: Martin S. Schmid
: Der Wettbewerb zwischen Business Webs Strategien konkurrierender Unternehmensnetzwerke im IPTV-Markt
: Gabler Verlag
: 9783834986092
: 1
: CHF 37.40
:
: Management
: German
: 300
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Martin S. Schmid untersucht die Mechanismen des Wettbewerbs zwischen Business Webs am Beispiel des konvergenten IPTV-Marktes, der an der Schnittstelle von Telekommunikations-, Medien- und IT-Industrie entsteht.

Dr. Martin S. Schmid promovierte bei Prof. Dr. Dres. h. c. Arnold Picot am Institut für Information, Organisation und Management der Ludwig-Maximilians-Universitä München.
7 Schlussbetrachtung(S. 251-252)

7.1 Zusammenfassung zentraler Ergebnisse der Arbeit


Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand in der Identifikation von Determinanten und Mechanismen des Wettbewerbs zwischen Business Webs in der explorativen Phase eines Marktes, die die Dynamik dieses Wettbewerbs auf kollektiver Ebene erklären können und Ansatzpunkte für die Skizzierung geeigneter individueller bzw. kollektiver Wettbewerbsstrategien bieten. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, wurden zunächst zwei zentrale Begriffe geklärt.

Eine Plattform stellt das zentrale Modul in der Architektur einer Familie von Systemprodukten dar, die durch Kombination der Plattform mit komplementären Gütern entsteht. Die Plattform ist die Basis für eine gleichzeitige Stabilität und Flexibilität dieser Produktfamilie, die durch indirekte Netzwerkeffekte geprägt ist. Konkurrierende Business Webs entstehen um inkompatible, von Shapern kontrollierte Plattformen herum. Der Shaper als zentrales Unternehmen des Business Web baut ein Netzwerk von Adaptern auf, die Elemente der Plattform bzw. komplementäre Produkte herstellen, um mit ihrer Hilfe die Plattform als Standard im Markt durchzusetzen.

Die Adapter, die vom Shaper durch die Schaffung von Win-Win-Situationen für das Business Web gewonnen werden müssen und zu anderen Adaptern in einem meist coopetitiven Verhältnis stehen, organisieren sich in Subnetzwerken in unterschiedlichen organisatorischen Schichten, so dass das Business Web die Struktur einer skalenfreien „Kleinen Welt“ mit dem Shaper im Zentrum aufweist. Diese Struktur garantiert die gleichzeitige Stabilität und Flexibilität des Business Webs und weist Parallelen zur Architektur des technologischen Systems auf, da die organisatorische und technologische Ebene von Business Webs in einem koevolutorischen Verhältnis zueinander stehen.

Nach der Klärung dieser Begriffe konnten die zentralen derivativen Forschungsfragen beantwortet werden: Wie gestaltet sich die Dynamik konkurrierender Business Webs in der Explorationsphase eines Marktes und welche Ebenen sind für die Erfassung dieser Dynamik relevant? Der Wettbewerb zwischen Plattformen auf der technologischen Ebene determiniert die Phase in der Entwicklung eines Marktes, in der konkurrierende Business Webs gegeneinander antreten. Plattformwettbewerb entsteht in der Era of Ferment, in der Shaper versuchen, inkompatible Plattformdesigns als neues Dominant Design in der Industrie zu etablieren, so dass unterschiedliche Produktfamilien miteinander konkurrieren.

