenen Jahren auch viele ihrer Schreibarbeiten für sie erledigt. Mir will es vorkommen, als ob deine Handschrift immer häufiger auf den Schriftstücken, Urkunden und Briefen erscheint.«
»Ja, nun…« »Auch meine Augen beginnen nachzulassen. Ich weiß, wie es Dionysia ergangen ist. Also, Anna?« »Gerne, Ehrwürdige Mutter.« »Gut, aber neben den Schreibarbeiten für mich und die Priorin wirst du auch die Unterweisung der jungen Kanonissen übernehmen, die nicht lesen und schreiben können. Dass du das kannst, hast du ja bei Rosa bewiesen.« Äbtissin Ida-Sophia erlaubte sich ein kleines Lächeln. »Ja, Ehrwürdige Mutter.« »Wir werden sehen – das Zimmer von Dionysia ist ja nun frei, und es dürfte deinem Amt entsprechen, wenn du es beziehst. Oder fürchtest du dich davor, die Kammer einer Verstorbenen zu bewohnen?« »Nein, Ehrwürdige Mutter. Ich habe Mutter Dionysia von Herzen lieb gehabt. Ich will ihr Angedenken hochhalten und für sie beten. Wo besser als in ihrer Kammer. «
»Gut. Dann soll es so sein.« »Verzeiht, Ehrwürdige Mutter. Da ist noch etwas.« »Ja, mein Kind?« »Der kleine Betteljunge, der den Bären von uns gelockt hat… Ich würde ihm gerne danken. Etwas Gutes tun.« »Das Ansinnen macht dir Ehre. Nur, wie willst du ihn finden?« »Ich glaube, die Wirtin, zu der wir Dionysia gebracht haben, kennt ihn.« »Na gut. Aber ich sehe es nicht gerne, dass du in diese Straßen gehst. Gesindel und fahrendes Volk haust da, es mag gefährlich für dich sein.« »Ich werde nicht alleine gehen. Ich nehme Rosa mit.« »Oh, Rosa… Ist das die rechte Wahl, zwei junge Frauen?« »Eine kräftige junge Frau mit flinken Füßen ist eine bessere Begleitung als eine alte, fußlahme Magd.«
Die Äbtissin gab diesem Argument nach, und so wanderten am selben Nachmittag Rosa und Anna zum Katzenbauch und besuchten Horsel in ihrer Schenke. Rosa hielt sich zurück und sah sich nur neugierig um, während Anna das Gespräch mit der Wirtin führte. »Ich kenn die Göre. Sie treibt sich häufig hier herum. Lass die Finger von dem Pollacken-Bengel.« »Der Junge war tapfer, Horsel. Und er wird sich um die Bärin grämen.
Ich will sehen, ob ich ihm nicht helfen kann.« »Helfen?«, schnaubte die Amme. »Wenn du dem Balg Geld gibst, werden es ihm seine Leute wegnehmen und versaufen.« »Dann werde ich mir etwas anderes ausdenken. Wo wohnt der Junge?« »Da gehst du besser nicht hin, Anna.« »Horsel, die christliche Barmherzigkeit muss sich auch in tätiger Nächstenliebe zeigen. Übrigens – du steckst den hungrigen Kindern doch auch immer mal wieder einen Kanten Brot zu.«
Dramatis Personae
8
Vorwort
12
1. Kapitel Wiederkehr
14
2. Kapitel Der Unfall
15
3. Kapitel Das Stundenbuch
18
4. Kapitel Traum und Verwirrung
41
5. Kapitel Anna
44
6. Kapitel Aufwachen
56
7. Kapitel Der Bernsteinring
71
8. Kapitel In der Schenke
88
9. Kapitel Besuch des hohen Herren
94
10. Kapitel Die Schreibmeisterin
110
11. Kapitel Rosa tritt auf und ein
119
12. Kapitel Die drei Marien
130
13. Kapitel Der B‚r ist los
155
14. Kapitel Vergebliche Suche
168
15. Kapitel Bei der Hexe
183
16. Kapitel Valeska
186
17. Kapitel Hrabanus Vorschlag
197
18. Kapitel Hochzeit
210
19. Kapitel Malaria
220
20. Kapitel Plektrudistag
238
21. Kapitel Beim Quacksalber
251
22. Kapitel Marcs Besuch
253
23. Kapitel Besuch bei Rosa
278
24. Kapitel Am Bayenturm
289
25. Kapitel Bei der Zauberschen
301
26. Kapitel Die Gaukler kommen
304
27. Kapitel In der Hinterstube
317
28. Kapitel Besuch bei den Gauklern
321
29. Kapitel Valeska wird gefunden
335
30. Kapitel Der Syndicus
351
31. Kapitel JuliusÌ Entdeckungen
355
32. Kapitel Falkomar
364
33. Kapitel Rosas Befreiung
375
34. Kapitel Annas Ende
391
35. Kaptiel Vaterverdacht
402
36. Kapitel Sph‚rentanz
445