Selektionskriterien beim Investment in aktive US-Aktienfonds
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Sebastian Weber
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Selektionskriterien beim Investment in aktive US-Aktienfonds
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Gabler Verlag
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9783834998521
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1
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CHF 40.70
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Volkswirtschaft
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German
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307
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PDF
Sebastian Weber liefert durch die Erprobung von verschiedenen Selektionskriterien neue Erkenntnisse in der Frage um die Persistenz von Fondsrenditen. Dazu analysiert er ein Sample mit reduziertem Survivorship Bias bestehend aus aktiven US-Aktienfonds von Morningstar über den Zeitraum von 1996 bis 2005 insbesondere hinsichtlich Styles.
Dr. Sebastian Weber promovierte bei Prof. Dr. Ralf Trost im Fachgebiet Finanzwirtschaft/Investitione der Technischen Universität Ilmenau. Er ist Wirtschaftsingenieur und Kaufmännischer Leiter bei der R. Stahl HMI-Systems GmbH in Köln.
5.3 Bereinigung des adjustierten Samples
(S. 104-105)
Durch Vergleich der monatlichen Sets mit dem jeweils nachfolgenden Monat von März 2003 bis Dezember 2005 wurde ein Set von 5.056 gestorbenen Fonds gesammelt. Im kommerziellen Set von Dezember 2005 sind 9.342 lebende Fonds enthalten. Dies ergibt ein Gesamtsample von 14.398 Fonds. Auf der Basis dieser Methode sollte man erwarten, dass dieses Set relativ frei von Survivorship Bias ist und auch sonst keine Schwierigkeiten beherbergt. Tatsächlich beinhaltet dieses Sample eine Unmenge von doppelten und fälschlicherweise für gestorben erklärten Fonds. Dies hat unterschiedliche Gründe. Um eine kommerzielle Datenbank wie die von Morningstar zu führen, bedarf es einer ziemlich rigiden Vorgehensweise, wenn Fonds nicht mehr reporten. Reportet z.B. ein Fonds zum zweiten Mal hintereinander nicht an Morningstar, wird er aus der Datenbank gelöscht. Reported er später wieder, wird er wieder neu aufgenommen und sein Name wird erneut eingetippt.
Stellt man nun ein Sample in der beschriebenen Art und Weise zusammen, kommt es zu Verdoppelungen in vielfachen Ausprägungen. Bei insgesamt 233 Fonds kommt der identische Name mehr als einmal vor. Diese Fonds haben das Reporting ausgesetzt, wurden gelöscht und haben das Reporting später wieder aufgenommen. Dabei wurde ihr Name wieder richtig von den Mitarbeitern bei Morningstar eingegeben.
Diese sind anhand des Namens und des Herkunftsdatums einfach zu bereinigen. Fonds sind die jeweils neuesten Fonds und wurden behalten, sind älter und werden gelöscht. Jedoch sind dies nicht die einzigen Problemfälle. Vielfach tauchen andere Schreibweisen auf wie z.B. „lg" anstatt „large", fehlende Leerzeichen oder Tippfehler, kurz: Eine Vielzahl von Variationen. Diese lassen sich aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit nicht mit einem Textmatch abfangen. Dazu kommen vom Fonds bewusst veranlasste Namensänderungen sowie Übernahmen unter den Asset Managern wie z.B. bei PIMCO durch die Allianz Ende 1999.
Im Januar und März 2005 änderte sich der Großteil der Namen der Fonds der Pacific Investment Management Company (PIMCO). PIMCO ist ein hervorragender Asset Manager, dessen Fonds ausgezeichnete Renditen haben. Die Fonds sind mit 4-5-Sternen-Ratings von Morningstar ausgezeichnet. Hier kann man eigentlich nicht von einem sterbenden Fonds sprechen, nur weil sich der Namen durch eine Übernahme ändert. Verallgemeinert kann man postulieren: Wenn der Track Record eines Fonds weiter besteht, dann ist er nicht gestorben.