Zugleich versuchen die Shaper technologische Standards zu etablieren, um die Vielfalt von für die Plattform verfügbaren Komplementärgütern zu erhöhen und die Koordination seiner Adapter zu vereinfachen. Die institutionelle Ebene der Standards erweist sich somit als vermittelndes Element in der koevolutorischen Beziehung der technologischen Plattformebene und der organisatorischen Ebene des Business Webs. Entsprechend wurde ein theoretischer Rahmen zur Analyse des Wettbewerbs zwischen Business Webs entwickelt, der die relevanten Ebenen des technologischen Systems, der Standards und des organisatorischen Systems erfasst, um individuelle und kollektive Strategien von Business Webs untersuchen zu können. Dieser Rahmen bietet im Gegensatz zu alternativen Arbeiten, die meist nur eine der genannten Ebenen betrachten, die Möglichkeit, den Wettbewerb zwischen Business Webs umfassend zu analysieren.
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis14
Tabellenverzeichnis18
Anhangsverzeichnis19
Abkürzungsverzeichnis20
1 Einleitung22
1.1 Problemstellung22
1.2 Zielsetzung26
1.3 Aufbau der Arbeit27
2 Der Wettbewerb zwischen Plattformen30
2.1 Komplexe Systeme und ihre Architektur30
2.2 Modulare Systeme31
2.2.1 Theoretische Grundlagen der Modularisierung31
2.2.2 Prinzipien und Designregeln der Modularität33
2.2.3 Die Rekonfigurierbarkeit modularer Systeme durch modulare Operatoren34
2.3 Plattformen36
2.3.1 Analyse bisheriger Arbeiten zu Plattformen36
2.3.2 Entstehung und Charakteristika von Plattformen40
2.4 Evolution von Plattformen43
2.4.1 Die Konzepte des Technologiezyklus und des Dominant Designs43
2.4.1.1 Produktbezogenes Konzept des Technologiezyklus43
2.4.1.2 Systembezogenes Konzept des Technologiezyklus48
2.4.2 Netzwerkökonomik: Standardisierung, Kompatibilität und Netzwerkeffekte52
2.5 Zwischenfazit57
3 Theoretische Ansätze zur Analyse des Wettbewerbs zwischen Business Webs auf organisatorischer Ebene60
3.1 Die für den Wettbewerb zwischen Business Webs relevanten Analyseebenen60
3.2 Neue Institutionenökonomik61
3.2.1 Transaktionskostentheorie61
3.2.2 Vertragstheorie63
3.3 Ressourcenorientierte Strategieansätze65
3.3.1 Resource Based View65
3.3.2 Der Relational View68
3.3.3 Dynamische Kompetenzen70
3.4 Die Soziale Netzwerktheorie als Forschungsstrom der neuen Wirtschaftssoziologie72
3.5 Zwischenfazit: Komplementarität der Theorien74
4 Das Business Web als neue Organisationsform im kollektiven Wettbewerb78
4.1 Existente Forschung zum Wettbewerb zwischen Business Webs78
4.2 Definition und Abgrenzung von Business Webs81
4.2.1 Unternehmensnetzwerke81
4.2.2 Business Webs als von Plattformen und modularen Strukturen geprägte Organisationsform82
4.2.2.1 Elemente der Struktur eines Business Webs: Der Shaper und die Adapter82
4.2.2.2 Technology Webs: Charakteristika und Ziele86
4.2.3 Eingrenzung des Begriffs des Business Webs auf struktureller Ebene89
4.2.3.1 Aussagen der Sozialen Netzwerktheorie zur Effizienz von Netzwerkstrukturen89
4.2.3.2 ‚Kleine Welt’-Strukturen und Skalenfreiheit als Charakteristika von Business Webs92
4.3 Die Entstehung konkurrierender Business Webs um Plattformen96
4.3.1 Kontingenzen der Entstehung von Business Webs96
4.3.2 Erklärung der Entstehung von Business Webs96
4.4 Die Evolution eines Business Webs99
4.4.1 Determinanten und idealtypische Entwicklungsprozesse der strukturellenEvolution eines Business Webs99
4.4.2 Der Lebenszyklus von Business Webs und ihre strukturelle Evolution103
4.5 Zwischenfazit109
5 Strategien im Wettbewerb zwischen Business Webs110
5.1 Strategie110
5.2 Wettbewerb, Kooperation und Coopetition112
5.2.1 Das Paradigma des Wettbewerbs113
5.2.2 Das Paradigma der Kooperation113
5.2.3 Coopetition114
5.2.3.1 Coopetition auf Ebene der Dyade114
5.2.3.2 Coopetition auf Ebene der Triade117
5.3 Wettbewerb zwischen Business Webs118
5.3.1 Die Bedeutung der Netzwerkstruktur für den Wettbewerb zwischen Business Webs120
5.3.2 Coopetition zwischen Unternehmen konkurrierender Business Webs124
5.3.3 Koevolution der organisatorischen und technologischen Ebene von Business Webs127
5.3.4 Theoretischer Rahmen zur Analyse des Wettbewerbs zwischen Business Webs129
5.3.5 Symmetrie des Wettbewerbs zwischen Business Webs132
5.4 Schaffung von Wettbewerbsvorteilen für ein Business Web134
5.4.1 Strategien auf der Ebene des technologischen Systems und der Standards134
5.4.1.1 Strategien im symmetrischen Wettbewerb134
5.4.1.2 Strategien im asymmetrischen Wettbewerb141
5.4.2 Schaffung relationaler Renten aus Netzwerkressourcen145
5.4.2.1 Netzwerkressourcen146
5.4.2.2 Interorganisationale Synergieprozesse148
5.4.2.3 Interorganisationales Lernen und Schaffung kollektiven Wissens149
5.4.2.4 Anreizeffiziente Governance des Business Webs153
5.4.3 Strukturelle, gegen konkurrierende Business Webs gerichtete Strategien154
5.5 Schutz der kollektiven Wettbewerbsvorteile eines Business Webs155
5.6 Zwischenfazit157
6 Fallstudie zum Wettbewerb zwischen Business Webs im IPTV-Markt160
6.1 Empirisches Forschungsdesign160
6.1.1 Objektivistische und subjektivistische Ansätze160
6.1.2 Rapprochement-Ansatz: Fallstudienmethodik zur Erforschung von Unternehmensnetzwerken162
6.2 Die Soziale Netzwerka