: Jeannette Godau
: Germanistik in Prag und Jena - Universität, Stadt und Kultur um 1900 Der Briefwechsel zwischen August Sauer und Albert Leitzmann
: S.Hirzel Verlag
: 9783777622002
: Beiträge zur Geschichte der Germanistik
: 1
: CHF 47.70
:
: "Deutsche Sprachwissenschaft; Deutschsprachige Literaturwissen- schaft"
: German
: 351
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Die Literaturhistoriker August Sauer und Albert Leitzmann können als zwei typische Vertreter ihrer Generation gelten: bürgerlich aufgewachsen, philologisch geschult und eingebunden in ein kommunikatives Netzwerk. Ihr gut 30 Jahre andauernder Briefwechsel erhellt wissenschaftliche, kulturelle und private Aspekte des Gelehrtenlebens an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Ungewöhnlich für seinen Berufsstand ist Sauers kulturpolitisches Engagement in der deutschböhmischen RundschauDeutsche Arbeit und in der Volkshochschulbewegung. Nicht nur als Rektor der Deutschen Universität in Prag sieht er sich mit nationalen Spannungen zwischen Tschechen, Deutschen und Juden konfrontiert.
Leitzmann lehrt in unsicheren beruflichen Verhältnissen in der thüringischen Universitätsstadt Jena und publiziert in Sauers ZeitschriftEuphorion Seine Lebensansichten sind in persönlichen Erinnerungen festgehalten.

Anhand der hier erstmals ausgewerteten Briefe und Tagebücher sowie der Zeitschriften wird die Entwicklung einer Gelehrtenfreundschaft nachgezeichnet und Erfolg und Scheitern im Hochschulwesen dokumentiert.

Inhaltsverzeichnis6
Danksagung8
1. Einleitung10
1.1 Forschungsstand und Erkenntnisinteresse10
1.2 Quellengrundlage22
2. Der Literaturhistoriker im Kräftefeld von Familie, Universität und Stadt26
2.1 Zwischen Nationalitätenkampf und Wissenschaft – August Sauer26
2.1.1 Sozialisation in Wien, Entbehrungen in Lemberg und zweite Heimat Prag – Stationen im Leben des österreichischen Germanisten26
2.1.2 „wenn das grausame Schicksal mich etwa nach dem slavischen Prag fu?hren sollte …“ – August Sauers hochschulpolitisches Wirken im Kontext des Nationalitätenkonflikts in Böhmen und in der Tschechoslowakischen Republik34
2.1.3 Der Lehrstuhl fu?r Neuere Deutsche Sprache und Literatur in Prag und die Germanistik in Österreich57
2.2 Gefangen in Jena, Gefangen im Selbst – Albert L eitzmann61
2.2.1 Erziehung und Charakter – Reflektionen eines Klosterschu?lers und Werdegang eines Außenseiters61
2.2.2 Hindernisse und Wagnisse – Beginn am Jenaer germanistischen Lehrstuhl und die vergebliche Freiheitssuche am Goethe - und Schiller-Archiv in Weimar72
2.2.3 Neuanfang und Endpunkt – universitätsinterne und fachliche Gru?nde fu?r Leitzmanns Verbleiben an der Jenaer Universität79
2.2.4 Carl-Zeiss-Stiftung, Kunstverein und Musikforum – Das Städtische Umfeld von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Weimarer Republik93
2.2.5 Der Konflikt mit dem Lehrstuhlinhaber Victor Michels und die letzten Jahre als Lehrstuhlinhaber99
2.3. Prag – Jena, Jena – Prag109
2.3.1 Was wusste Albert Leitzmann u?ber die Prager Verhältnisse?109
2.3.2 „University Extension“ – Lehrerfortbildung und volkstu?mliche Hochschulkurse an der Salana und der Karl-Ferdinands-Universität119
3. Der Literaturhistoriker in der Kulturpolitik127
3.1 Die Gesellschaft zur Förderungdeutscher Wissenschaft, Kunst, und Literatur in Böhmen127
3.2 „Meine neuste Schöpfung“ – Deutsche Arbeit. Monatschrift fu?r das geistige Leben der Deutschen in Böhmen132
3.2.1 Die Revue in der Tradition der europäischen Rundschauzeitschriften132
3.2.2 Die Deutsche Arbeit unter August Sauers Redaktionsleitung 1905 bis 1908144
3.2.3 August Sauers Beiträge fu?r die Monatschrift zwischen Wissenschaft, Kulturpolitik und Literaturkritik158
3.2.4 Der „nationale Gegner“ – Tschechen aus der Sicht der Deutschen Arbeit und das Verhältnis zur ?echischen Revue176
3.2.5 Die „Deutsche Arbeit“ der Prager Juden und die ju?dische Wochenschrift Selbstwehr194
4. Der Literaturhistoriker in der Fachkorrespondenz206
4.1 „Worte aus der Ferne bedeuten so wenig und sind so kahl“ – Die Korrespondenz als Fallbeispiel fu?r den Quellenwert der Briefsorte Gelehrtenbrief206
4.2 „Nächstens komme ich mit einer grossenlitterarischen Neuigkeit“ –Der Euphorion im Spiegel des Briefwechsels zwischen Herausgeber und Mitarbeiter221
4.2.1 „Mit der Zs. gehen grosse Veränderungen vor“ – Briefliche Dokumentation der Entwicklung der Zeitschrift221
4.2.2 „Ihre Schillerrezensionen machen Aufsehen“ – Die Euphorion-Beiträge Albert Leitzmanns234
4.3 „… dass die Methode Litteraturgeschichte zu schreiben noch nicht gefunden sei“ – Methodische Spurensuche in der Korrespondenz255
4.3.1 Der fachliche Diskurs vor und nach der Jahrhundertwende255
4.3.2 „Literaturgeschichte und Volkskunde“ – Historischer Kontext, ideologische Implikationen und Rezeption von August Sauers Rektoratsrede271
Exkurs: Die Aufnahme landschaftlicher Aspekte in den Arbeiten von Sauers Schu?lern sowie von Fachgenossen und „Dilettanten“295
Resu?mee305
6. Literaturverzeichnis314
6.1 Ungedruckte Quellen314
6.2 Primärliteratur von Albert Leitzmann und August Sauer315
6.3 Gedruckte Quellen und Forschungsliteratur323
6.4 Biographische Hilfsmittel, Nachschlagewerke und Handbu?cher348
Personenregister349