Eine Verfälschung der Ergebnisse bei Querschnittsvergleichen ergibt sich auch dann, wenn mehrere Tranchen (A,B,C etc. im Namen) dessselben Fonds mit gleicher Rendite nach Gebühren im Sample vorhanden sind. Eine bestimmte Kennzahl hat keine bessere (oder schlechtere) Selektionswirkung, nur weil es einen Fonds mehrfach gibt. Denn es steht die gleiche Anlagestrategie nach Gebühren dahinter. Manchmal sind unterschiedliche Ausgabeaufschläge mit verschiedenen Mindestinvestmentvolumina der Treiber der verschiedenen Tranchen kombiniert. Manchmal sind die Verdoppelungen mit identischer Performance auch geschlossene Tranchen, in die man nicht mehr neu investieren kann.
Jedoch wird Morningstar als Reportingkanal für die bestehenden Investoren weiterhin genutzt. Die Verschiedenheit der Fondsnamen macht es unmöglich, diese als weiteres Bereinigungskriterium über die 233 doppelten Fondsnamen hinaus zu verwenden. Daher bleibt nur die Möglichkeit einer Bereinigung auf Basis der Performance. Der Statusmonat oder Herkunftsmonat ist der Monat des Sets, aus dem der Fonds stammt. Monat für Monat wird über das gesamte Set hinweg rollierend immer eine Abfrage auf Doppelte - im Sinne identische Performance in den letzten 6 Monaten - durchgeführt. Nur auf Basis der Renditen ist dieses Puzzle zu lösen. Aus der Menge der Fonds dieser ersten Abfrage (doppelte Performance) wird in einer zweiten, darauf basierenden Abfrage der entsprechende Statusmonat untersucht.
Geleitwort
6
Vorwort
8
Inhaltsangabe
9
Abstract
10
Inhaltsverzeichnis
11
Abbildungsverzeichnis
15
Tabellenverzeichnis
17
Abkürzungsverzeichnis
24
1. Einleitung
26
2. Wesen von US-Aktienfonds
29
2.1 Begriffsabgrenzung
29
2.2 Datenbasis der Analyse
33
2.3 Einordnung von US-Aktienfonds
36
3. Theoretische Grundlagen der Performanceanalyse
39
3.1 Kapitalmarkteffizienz
39
3.2 Modelle der Marktrendite
42
3.3 Bewertungskonzepte von Fondsperformance
62
4. Entwicklung eines Faktormodells für US-Aktienfonds
74
4.1 Summary Statistics
75
4.2 Sukzessive Entwicklung eines 3-Faktorenmodells
82
4.3 3-Faktorenmodell mit S
82
104
82
4.4 3-Faktorenmodell mit S
82
109
82
4.5 4-Faktorenmodell MARKT, KMG, HMN* und Momentum
113
4.6 Zusammenfassung
119
5. Survivorship Bias in US-Aktienfonds
123
5.1 Entstehung des Effekts und seine Adjustierung
123
5.2 Anwendung der Adjustierungsmethode
124
5.3 Bereinigung des adjustierten Samples
129
5.4 Fondssterblichkeit
133
5.5 Überlebende versus sterbende Fonds
136
5.6 Messung des Survivorship Bias
141
5.7 Zusammenfassung
144
6. Ansätze zur Bestimmung von Selektionskriterien
148
6.1 Kommerzielle Fondsratings
148
6.2 Theoretische Ansätze zur Bestimmung von Selektionskriterien
168
6.3 Entwicklung eines neuen Ansatzes zur „style-resistenten“ Selektion
181
7. Schlussbetrachtung
228
Anhang 1: Das Mid-Cap-Segment
234
Anhang 2: Eliminierung doppelter Zeitreihen im Set 12/2005
237
Anhang 3: Veränderung der Akteure durch Survivorship Bias
238
Anhang 4: Ansätze zur Lösung des Quotientendilemmas
239
Anhang 5: Festlegung des Parameters Zeitfenster
242
Anhang 6: Verschiedene Tests der Faktormodelle
258
Anhang 7: Return auf Return zurück bis 1994 auf 1995
260
Anhang 8: SR auf Return über die Gesamtperiode
271
Anhang 9: 4F-Alpha auf Return über die Gesamtperiode
279
Anhang 10: 4F-IR auf Return über die Gesamtperiode
287
Anhang 11: 3F-Alpha auf Return über die Gesamtperiode
295
Anhang 12: 3F-IR auf Return über die Gesamtperiode
303
Anhang 13: Analyse des Renditepotenzials der Faktorprämien
311
Literaturverzeichnis
322